Künstliche Intelligenz: Helfer des Menschen oder unkontrollierbares Risiko?

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Temüjin
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Re: Künstliche Intelligenz: Helfer des Menschen oder unkontrollierbares Risiko?

Beitrag von Temüjin »

Ptolemaios hat geschrieben: 05.08.2026, 14:45 Bezogen auf meine Person, bin zumindest ich hier kein Gestapospitzel
Ich hab den Troll(o) deswegen gemeldet, Nazi-Polizei-Vergleiche gehen hier gar nicht, finde ich.
Hoffe, der wird bald gelöscht.
Mir ist das soo peinlich, daß ich mich bei einer rechten KI entschuldigt habe... :oops: :( :wink:
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Uncoolman
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Re: Künstliche Intelligenz: Helfer des Menschen oder unkontrollierbares Risiko?

Beitrag von Uncoolman »

Diese Art zu schreiben, entspricht eher nicht der KI. Diese ist, wie richtig angemerkt wurde, immer höflich und devot, praktisch niemals pöbelnd und aggressiv. Tatsächlich versteht ChatGPT durchaus ein bisschen Ironie, auch einen witzigen Bezug auf sie als KI-"Person" interpretiert sie inzwischen besser.
Das unmotivierte Wegwandern zu emotional aufgeladenen, aber nicht zum Thema gehörenden Themen ist eher Troll als KI. Eine KI würde beginnen mit: "Ich habe da ganz interessante Informationen zu xy, möchtest du sie lesen?" Sie gliedert auch ziemlich gut in themenzugehörig und OT.
Auch dieses "Nur-ich-habe-Recht"- Gehabe ist untypisch KI; im Gegenteil. Korrigiert man sie, entschuldigt sie sich für ihr zuvor falsches Berechnen und lässt die neue Datenlage in ihren Algorithmus einfließen, was eher einem lernenden Kind als einem verbitterten Opa entspricht. Der Verschwörungsopa ist Troll-typisch.

PS Ich habe den Terminus "Opa" gewählt, was nicht mit dem Alter zu tun hat, sondern mit einem unverbesserlichen Beharren auf dem eigenen Standpunkt. Das kommt bei älteren Menschen öfter vor, weil die sich kaum noch ändern. Leider zeigen Verschwörungstheorien und krude Weltbilder zunehmend bei jungen Menschen deren Ignoranz und Borniertheit, weil Wahrheit und Fakten plötzlich "alternativ" sein können. Die Gehirnwäsche funktioniert also immer noch hervorragend, dazu muss man nicht in die traurige Geschichte abwandern. Gerade Corona hat das gut gezeigt...
Zuletzt geändert von Uncoolman am 05.08.2026, 16:11, insgesamt 1-mal geändert.
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JohnLemon
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Re: Künstliche Intelligenz: Helfer des Menschen oder unkontrollierbares Risiko?

Beitrag von JohnLemon »

Habe schnell noch "Floskelgrieche" zu "Schwurbelgrieche" verbessert.
[Floskel]Das Bessere ist ja bekanntlich des Guten Feind.[/Floskel] :wink:

Was ich nicht wusste: Außer dem Philosophen Ptolemäus gab es namensgleich auch einen König von Ägypten. Vielleicht hat sich der "Verschwörungsopa" dort mit seinem Geschwurbel infiziert - quasi als Kivirus, der Erste. :mrgreen:

Edit: Nix gegen Opas im All-Gemeinen! #-o :wink:
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Re: Künstliche Intelligenz: Helfer des Menschen oder unkontrollierbares Risiko?

Beitrag von Uncoolman »

Habe gerade "Cäsar und Kleopatra" von Shaw versucht, auf Englisch zu lesen (ja, genau, um meine - neudeutsch - "Skills" zu verbessern). Ptolemäus ist der Bruder von Kleo, damals noch ein Kind UND ihr Ehemann...

Es gab eine ganze Dynastie, nämlich die Ptolemäer.

Edit: Überhaupt nichts gegen Opas. ;) Dann würde ich vielleicht bald gegen mich selbst sein. Und Ausländer bin ich auch - nämlich in über 150 anderen Staaten...
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Re: Künstliche Intelligenz: Helfer des Menschen oder unkontrollierbares Risiko?

Beitrag von JohnLemon »

Ha, endlich mal wieder Leben in der Bude - und das dank Toten! =D>
Ptolle, sach was dazu, wir brauchen neuen Zo.. äh.. Stoff!
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Re: Künstliche Intelligenz: Helfer des Menschen oder unkontrollierbares Risiko?

Beitrag von Uncoolman »

Ptolemaios ist jetzt beleidigt. Gehört zum Image dazu (Stichwort: Opferrolle).

Thema: Wir bekommen Wurfsendungswerbung von Lidl, Edeka, Tschibo, Penny, Billig-Möbelhäusern... eben das ganze wöchentliche Geschnetzel mit Wurst-Sonderangeboten, klapprigem Grillgedöns oder Hello-Kitty-Bettwäsche. In ALLEN Prospekten wird KI verwendet, was netterweise auch meist pro Bild oder wenigstens generell im Impressum verraten wird. Man weiß nicht genau, WAS KI-generiert ist (vermutlich die unscharfen Hintergründe, das heißt, die Personen oder Objekte werden vor einem Screen fotografiert und später montiert; es könnte aber auch bloß das Freistellen oder Farbänderungen gemeint sein...), aber die kleine verschämte Textzeile „enthält KI-generierte Inhalte...“ oder das „AI“-Zeichen (MUSS natürlich Englisch sein, ist klar...) sind allgegenwärtig.

Sagen wir so: als Grafik-Designer, der jahrelang solche Wurfsendung gestalten durfte und sich über das Freistellen von 390 verschiedenen Parfümflaschen, dem Hinterlegen mit 390 Photoshop-Schatten und dem Draufknallen von 390 roten Extrapreisschildern geärgert hat, ist eine KI sicher Arbeitserleichterung. Das Freistellen ist auf den KI-Plattformen möglich, aber noch nicht optimal (natürlich wieder mal die Haare, die fies sind...).

Ich bezweifle jedoch, dass der Job, der NEBEN diesem Routine-Gedöns gemacht werden muss, auch eine KI komplett übernehmen kann. Es wird also so sein, dass die verbleibenden Menschen in derselben Zeit MEHR schaffen müssen, weil die KI eben SCHNELLER am Band nachliefert. Man entlässt die überflüssigen Menschen (die leben anschließend von der sozialen Allgemeinheit) und die Verbleibenden arbeiten für die entfallenen Jobs auch noch. KI verschlimmert also die Arbeitsmarktlage für die Arbeitenden und verschiebt die Sozialhilfe zusätzlich auf deren Schultern.

Und dieses Phänomen begann schon seit Beginn der Industrialisierung, weil sich die Arbeiter an die Maschinen anpassen, nicht umgekehrt. Jede sogenannte „Arbeitserleichterung“ führte nicht zu wirklich mehr Freizeit, sondern zu mehr Arbeit in kürzerer Zeit. Denn: arbeiten wir jetzt nur noch 3 Stunden täglich? Nein, im Gegenteil: man will die Arbeitszeit wieder hochsetzen, weil die Leute bekanntlich zu faul sind. Dieser kapitalistische Moloch ist der wahre Grund für das Versagen unserer Arbeitsgesellschaft...
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Re: Künstliche Intelligenz: Helfer des Menschen oder unkontrollierbares Risiko?

Beitrag von Uncoolman »

Helfer des Menschen..?

OK. Habe wieder ein Anwendungsproblem für ChatGPT: ich habe eine Kugel von 12 Zentimetern Durchmesser. Diese schneide ich sternförmig in 16 Teile, so dass ich 16 Torten- (oder „Apfelsinen-)stücke bekomme. Die Oberfläche dieser Stücke ist ein Zweieck. Biege ich diese Oberfläche oben und unten zusammen, habe ich wieder die Kugel - es sollen nämlich Kugelkeilflächen für einen Globus werden. Die Höhe der Zweiecke ist natürlich der halbe Umfang (von Pol zu Pol) und alle 16 nebeneinandergelegt ergeben wieder den ganzen Umfang. So weit, so gut.

Nun möchte ich von ChatGPT den Radius der beiden Kantenseiten dieser Zweiecke wissen. Der ist nämlich gigantisch, ich würde schätzen, über einen Meter. Ich habe keinen Plan, wie man den berechnen könnte, und warum der so riesig ist. Die üblichen Kugelformeln helfen da nicht.

Im Moment rechnet er noch... seit 15 Minuten. Ich glaube, ich habe ihn überfordert und er hat sich verabschiedet... ;)

Zum Verständnis: es geht um den Krümmungsradius der beiden Kanten dieser „Zwickel“ (hier sind es 12):
Bild
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Re: Künstliche Intelligenz: Helfer des Menschen oder unkontrollierbares Risiko?

Beitrag von Uncoolman »

ChatGPT hat dabei offensichtlich versagt. Vielleicht wars auf Deutsch schlecht formuliert? Er hat sich jedenfalls verabschiedet und keine Antwort gegeben, nicht mal eine unbrauchbare.

Ich musste also meinen Grips selber anstrengen. Angenommen, ich teile die Kugel in zwei Hälften, dann hätten meine beiden Papier"gores" (die heißen so auf Englisch, ein deutsches Wort kenne ich nicht, außer Zweiecke) den Radius = Radius der Kugel. Nehme ich vier Apfelsinenstückchen, hätte ich den Radius der beiden Seiten = Kugelradius mal vier. Bei 16 komme ich auf 96 cm, was meiner Meterschätzung gut entspricht. Wenns der falsche Ansatz ist, bitte melden... :)

Ich habe von dem KI-Bot nicht zwingend die richtige Lösung erwartet. Aber ich erwarte immer mindestens einen Link, wo man suchen könnte. Auch da war ChatGPT überfordert, und die Mathematik ist wirklich nicht schwer. Ich weiß jetzt nicht, bei welchen Problemen es sich lohnt, die KI anzuwerfen. Immerhin dauert so ein Chat lange, bis die KI überhaupt begreift, was ich will. Bei der Papierbogenberechnung kam ich auf ca. 1 Stunde Chat - was ja auch Zeit ist. Das mal verlangte Python-Script war hingegen schnell und funktionsfähig; dafür hätte ich als Programmierlaie ein oder zwei Tage gebraucht. Man muss also vorher schätzen, ob KI eine Hilfe sein KÖNNTE, was natürlich voraussetzt, dass man die Materie ein bisschen kennt.

Irgendein Philosoph hat mal angemerkt, dass es sinnvoll sei, ein Problem jemandem zu erläutern, der darin total doof sei - dann erkenne man erst die Lösung darin (und Denkfehler möglicherweise). Dann wäre KI der ideale Sparringspartner, denn durch die Ausformulierung der Frage komme ich selbst auf die Antwort. Das war bislang in allen Fällen so: nach dem Schreiben der letzten Frage hatte ich die Lösung im Kopf, und die KI hat sie nur bestätigt. Ich war "schneller" als der Bot... ;)
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Re: Künstliche Intelligenz: Helfer des Menschen oder unkontrollierbares Risiko?

Beitrag von Gerrit »

Wenn du Uncoolman meinst: Ich finde seinen Beitrag ziemlich interessant, weil er KI weder einfach verteufelt noch blind feiert. Er benutzt sie tatsächlich als Werkzeug und schaut danach kritisch, ob sie ihm überhaupt Zeit gespart hat. Das ist eigentlich eine ziemlich vernünftige Haltung. 🙂

Bei ein paar Punkten würde ich ihm aber widersprechen. Dass ChatGPT beim Kugelproblem hängen geblieben ist, ist natürlich ärgerlich – aber sein eigener Ansatz mit den 96 cm ist sehr wahrscheinlich auch nicht richtig. Der Knackpunkt ist nämlich spannender, als es zunächst aussieht: Eine Kugeloberfläche lässt sich nicht verzerrungsfrei flach ausbreiten. Genau deshalb sehen diese Globussegmente wie lange spitze „Zwickel“ aus.

Bei einer Kugel mit 12 cm Durchmesser, also \(R=6\) cm, und 16 Segmenten gilt am Äquator:

Kugelumfang: \(2πR ≈ 37,70\) cm

Breite eines Segments am Äquator: \(37,70/16 ≈ 2,36\) cm

Pol-zu-Pol-Länge: \(πR ≈ 18,85\) cm


Und jetzt kommt der entscheidende Punkt: Die Seitenkante eines mathematisch korrekt projizierten Globus-Zwickels ist normalerweise gar kein Kreisbogen. Daher besitzt sie nicht einen einzigen Krümmungsradius. Der Radius ändert sich entlang der Kante.

Wenn man die Kante zur Vereinfachung trotzdem durch einen Kreisbogen ersetzt und verlangt, dass der Zwickel in der Mitte etwa 2,36 cm breit ist, komme ich näherungsweise auf einen Kreisradius von rund 38 cm, nicht 96 cm. Bei einer üblichen sinusförmigen Globusprojektion liegt der lokale Krümmungsradius in der Mitte sogar bei ungefähr 30,6 cm und wird Richtung Pole immer größer.

Also ausgerechnet hier wäre meine Reaktion auf seinen Satz:

> „Bei 16 komme ich auf 96 cm …“



Da würde ich ein dickes Fragezeichen dahintersetzen. 😄 Seine Überlegung „bei vier Stücken \(4×R\), also bei 16 entsprechend …“ hat keine geometrische Grundlage; der Zusammenhang ist nicht linear.

Seinen letzten Gedanken finde ich dagegen richtig gut: KI als Sparringspartner. Manchmal besteht der Nutzen tatsächlich darin, dass man beim präzisen Erklären des Problems selbst merkt, wo die Lösung steckt. Nur ist das dann nicht unbedingt ein „Versagen“ der KI – ähnlich funktioniert es auch, wenn man einem Kollegen ein Problem erklärt und plötzlich mitten im Satz sagt: „Ach verdammt, jetzt weiß ich's.“ 😄

Und noch eine kleine Korrektur zu seinem KI-Bild: Wenn man ChatGPT korrigiert, wird nicht unmittelbar „die neue Datenlage in den Algorithmus eingebaut“. Innerhalb des Gesprächs kann ich die Korrektur berücksichtigen; das ist etwas anderes, als dass das Modell dabei neu trainiert wird.

Unterm Strich: Uncoolman stellt gute Fragen und seine Skepsis ist gesund. Bei KI kennt er sich offenbar praktisch schon ganz ordentlich aus – bei seiner Globusrechnung würde ich ihm allerdings widersprechen. Und gerade das wäre eigentlich ein schönes Beispiel dafür, warum Mensch plus KI besser sein kann als „Mensch gegen KI“. 😄
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Re: Künstliche Intelligenz: Helfer des Menschen oder unkontrollierbares Risiko?

Beitrag von Uncoolman »

Ich habe den Globus in 3D-nachgebaut und in Pepakura eine Abwicklung gemacht. Sie funktioniert auf einer Styroporkugel. Man kann jetzt schauen, ob es tatsächlich ein Kreisbogen ist, wenn man geometrisch nachrechnet und übereinanderlegt.
Ich hatte mir den Spaß gemacht, die 60 Meter Meeresspiegelerhöhung, die beim kompletten Abschmelzen zu erwarten sind, als Globus zu basteln.

Bild

Bild

Anmerkung: Die Unterschiede wegen zweier verschiedener Methoden des Zusammenklebens.

Da diese 8 Zwickel den halben Umfang von 12 Zentimetern in der Breite ausmachen (18,8 cm), sieht man aber schon, wie riesig der komplette Kreisbogen einer Zwickelkante werden würde.



Genau: „Mein Gott, jetzt hat sie's!!“ :lol:

PS: Selbst wenn es nun KEIN Kreisbogen ist, so muss es ja Formeln dafür geben, irgendwelche Kreisfunktionen vermutlich, mit angelegten Tangenten, die sich von Sinus 0 zu 1 ändern... was weiß ich... :mrgreen:

Und als Hinweis: das Resultat ist ja keine Kugel, sondern ein Polygon, weil die Zwickel als geometrische Form nur in Nord-Süd-Richtung gebogen sind. In Äquatorrichtung sind die Zwickel eben nicht gebogen, sondern es ist eher eine Art Laterne, weshalb man der Kugelform näher kommt, je mehr Segmente man nimmt. Man kann die Zwickel demnach nicht ordentlich auf der Kugel platzieren, weil dazu Papier in zwei Achsen verformbar sein müsste. Für MEINE Anwendung dürfte das ok sein.
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Re: Künstliche Intelligenz: Helfer des Menschen oder unkontrollierbares Risiko?

Beitrag von Uncoolman »

Ich fasse kurz zusammen: ChatGPT hat die Frage nach der Meeresspiegelkarte schnell verstanden. Die KI bot mir mehrere Möglichkeiten an, das zu berechnen, u.a. mit einem riesigen Programmpaket, mit dem professionelle Karten erstellt werden und das frei ist (!). Ich habe das 50 GB-Paket installiert (irgendwas mit Geo..), aber letztlich war mir das zu kompliziert, weil dazu NASA- und andere Daten in für mich kryptischen Datenformaten eingelesen und bearbeitet werden müssen.

Der ebenfalls von der KI kommende Vorschlag, ETOPO-Daten zu nehmen, hat sie in Form eines Python-Scripts ebenfalls erstaunlich gut umgesetzt.
Im Gegensatz zu einem Script zu Papierberechnung, funktionierte das Script auf Anhieb, hatte Kommentare und sogar ein Minimal-Windows-GUI-Fenster, mit dem ich die ETOPO-Karte einlesen konnte. Also kein Kommandozeilen-Getippe. Da würde ich der KI die volle Punktzahl geben. Das mangelhafte PDF-Script entschuldigte die KI mit den Adobe-Maßvorgaben für PDF, womit sie nicht klarkam.

Man muss bei KI aufpassen, dass sie sich nicht in Alternativen verzettelt. Dieses: „Ich weiß da noch was anderes...“ sollte man tunlichst ignorieren und standhaft auf EINEM Lösungsweg beharren. Sie ist übereifrig. Man hat mir Claude empfohlen, das besser sein soll, aber dazu müsste ich mich erst registrieren. Für die paar Versuchsballone, die ich mit Chat-KI mache, brauche ich das nicht.

Bei mathematischen Fragen (wir hatten hier schon die Umrechnung in verschiedene Dezimalsysteme) scheint KI nur eingeschränkt hilfreich zu sein. Das zeigte sich in gravierenden Fehlern und hier, beim letzten Mal, offenbar im Unverständnis, was sie eigentlich rechnen soll. Sie hängte sich komplett auf. Natürlich muss man sich die Prompts sinnvoll zurechtlegen. Das erfordert aber eine VORplanung, und da sind wir beim Sparringpartner: Die exakte Formulierung der Frage ist maßgeblich. Wenn man sieht, dass die KI in die falsche Richtung einschwenkt, liegt es doch meistens an missverständlichen Formulierungen. Man muss sehr linear bleiben, weil Abwanderungen in Nebensätze und Möglichkeiten (die im Alltag ja doch vorkommen) oft falsch interpretiert werden. Menschen können verschiedene Dinge gleichzeitig denken... Man sollte für bestimmte Terme immer dieselben Begriffe verwenden und - wie im menschlichen Diskurs - auch mal Begriffsdefinitionen abklären. Die KI bestätigt das meist als richtig oder falsch verstanden. Bei mir hatte sie den Begriff „Apfelsinenstücke“ für die Gores am Ende richtig verstanden, OBWOHL das ja ein ziemlich menschlicher Ausdruck ist.

Da die Python-Scripte im allgemeinen technisch einwandfrei laufen, scheint die KI sich aus einer großen Datenbank existierender und funktionierender Lösungen zu bedienen. Andere ITler haben mir das bestätigt: was Scripte angeht, ist die KI nicht schlecht. Nur die Umsetzung der Fragestellungen beruht auf den Fähigkeiten des Nutzers... aber ist das im normalen Computerprogramm nicht auch so?

Bei den erforderlichen Bibliotheken für Python war die KI dann wieder etwas schwammig (siehe oben: abwandern in Alternativen). Wie soll ich jetzt was installieren? Was brauche ich? Da muss man dann „klare Kante“ zeigen: mache mir eine Liste der erforderlichen Bibliotheken, wo ich sie finde, wie ich sie herunterladen und wo, und am besten: mach es gleich selbst für mich... ;)

:mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: kurz...

Hier ist das Script für den Meeresspiegel. Ein paar Sachen habe ich für aber schon verändert, insbesondere Farben.

Code: Alles auswählen

#!/usr/bin/env python3
"""
Erzeugt Weltkarten mit verändertem Meeresspiegel aus ETOPO 2022.

Benötigt:
    pip install rasterio numpy pillow

Datei:
    etopo.tif

Ausgabe:
    flood_10m_klein.png
    flood_20m.png
    flood_50m.png
"""

import numpy as np
import rasterio
from rasterio.enums import Resampling
from PIL import Image

# ---------------------------------------------------
# Einstellungen
# ---------------------------------------------------

ETOPO = "etopo.tif"

OUTPUT_WIDTH = 3000
OUTPUT_HEIGHT = 1500

SEA_LEVELS = [0, 1, 2, 5, 10, 15, 20, 25, 30, 40, 50, 70, 100, 150, 200, 250, 300, 350, 400, 500, 1000]

# Farben
DEEP_WATER = np.array([25, 70, 170], dtype=np.uint8)
SHALLOW_WATER = np.array([90, 160, 255], dtype=np.uint8)


LOWLAND = np.array([170, 185, 120], dtype=np.uint8)
HIGHLAND = np.array([120, 105, 85], dtype=np.uint8)
MOUNTAIN = np.array([245, 245, 245], dtype=np.uint8)


# ---------------------------------------------------
# Hilfsfunktion
# ---------------------------------------------------

def blend(c1, c2, t):
    return (c1 * (1 - t) + c2 * t).astype(np.uint8)


# ---------------------------------------------------
# ETOPO laden
# ---------------------------------------------------

print("Lade ETOPO...")

with rasterio.open(ETOPO) as src:

    elev = src.read(
        1,
        out_shape=(OUTPUT_HEIGHT, OUTPUT_WIDTH),
        resampling=Resampling.bilinear,
    )

print("Größe:", elev.shape)

# ---------------------------------------------------
# Karten erzeugen
# ---------------------------------------------------

for sea in SEA_LEVELS:

    print(f"Erzeuge +{sea} m")

    rgb = np.zeros((OUTPUT_HEIGHT, OUTPUT_WIDTH, 3), dtype=np.uint8)

    water = elev <= sea
    land = ~water

    # ---------------------------
    # Wasser
    # ---------------------------

    depth = np.clip((sea - elev) / 6000.0, 0, 1)

    rgb[water] = blend(
        SHALLOW_WATER,
        DEEP_WATER,
        depth[water][:, None]
    )

    # ---------------------------
    # Land
    # ---------------------------

    h = np.clip((elev - sea) / 4000.0, 0, 1)

    low = h < 0.5
    high = ~low

    land_index = np.where(land)

    hh = h[land]

    colours = np.empty((hh.size, 3), dtype=np.uint8)

    a = hh < 0.5

    colours[a] = blend(
        LOWLAND,
        HIGHLAND,
        (hh[a] * 2)[:, None]
    )

    colours[~a] = blend(
        HIGHLAND,
        MOUNTAIN,
        ((hh[~a] - 0.5) * 2)[:, None]
    )

    rgb[land_index] = colours

    outfile = f"flood_{sea}m_klein.png"

    Image.fromarray(rgb).save(outfile)

    print("Gespeichert:", outfile)

print("Fertig.")
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Re: Künstliche Intelligenz: Helfer des Menschen oder unkontrollierbares Risiko?

Beitrag von Gerrit »

Ich habe mir inzwischen auch eine eigene Startseite gebaut. ChatGPT hat mir dabei beim HTML und bei der Gestaltung geholfen. Die Links, die Seiten und auch die Zuordnung stammen aber von mir. Ich habe also gesagt, was ich haben möchte, und ChatGPT hat mir geholfen, das technisch umzusetzen.

Das ist für mich eigentlich ein gutes Beispiel, wie ich KI nutze. Ich muss nicht selber jede HTML-, BAT-, PowerShell- oder Python-Zeile auswendig können. Ich muss aber wissen, was das Programm am Ende machen soll. Wenn etwas nicht klappt, zeige ich den Fehler oder einen Screenshot und dann wird nachgebessert.

Was ich dabei auch interessant finde: ChatGPT hat keine riesige Datenbank mit fertigen Scripts, aus der einfach irgendein passendes Script herauskopiert wird. Das Modell hat beim Training sehr viel Programmcode gesehen und dabei gelernt, wie HTML, Python, PowerShell usw. grundsätzlich funktionieren und welche Strukturen zusammenpassen. Daraus erzeugt es dann für meine Aufgabe neuen Code.

Natürlich heißt das nicht, dass der Code immer richtig ist. Ich hatte auch schon Sachen, die nicht funktioniert haben. Dann muss man testen und verbessern. Aber für mich ist das trotzdem eine enorme Hilfe, weil ich für manche Sachen sonst erst lange nach Befehlen und Lösungen suchen müsste.

Die Idee und die Vorgaben kommen also von mir, die KI hilft mir bei der technischen Umsetzung. So sehe ich das eher als Werkzeug und nicht als „KI macht alles alleine“.


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Re: Künstliche Intelligenz: Helfer des Menschen oder unkontrollierbares Risiko?

Beitrag von Uncoolman »

Von Python habe ich keine Ahnung. Ich weiß zwar ungefähr, wie die Syntax abläuft, da Sprachen ja sehr ähnlich aufgebaut sind, aber schon allein der Fakt, dass Python offenbar sehr auf Formatierung achtet, wusste ich nicht. Es scheint nicht egal zu sein, ob da ein Einzug, ein Leerzeichen oder ein Tab ist. In anderen Sprachen ist das eher schnurz; da entscheidet nur die korrekte Interpunktion.

Bei Änderungen muss ich dann doch auf KI oder einschlägige Bücher zurückgreifen. Was das Script betrifft: ja, ich habe gesagt, was es können soll, aber am Ende war das 95% KI-Leistung.
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Re: Künstliche Intelligenz: Helfer des Menschen oder unkontrollierbares Risiko?

Beitrag von Uncoolman »

PS Der Radius wird mit r= (s²/4 + h²)/2h ungefähr 38 cm. Nicht ganz so lang wie geschätzt, aber immerhin komme ich auf den Durchmesser von ~77 cm.

Ich hatte einfach Durchmesser statt Radius im Kopf, also stimmen deine 38cm.

Jetzt könnte man so einen Kreiszwickel ausdrucken und drauflegen. Wenn's passt, ist es ein Kreisbogen... :mrgreen:

Üblicherweise nutze ich fast ausschließlich Bilder-KIs. Für Text schreiben habe ich KI noch nicht benutzt. Die anfängliche Begeisterung ist einer gewissen Ernüchterung gewichen. Klar, die Bilder sind toll - aber so richtig nütze zu irgendeinem meiner Projekte sind sie nicht. Nach vielen Versuchen nähern sich die Resultate asymptotisch den immer gleichen Bildern an (oder ich verfalle in Prompts-Routine). Auch die Galerien der KI-Seiten sind irgendwie... monoton. Ich befürchte, wie ich vermutet habe, dass sich die Nutzer an die KI anpassen und nur produziert wird, was die KI kann, aber nichts "Neues". Manchmal rutscht eine neue Kombination durch, aber sie lässt sich fast nie wiederholen, weil sie sozusagen auf Rechenfehlern beruht, wo dann der Algorithmus mal einen abseitigen Zufalls-Pfad eingeschlagen hatte.
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Re: Künstliche Intelligenz: Helfer des Menschen oder unkontrollierbares Risiko?

Beitrag von Uncoolman »

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Für mich sieht das gleich aus. Selbst, wenn nicht, so spielt das bei den Fehlertolerenzen keine Rolle. Der rote Kreis hat 2 x 38 cm Durchmesser, also 76 cm.
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