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Test

von  Michael Stein
18.07.2016
The Walking Dead - Michonne
Getestet auf Windows, Sprache Englisch

Mit der Mini-Serie The Walking Dead - Michonne hat Telltale Games einen Dreiteiler im Walking-Dead-Universum veröffentlicht und greift dabei auf einen bereits bekannten Hauptcharakter der Fernsehserie und der Comic-Vorlage zurück, um damit die Wartezeit auf die dritte Staffel der Spielserie zu verkürzen, die im Spätherbst 2016 starten soll. Ob sich dieser Versuch ausgezahlt hat, beleuchten wir in unserem Test.

Hoffnungslosgkeit

Michonne, die harte und verschlossene Frau mit der Machete, durften Kenner der Fernsehserie The Walking Dead schon früher kennenlernen. Sowohl in der Fernsehserie als auch in der Comicvorlage ist sie einer der beliebtesten Charaktere. Nun versucht sich auch Telltale Games an ihr, indem man eine dreiteilige Kurz-Serie als Lückenfüller zwischen der zweiten und dritten Staffel der eigentlichen Spielreihe etabliert. Diese beginnt mit einer psychisch stark angeschlagenen Michonne, die kurz davor ist, sich eine Kugel in den Kopf zu jagen, als sie von Pete, dem Kapitän eines Schiffes gefunden wird. Dieses Schiff segelt die Küste auf und ab, um Handel zwischen den verschiedenen Siedlungen von Überlebenden zu treiben und diese mit den notwendigen Lebensmitteln, Waffen und Munition zu versorgen. Michonne schließt sich der Truppe an. Kurze Zeit später wird das Schiff von unter der Wasseroberfläche herumlaufenden Untoten angegriffen und Pete und Michonne werden von den Bewohnern einer Siedlung, die von den Geschwistern Norma und Randall mit strenger Hand geführt wird, gefangen genommen.

Gefangene der Vergangenheit

Ein immer wiederkehrendes Element der Handlung sind Flashbacks, in denen Michonne von Halluzinationen geplagt wird. Ihr erscheinen ihre Töchter Elodie und Colette, oft in brenzligen Situationen, in denen sie nicht mehr zwischen Realität und Fiktion unterscheiden kann. Diese Halluzinationen ziehen sich durch das ganze Spiel, gegen Ende der dritten Episode sogar im ständigen Wechsel. Anfangs bringt dieses Element noch zusätzliche Spannung mit, zumal einige dieser Halluzinationen sogar spielbar sind. Gegen Ende unterbrechen sie leider teilweise den Spielfluss und wirken zudem leicht aufgesetzt. Im Großen und Ganzen bereichert dieser zusätzliche Erzählstrang die Geschichte jedoch durchaus positiv.

Michonnes Kinder sind immer wieder Thema

Wer darf leben?

Wie schon aus den ersten Staffeln von The Walking Dead bekannt, wird der Spieler wieder vor schwierige Entscheidungen gestellt, die über Leben oder Tod der anderen Charaktere entscheiden, wodurch sich die Geschichte verändert. Im Gegensatz zu den vorherigen Staffeln haben diese sogar Einfluss auf den finalen Ausgang der Geschichte. Dadurch zeigt sich, dass Telltale wohl keine direkte Fortsetzung dieser Nebengeschichte plant, zumal man wohl auch keinen weitreichenden Einfluss auf das Schicksal von Michonne nehmen wollte, um die Plausibilität der Fernsehserie oder der Comicbücher nicht zu gefährden.

Die technische Umsetzung

Für Michonne haben die Entwickler kleinere Änderungen am Interface vorgenommen, die noch ein bisschen inkonsistent wirken, aber trotzdem gut funktionieren. Das grundsätzliche Spielprinzip bleibt aber gleich. Die recht actionreich inszenierte Geschichte enthält wieder viele Quick-Time-Events, die auf dem Drücken der richtigen Taste zum richtigen Zeitpunkt oder dem wiederholten schnellen Drücken einer Taste basieren. Interaktionen mit Inventargegenständen fehlen komplett und das Erforschen der Umgebung findet nur selten statt. Auch das Auswählen der richtigen Dialogzeilen oder das Treffen kritischer Entscheidungen spielt wieder eine Rolle. Spielerisch gibt es hier also nichts Neues. Grafisch präsentiert sich der Titel gewohnt solide. Die Hintergründe sind schön anzusehen und die Animationen flüssig. Auch die Sprachausgabe ist wieder gelungen. Hervorzuheben ist der tolle Rocksong während des Intros.

Enscheidungen haben tatsächlich Einfluss<br /><br />auf den Ausgang der Story

Fazit

The Walking Dead - Michonne ist gut geeignet, um Fans der Spielserie die Wartezeit auf die dritte Staffel zu verkürzen. Bei einer Gesamtspielzeit von nur etwa vier Stunden stellt sich allerdings die Frage, ob es nicht sinnvoller gewesen wäre, einmal ein durchgehendes Spiel im TWD-Universum zu bringen, anstatt die Geschichte auf drei sehr kurze Episoden über drei Monate zu verteilen. Gerade der Schnitt zwischen der ersten und zweiten Episode ist sehr abrupt und die letzte Episode extrem kurz. Da das Spiel aber nun vollständig erschienen ist und am Stück gespielt werden kann, ist diese Mini-Serie für Fans durchaus eine Empfehlung wert.

Kommentar des Verfassers

Kommentare

detail

The Walking Dead- Michonne ist sehr actionreich und durchaus gut erzählt. Nachdem die erste Episode sehr kurz ausgefallen war, habe ich bis zum vollständigen Erscheinen der drei Teile gewartet und das Spiel dann noch einmal am Stück gespielt. Genau dies würde ich auch jedem anderen Spieler empfehlen, denn gerade der Cliffhanger nach der ersten Episode war irgendwie frustrierend. Abgesehen davon bietet das Spiel aber etwa vier Stunden spannende Unterhaltung.

Redaktions-Wertung

Grafik
Musik
Steuerung
Atmosphäre
Rätsel

Gesamt

Pro
Contra
  • Spannende Geschichte
  • Interessante Charaktere
  • Echtes TWD-Feeling
  • Als Episodenkonzept zu kurz
  • Element der Flashbacks wird überreizt