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Test

von  Hans Pieper
19.02.2018
The Station
Getestet auf Windows, Sprache Englisch

So weit, so klassisch

Tief im All wurde ein bewohnter Planet entdeckt. Und nicht nur das: Die Wesen dort scheinen
intelligent zu sein. Leider sind sie dauerhaft in kriegerische Auseinandersetzungen verwickelt, was eine Kontaktaufnahme erschwert. Also macht sich eine kleine Raumfahrer-Crew auf den Weg zu den Aliens, um sie versteckt aus dem Orbit zu beobachten. Doch natürlich geht etwas schief: Nach kurzer Zeit antwortet die Mannschaft nicht mehr. Nun liegt es am Spieler, herauszufinden, was mit dem Team geschehen ist. Nach einem Flug zu The Station beginnt eine etwa zweistündige Erkundung des Objektes in der Umlaufbahn des fremden Planeten.
Auch wenn sich Aufbau und Inhalt der Grundgeschichte wenig originell in den Kanon der klassischen Raumfahrt-Science-Fiction eingliedern, überzeugt der Titel mit der sauber ausgeführten, spannenden Erzählung und einem rundum gelungenen Ende. Im Spielverlauf erhalten aufmerksame Beobachter zudem Details zu spannenden Nebengeschichten. Englischkenntnisse sind dabei Pflicht. Eine deutsche Übersetzung ist nicht vorhanden.

Über-All was zu entdecken

Audiologs liefern mehr Details zu den Vorgängen auf der Station

Per WASD-Steuerung bewegt sich der Spieler in der Egoperspektive durch die erstaunlich vielseitige Raumstation, die dankenswerterweise über Schwerkraft verfügt. Die Schauplätze sind detailreich ausgearbeitet und die hübsche Grafik überzeugt vollkommen, von minimalen Kleinigkeiten abgesehen. Beides trägt bereits viel zur Atmosphäre bei, ebenso wie die sehr guten Sprecher und das ansprechende Sounddesign. Hintergrundinformationen werden teilweise durch Dokumente, teilweise aber auch durch Audiologs transportiert.

Was geht hier vor?

Ein Modul hilft bei der Orientierung und Aufgabenverwaltung

Mit einigen kleineren Jump-Scares und einer insgesamt angespannten Atmosphäre wird The Station schnell unheimlich. Es handelt sich bei dem Titel jedoch nicht um einen heftigen Horrorschocker, sodass auch empfindlichere Gemüter einen Versuch wagen können. Durch diverse Ereignisse wird die Spannung bis zum sehr runden Finale angenehm hoch gehalten. Ebenfalls ein schönes Element ist die Tatsache, dass schnell große Teile der Raumstation begehbar sind und der Spieler so ein Stück weit selbst die Reihenfolge von Aufgaben und Erkundungen festlegen kann.

Umsehen, Umschmeißen

Die Rätsel sind gut in die Geschichte integriert

Die Rätsel sind allesamt umgebungsbasiert und sinnvoll in die Geschichte eingearbeitet. Wer genau beobachtet und hinsieht, sollte mit den Aufgaben aus dem leichten bis mittelschweren Spektrum keine Probleme haben. Hin und wieder müssen Objekte aufgenommen und an eine andere Stelle getragen werden. Weil dabei die linke Maustaste gedrückt gehalten werden muss, ist dies etwas unkomfortabler, als es sein müsste. Zusätzlich gibt es zwar ein Inventar, dieses arbeitet jedoch vollautomatisch.
Zahlreiche weitere Objekte können zudem aufgenommen und betrachtet werden, andere jedoch nicht. Das ist etwas inkonsequent. Zudem ist es fast nicht möglich, die Gegenstände nach dem Betrachten nicht versehentlich achtlos auf den Boden zu werfen.

Fazit

The Station ist ein sehr gelungener Vertreter des modernen Sci-Fi-Adventures im Weltraum. Das Spiel verzichtet auf nervige Navigation in der Schwerelosigkeit, reichert die Erkundung der Umgebung mit netten, auf die Geschichte rückgebundenen Rätseln an und erlaubt sich nur bei kleineren Details leichte Patzer. Die vergleichsweise kurze Spielzeit ist perfekt für das Erlebnis. Definitiv eine Empfehlung!

Galerie

Kommentar des Verfassers

detail

Ich habe The Station wie einen Kinofilm genossen. Die Inszenierung und Präsentation sind hervorragend gelungen und die zunächst wenig überraschende, klassische Geschichte wird zu einem sehr runden, stimmigen Ganzen geführt. Erneut ein Beweis, dass Indies hervorragende Titel schaffen können.

Redaktions-Wertung

Grafik
Musik
Steuerung
Atmosphäre
Rätsel

Gesamt

Leser- Wertung

0 ( 0 )
Pro
Contra
  • Schöne Grafik
  • Tolle Inszenierung
  • Gute Sprecher
  • Rätsel gut integriert
  • Spannende Geschichte mit rundem Abschluss
  • Aufnehmen von Objekten etwas unkomfortabel
  • Kleinere Schwächen bei der Grafik