Kurznachrichten von der gamescom 2026

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gamescom 2026 - Das war der Donnerstag
Vom: 27.08.2026

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Am Messe-Donnerstag wird es erneut mehrfach psychologisch, aber auch ganz klassisch – sei es im Pixel-Stil oder im 2,5D-Old-School-Style. Und mit einem „Fake OS“ gesellt sich auch ein ganz unerwartetes Genre in unsere Tageszusammenfassung narrativer Spiele. Hier lest ihr, was wir gesehen haben:

 

Meine Oma(88)

In Meine Oma(88) besuchen wir Oma im Krankenhaus, nachdem diese gestürzt ist. Oma hat sich seit einer Weile mit ihrer Tochter zerstritten und so sind wir die erste Person, die sie im Krankenhaus besucht. Oma hatte sich gewünscht, dass der erste Besuch nicht erst nach ein paar Tagen kommt. Von hier aus befragen wir Oma zu den Fotos in ihrem Portmonee, oder anderen Erinnerungen aus der alten Zeit.

Diese Geschichten von Oma spielen wir in einzelnen Szenen durch - nicht notwendigerweise in chronologischer Reihenfolge, und nicht notwendigerweise genau so, wie sie passiert sind. Omas Erinnerungen sind lückenhaft und… vielleicht lügt sie in manchen Dingen absichtlich? Die Szenen sind in handgezeichneter Point-and-Click-Optik, wobei die Entwickler sich für direkte Steuerung via Tastatur oder Gamepad entschieden haben.

Wie der Titel bereits andeutet, kommen auch Traumata aus der Nazivergangenheit zum Vorschein - welche genau, wissen wir allerdings nicht. Aber selbst abseits des Nazi-Themas dürften viele Spieler einen emotionalen Bezug zu dem Thema haben, wenn es darum geht, welche Geschichten man von den Großeltern oder Urgroßeltern noch mitbekommen hat, und welche man verpasst hat, aufzuarbeiten. Das Entwicklerteam von ROTxBLAU verteilt eine Demo an Fans, die sich im hauseigenen Discord melden. Die volle Version soll gegen Ende des Jahres kommen.

 

The Mystery of Oak Island

Mehr als 10 Jahre nach dem erfolgreichen Kickstarter ist The Mystery of Oak Island nun endlich auf der Zielgeraden angekommen. Der Titel wird von Visionaire Studio entwickelt, die auch für die gleichnamige Adventure-Engine verantwortlich sind, und inzwischen sind nur noch Teile der Sprachaufnahmen und etwas Finetuning auf der Todo-Liste. The Mystery of Oak Island spinnt eine Geschichte rund um den realen Mythos von Oak Island in Nova Scotia und nennt Schatzsuche-Abenteuer wie Das Vermächtnis der Tempelritter oder Indiana Jones als Vorbilder.

Wir konnten auf der gamescom eine Demo anspielen, die auf einem Schiff spielt und an Seemannsgarn wie Fluch der Karibik erinnert. Darin gab es jede Menge Hotspots, Inventargegenstände und Rätsel, was Fans klassischer Adventures erfreuen dürfte. Die sehr schicke Optik der gerenderten 2,5D-Szenen mitsamt zahlreicher Hintergrundanimationen wirken der Mitte der 2000er entsprungen, mit gestochen scharfer Auflösung als Bonus. Einen Release-Termin gibt es noch nicht, für das Steam Next Fest im Oktober versprechen die Entwickler aber eine spielbare Demo.

 

Ghost Haunting

Die Three-Headed Monkey Studios sind eigentlich Film-Experten, machen aber schon in ihrem Namen klar, dass sie riesige Adventure-Fans sind. Nach einer Premiere auf einer Adventure-Treff-Party hat im vergangenen Jahr Daedalic angekündigt, das Pixel-Art-Adventure Ghost Haunting zu publishen. Jetzt gab es auf der Messe neue Locations, neue Charaktere und neue Sprachausgabe zu sehen, und man kann sagen, dass Fans klassischer LucasArts-Adventures (oder unterhaltsamer Pixel-Art-Spiele anderer Hersteller) kaum ein besser aussehendes Spiel unter den gamescom-Adventures finden werden.

Gigi ist ein chaotisches Mädchen mit dem Herz am rechten Fleck, das mit ihren Großeltern in einem Schloss in der Eifel lebt. Niemand hat ihr jedoch so richtig erklärt, was es bedeutet, dass ihre Großmutter vor Kurzem verstorben ist. Stattdessen freundet sie sich mit einem kürbisförmigen Dämon an, mit dessen Hilfe sie in das Reich der Toten reisen möchte, um ihre Großmutter endlich wiedersehen zu können.

In der neuen Demo lernen wir beispielsweise nun auch Potlin kennen, einen Goblin, der im Klo lebt. (Daher der Name.) Die Entwickler wollen grundsätzlich ein witziges, farbenfrohes Spiel abliefern, das aber auch ein paar emotionale Noten anschlagen wird. Verglichen mit tatsächlichen Spielen der 90er will man auf die traditionelle Mondlogik verzichten und bietet neben dem Punktesystem auch ein Hint-System an. Erscheinen soll Ghost Haunting Anfang 2027 für PC und Konsolen mit deutscher und englischer Sprachausgabe.

 

Alter Ego

Ganz entgegen dem bisherigen Trend zu kleineren Pixelart-Adventures will das tschechische Studio Hidden Interactive im Triple-A-Segment mitmischen und hat sich für das psychologische Horror-Adventure Alter Ego Spiele von Quantic Dream als Vorbild genommen. Das Team selbst hat bereits bei zahlreichen großen Titeln Erfahrung gesammelt und versucht jetzt, sein eigenes Baby in die Welt zu setzen.

In Alter Ego übernimmt man die Rolle eines Therapeuten und taucht im Spiel, wer möchte es für möglich halten, in die Gedankenwelt seiner Patienten ein. Jeder Patientenfall umfasst ein Kapitel und dreht sich um ein spezielles Thema, wie beispielsweise Suchttherapie. Dabei durchlebt man direkt die Probleme seiner Klienten, um sie so besser zu verstehen und sie später, ähnlich wie ein Detektiv, zu analysieren und ihnen damit zu helfen. Als Zielgruppe zielt man hierbei klar auf erwachsene Spieler.

Das Spiel ist ein Echtzeit-3D-Titel mit toller Präsentation und vielen hochwertigen Cutscenes und soll sich ganz ähnlich wie die Spiele von Quantic Dream je nach getroffener Entscheidung stark verzweigen. Auch Quick-Time-Events sind vorgesehen, um das Erlebnis möglichst dynamisch, cineastisch und realistisch darzustellen. Eine Waffe gibt es zwar, aber das Schießen soll nicht mehr als 1% des kompletten Spiels ausmachen: Der psychologische Aspekt steht im Vordergrund, und eher läuft man mit einer Taschenlampe durch die finstere Gedankenwelt, um Rätsel zu lösen, als dass man sich vor Jumpscares oder Actionsequenzen fürchten muss.

Finalisieren will man das Projekt bis 2028. Wirklich öffentlich ist noch nicht viel zu sehen, da man derzeit erst noch auf der Suche nach potenten Partnern ist. Zu Ende entwickeln will man das Spiel aber so oder so, zumal man bereits Pläne für weitere Titel hat. Diesbezüglich hat man uns versprochen, dass das komplette Universum aus Patientenfällen komplexer sein wird, als man zunächst vermutet.

 

Imprinted

Imprinted ist eine Art von narrativem Spiel, das oft “Fake-OS-Spiel” genannt wird. Die Entwickler haben eine komplette Betriebssystem-UI gebaut mitsamt Chat-Software, Browser, vielen anderen in-game “Programmen” und, besonders wichtig, eine fiktive Audiorestaurations-Software. Wir übernehmen nämlich die Rolle eines Audio-Ingenieurs, der mit dieser Software Sounddateien säubern muss. Sogar eine Kommandozeile gibt es, die Linux-Nutzern bekannt vorkommen dürfte.

Am Anfang ist das alles noch ganz simpel: Im ersten von 8-9 Kapiteln gilt es lediglich, Telefongebimmel aus einer Musikaufnahme zu entfernen. Schon bald wird alles deutlich merkwürdiger, als es darum geht, mysteriöse Aufnahmen von alten Audiokassetten zu bearbeiten. Irgendwann tauchen in unserer Desktop-Oberfläche auch Störungen auf und es ist unklar, was es damit auf sich hat.

Filippo Beck Peccoz, der kreative Kopf des Entwicklers Cobalt Lane, nennt David Lynch, Sam Barlow (Her Story), Phantasmagoria 2 und das Found-Footage-Genre als Inspirationsquellen. Einen konkreten Release-Termin gibt es noch nicht, lange soll es aber nicht mehr dauern. Eine Demo ist bereits auf Steam erhältlich.

 

Grayton - The Detective

Ein weiteres klassisches Point-and-Click-Adventure erwartet uns mit Grayton - The Detective aus der Slowakei, das angeblich bereits vollständig auf Englisch synchronisiert ist. Man schlüpft in die Rolle des reichen Schnösels Grayton, der durch widrige Umstände plötzlich bettelarm wird. Sein Butler landet sogar im Knast. Unsere Spielfigur kennt sich so wenig mit dem echten Leben aus, dass sie nicht einmal Kaffee kochen kann. Mit einem derartigen Handicap gilt es nun zu überleben - und das tut Grayton, indem er als Privatdetektiv Fälle löst. Als ihm der Fall rund um den goldenen Löffel zugetragen wird, gilt es nicht nur herauszufinden, was vorgefallen ist, sondern dabei vielleicht auch gleich die eigene Misere zu beenden.

Das Spiel ist im sympathischen Comic-Stil vollständig handgezeichnet und animiert. Das Inventar befindet sich am oberen Bildschirmrand, gesteuert wird ganz klassisch mit der Maus, und es gibt alles von Kombinations- bis hin zu Dialogrätseln. Auch die für Detektivspiele mittlerweile gängigen Deduktions-Logikrätsel fehlen nicht. Getroffene moralische Entscheidungen sollen das Spielgeschehen zusätzlich beeinflussen. Entwickler Incidental Minds plant trotz der Point-&-Click-Steuerung neben einem Release auf dem PC auch Versionen für PS5 und Xbox.

 

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