Gestern, ich sag mal so, war ich auf einer Mission.
Mit Pappe.
Man kennt das ja. Man steht da mit einem Karton, der mal ein ambitioniertes Möbelstück beherbergte, und trägt ihn jetzt würdevoll zum Pappmülleimer. Ein Gang voller Bedeutung. Ein Gang voller Wellpappe.
Und auf halber Strecke – taucht er auf.
Ein schmaler Joachim.
In einer motorisierten Kutsche. Weiß. Summend. Leicht gehetzt.
Er hielt neben mir wie ein apokalyptischer Paketbote der Endzeit und sprach:
„Sind Sie …?“
Und nannte meinen Namen.
In solchen Momenten fragt man sich ja kurz, ob man vielleicht doch vom Ordnungsamt gesucht wird.
Aber nein. Es war Amazon.
Das große Handlehaus aus dem Morgenland des Internets.
Ich bestätigte meine Identität. Würdevoll. Mit der Aura eines Mannes, der weiß, dass er gleich etwas bekommt, was er eigentlich nicht braucht – aber dringend will.
Er überreichte mir ein kleines Päckchen.
So klein.
So unschuldig.
So gefährlich für mein Regal.
Darin:
Ys X: Proud Nordics. Für die PS5.
Und ich dachte:
Ja.
Kommt her, ihr stolzen Nordmänner und Nordfrauen. Stellt euch zu den anderen Helden meiner noblen Sammlung. Neben Ritter, Magiern und Menschen, die grundsätzlich viel zu große Schwerter tragen.
Ich habe ja dieses Faible für physische Spiele.
Man kann sie anfassen.
Man kann sie ins Regal stellen.
Man kann sie anschauen wie andere Leute ihre Briefmarkensammlung. Nur mit mehr Drachen.
Digitale PC-Käufe dagegen…
Das ist emotional schwierig.
Da klickst du.
Dann steht da „Danke für Ihren Einkauf“.
Und das war’s.
Kein Paket. Kein Joachim. Keine motorisierte Kutsche.
Nur eine E-Mail.
Das ist wie Weihnachten, wenn dir jemand zuruft:
„Dein Geschenk liegt auf Server 4B.“
Ich werde es trotzdem irgendwann würdig beschreiben. Mit Pathos. Vielleicht mit einer Kerze daneben. Aber es ist nicht dasselbe.
Und ja – es ist kein Adventure.
Ich weiß.
Man erwartet vielleicht Rätsel, bei denen man eine Gans mit einem Enterhaken kombiniert.
Aber ich bin vielseitig interessiert.
Ab und zu darf es auch mal etwas anderes sein.
