Ptolemaios hat geschrieben: ↑02.02.2026, 17:12meinen Sie nicht, dass Windows 7 nach fast 16 Jahren inzwischen durchgepatcht sein müsste.
Du hast diese These jetzt schon in mehreren Threads gepostet. Die Idee, dass ein modernes Betriebssystem irgendwann "durchgepatcht" ist, basiert auf der Annahme, dass es zu Release eine bestimmte Anzahl Bugs/Sicherheitslücken hat, diese behoben werden, es dann fehlerfrei als auch sicher ist und dieser Zustand nach einer gewissen Zeit erreicht wird.
Diese Idee und damit auch die These entspricht leider nicht der Realität. Das hatten im Simon Thread Hamsterbacke und Kosh schon angesprochen als sie von "maximal falscher Denkweise" sprachen. Da spielen einige Faktoren eine Rolle.
Aus langjähriger Erfahrung aus der Software Entwicklung kann ich sagen, dass keine komplexere Software ohne Bugs erscheint. Zum einen Bugs, die den Entwicklern bereits bekannt sind und beim Testen aufgefallen sind, aber als zu selten auftretend oder dem Nutzer zumutbar eingestuft werden. Da geht es einfach um eine Kosten/Nutzen Rechnung und/oder um Fristen. Zum anderen Bugs, die den Entwicklern nicht bekannt sind, weil die Tester die Schritte, unter denen sie auftreten, nicht ausprobiert haben oder die technischen Umstände (Hardware, Treiber, parallel laufende Drittsoftware) beim Test nicht ausprobiert wurden. Von Nutzern gemeldete Bugs werden nur dann gelöst, wenn sie für die Sicherheit oder Funktionsfähigkeit kritisch sind oder insgesamt zu viel negatives Feedback erzeugen. Es werden nie alle Bugs gefixt.
Ein weiterer Faktor ist die Kreativität und Weiterentwicklung. Es gibt Sicherheitslücken, die erstmal nicht als relevant angesehen werden, weil sie nach dem aktuellen Kenntnisstand nicht ausgenutzt werden können. Und es gibt Software Verhaltensweisen, bei denen man erstmal gar nicht auf die Idee kommt, dass sie sicherheitsrelevant sein könnten. Und dann kommt jemand und findet heraus, wie man diese scheinbar harmlosen Lücken oder unverdächtigen Verhaltensweisen nutzen kann, um Schaden anzurichten bzw. zu spionieren. Oder die Leistungsfähigkeit der Rechner macht einen Sprung und was zuvor noch unrealistisch lange zu cracken war, ist nun machbar. Beides ist überhaupt nicht vorhersehbar und entsprechend harmlose Sicherheitslücken und unverdächtigen Verhaltensweisen bleiben solange unverändert, bis sie ausgenutzt werden.
Ebenso gibt es Sicherheitslücken und Bugs, die erst in Verbindung mit neuer Hardware oder neuen Treibern auftreten. Beides ist gar nicht Bestandteil des Betriebssystems, können aber zu kritischen Sicherheitslücken führen. Auch hier ist nicht vorhersehbar, wann so ein Problem auftritt.
Und deswegen ist Windows 7 auch nicht "durchgepatcht" und wird es auch nie sein.
Eine Firewall und ein Antiviren-Tool verhindern ggf. nicht die Ausführung von Schadcode im Browser, wenn das Antiviren-Tool oder der Browser selbst es nicht abfängt, weil dies normalerweise auf Seiten des Betriebssystems oder des Prozessors passiert. Aber eben auch nur dann, wenn das Betriebssystem halbwegs oder der Prozessor Microcode aktuell ist. Letzterer wird auch nur von aktuellen Betriebssystemen (oder via BIOS Update) aktualisiert.
Ich vermute mit den aktuellen Sicherheitsupdates für Windows 7 bist Du noch sicher (bzw. so sicher man eben sein kann), aber wenn es hier keine mehr gibt oder diese für die eigene Windows 7 Lizenz nicht mehr installiert werden, würde ich es nicht mehr Online nutzen.
Um auf die Frage zu kommen ob Mystery of the Oak Island wohl Windows 7 unterstützt. Ich sehe da zwei wahrscheinlichere Situationen, in denen sich die Entwickler vermutlich befinden. Entweder sie wissen, dass Windows 7 nicht unterstützt wird, weil entweder die Engine, eine Middleware oder eine Library, die verwendet wird, Windows 7 nicht unterstützt. Oder sie sehen auf Anhieb keinen Grund, warum Windows 7 nicht unterstützt wird, wissen aber nicht mit Sicherheit, ob nicht eine Middleware oder eine Library, die verwendet wird, Windows 7 nicht unterstützt (Windows 7 unterscheidet sich nicht nur durch DirectX 12). Der Aufwand dies für eine Handvoll potentieller Käufer extra zu testen, rechnet sich vermutlich nicht. Deswegen kann ich mir gut vorstellen, dass die Entwickler Dir keine eindeutige Auskunft geben können.
Die beste Strategie für Dich wäre vermutlich zu hoffen, dass es jemand, der Windows 7 nutzt, es nach Release auf Verdacht hin kauft und hier seine Erfahrung postet. Mit Glück ist es unser
Donald, der bekanntermaßen noch Windows 7 nutzt und sich gut auskennt.