Herr der Ringe gibt Daedalic Verschnaufpause
Bastei Lübbei, Anteilseigner an der Daedalic Entertainment, hat auf der ordentlichen Hauptversammlung letzte Woche die positive Geschäftsentwicklung bestätigt und zielgerichtete Wachstumskurse angekündigt. Dazu zählt auch das Aussetzen des im August 2018 gestarteten Mergers & Acquisitions-Prozesses für den Hamburger Spielepublisher. Dieser sollte zunächst prüfen, ob man die Daeadlic nach der Krise im eigenen Haus überhaupt behalten wolle. Verkaufsgerüchte kursierten im Netz.
Diese sind nun wohl erst mal vom Tisch. Im Geschäftsbericht vom Sommer schreibt Lübbe dazu, der Prozess sei "vorerst unterbrochen", weil Daedalic die Zeit zur Realisierung des angekündigten Herr-der-Ringe-Titels gegeben werden solle. Zusätzlich lote man Wachstumschancen im Mobile- und Streaming-Geschäft aus. Ob mit Streaming z.B. der Einstieg in Googles STADIA-Service gemeint sein könnte, ist noch nicht bekannt. Klar ist damit jedoch, dass der gelungenen Realisierung der Herr-der-Ringe-Lizenz jetzt eine große Bedeutung innerhalb des eigenen Hauses zukommen dürfte. Vermutlich hängt damit vom Erfolg des Produkts ab, in wie weit man bei Lübbe bereit ist, den Games-Publisher als zentrale Geschäftsstrategie weiter zu behalten.
Der wesentliche Anteil des Umsatzes soll laut Geschäftsbericht jedoch in den kommenden Jahren nicht mehr durch Eigenentwicklungen sondern durch "Third-Party"-Titel erreicht werden und Daedalic vornehmlich als Publisher fungieren. Für die entsprechende Liquidität hat man bei Daedalic wohl im Sommer einen laufenden Kreditvertrag bei der Hausbank verlängern können. Insofern verfügen die Hamburger für die kommende Phase auch erst mal wieder über eigene Liquidität.



