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Re: Zweite OP zieht sich
Verfasst: 02.07.2026, 22:54
von Werner1612
Möwe hat geschrieben: ↑30.06.2026, 22:30
Ich drücke dir auch alle Daumen, lieber Werner.
Und dich drücke ich auch.
Herzlichen Dank fürs "Drücken", Möve.
Ein gewisses Erbebnis des mpMRT habe ich schon. Zwar nur von der Radiologie direkt, wei sie mit mir die Bilder besprochen haben, aber immerhin. Links ist was, da sollte man eine Biopsie machen, damit man weiß, ob gut- oder bösartig. Alles weitere muss ich mit meinem Urologen abklären. Der bekommt die Bilder aber erst nächste Woche. Dienstag habe ich einen Termin bei ihm. Dann wird man sehen wie groß das zweite Übel werden wird. Aber ich denke, dass das anaplastische Meningeom die weitaus kritischere Erkrankung ist. Da gibt es leider keine Ausfahrt mehr. Es dreht sich hier alles darum, soviel "gute" Zeit wie möglich herauszuholen. Die zeitliche Prognose werde ich nach dem 07.08. wissen.
Ganz liebe Grüße zurück, und auch ich drücke Dich ganz herzlich.
Werner
Re: Zweite OP zieht sich
Verfasst: 02.07.2026, 23:19
von Werner1612
Temüjin hat geschrieben: ↑30.06.2026, 22:02
Aus Bremerhaven auch ganz feste Daumendrückerei, wackerer Werner, besonders für das MRT-Ergebnis.
Du klingst bewundernswert ruhig und gefasst, aber was bleibt Dir auch übrig?!
Alle Kraft der Welt für Dich!
Aus Freiburg ein Danke zurück an die Küste. Ein gewisses Ergebnis des MRTs habe ich schon, denn die Bilder wurden danach mit mir kurz besprochen. Auf der linken Seite ist etwas, dass so da nicht hingehört. Also ne Wucherung. Ob die nun gut- oder bösartig ist, kann nur eine Biopsie beantworten. Habe am Dienstageinen weiteren Termin bei meinem Urologen, dann dürften die Bilder bei ihm sein. Hatte heute auch einen Termin bei ihm, da ich annahm, dass die Bilder bereits da wären. Leider nicht der Fall, das MRT war ja erst vorgestern.
Naja, ganz so ruhig wie es vielleicht aussieht, bin ich nicht. Mir ist bewusst, dass ich eine extrem verkürzte Lebensspanne habe, viele Sachen nicht mehr lange machen kann. Das frisst sich doch etwas hinein, auch wenn man sieht wie andere Menschen ihrem ganz normalen Leben nachgehen. Ich habe zum 1.11. Rente beantragt, mein Antrag auf Schwerbehinderung ist durch, ich habe 80% bekommen. Mir fehlt die Arbeit, die Kollegen. Ein befreundetes Ehepaar, zwei ehemalige Schulkolegen, hat sich im letzten Jahr sehr um mich gekümmert. Sie fragen immer wieder mal nach oder laden mich zu sich nach Hause ein. Dafür bin ich sehr dankbar. Ja, ich muss es so nehmen wie es kommt. Auch wenn ich vielleicht ruhig wirke, innerlich ist da ein Stück "Angst", die ich versuche soweit wie möglich in den Griff zu bekommen. Ich weiß was kommen wird, und diese Angst darf mich nicht auffressen.
Ganz liebe Grüße aus dem tropischen Freiburg
Werner
Re: Zweite OP zieht sich
Verfasst: 03.07.2026, 08:23
von Bratwurstschnecke
Werner1612 hat geschrieben: ↑02.07.2026, 23:19
Auch wenn ich vielleicht ruhig wirke, innerlich ist da ein Stück "Angst", die ich versuche soweit wie möglich in den Griff zu bekommen. Ich weiß was kommen wird, und diese Angst darf mich nicht auffressen.
Lieber Werner,
falls Du das noch nicht getan hast, würde ich Dir raten, Dir zusätzliche Unterstützung bei einem Psychoonkologen zu holen. Viele Krebsbehandlungszentren haben einen psychoonkologischen Dienst angeschlossen. Falls nicht, sollten die Dir aber zumindest jemand Geeignetes vermitteln können.
Auch ich drücke Dir weiterhin die Daumen und wünsche Dir alles, alles Liebe und viel Mut und Kraft.
LG
Bws
Re: Zweite OP zieht sich
Verfasst: 03.07.2026, 18:59
von Werner1612
Bratwurstschnecke hat geschrieben: ↑03.07.2026, 08:23
Werner1612 hat geschrieben: ↑02.07.2026, 23:19
Auch wenn ich vielleicht ruhig wirke, innerlich ist da ein Stück "Angst", die ich versuche soweit wie möglich in den Griff zu bekommen. Ich weiß was kommen wird, und diese Angst darf mich nicht auffressen.
Lieber Werner,
falls Du das noch nicht getan hast, würde ich Dir raten, Dir zusätzliche Unterstützung bei einem Psychoonkologen zu holen. Viele Krebsbehandlungszentren haben einen psychoonkologischen Dienst angeschlossen. Falls nicht, sollten die Dir aber zumindest jemand Geeignetes vermitteln können.
Auch ich drücke Dir weiterhin die Daumen und wünsche Dir alles, alles Liebe und viel Mut und Kraft.
LG
Bws
Hallo,
ich war bereits beim psychoonkologischen Dienst vor ein paar Wochen, hatte eine einstündige Besprechung. Wir haben uns darauf geeinigt, Besprechungen nach Bedarf von mir zu gestalten, also in loser Form, so wie ich dazu ein Bedürfnis habe. Ich kann jederzeit einen weiteren Termin vereinbaren. Ich warte jetzt mal zwei oder drei Wochen ab, werde versuchen mich stark zu beschäftigen, und sollte es mir dann immer noch nicht ideal gehen, werde ich einen weiteren Termin ausmachen.
Vielen Dank und ganz liebe Grüße
Werner
Re: Zweite OP zieht sich
Verfasst: 03.07.2026, 19:30
von JohnLemon
Werner1612 hat geschrieben: ↑03.07.2026, 18:59
[...] und sollte es mir dann immer noch nicht ideal gehen [...]
Du bist wirklich unglaublich, lieber Werner!

Re: Zweite OP zieht sich
Verfasst: 05.07.2026, 13:49
von Sternchen
Werner1612 hat geschrieben: ↑02.07.2026, 23:19
Temüjin hat geschrieben: ↑30.06.2026, 22:02
Aus Bremerhaven auch ganz feste Daumendrückerei, wackerer Werner, besonders für das MRT-Ergebnis.
Du klingst bewundernswert ruhig und gefasst, aber was bleibt Dir auch übrig?!
Alle Kraft der Welt für Dich!
Aus Freiburg ein Danke zurück an die Küste. Ein gewisses Ergebnis des MRTs habe ich schon, denn die Bilder wurden danach mit mir kurz besprochen. Auf der linken Seite ist etwas, dass so da nicht hingehört. Also ne Wucherung. Ob die nun gut- oder bösartig ist, kann nur eine Biopsie beantworten. Habe am Dienstageinen weiteren Termin bei meinem Urologen, dann dürften die Bilder bei ihm sein. Hatte heute auch einen Termin bei ihm, da ich annahm, dass die Bilder bereits da wären. Leider nicht der Fall, das MRT war ja erst vorgestern.
Naja, ganz so ruhig wie es vielleicht aussieht, bin ich nicht. Mir ist bewusst, dass ich eine extrem verkürzte Lebensspanne habe, viele Sachen nicht mehr lange machen kann. Das frisst sich doch etwas hinein, auch wenn man sieht wie andere Menschen ihrem ganz normalen Leben nachgehen. Ich habe zum 1.11. Rente beantragt, mein Antrag auf Schwerbehinderung ist durch, ich habe 80% bekommen. Mir fehlt die Arbeit, die Kollegen. Ein befreundetes Ehepaar, zwei ehemalige Schulkolegen, hat sich im letzten Jahr sehr um mich gekümmert. Sie fragen immer wieder mal nach oder laden mich zu sich nach Hause ein. Dafür bin ich sehr dankbar. Ja, ich muss es so nehmen wie es kommt. Auch wenn ich vielleicht ruhig wirke, innerlich ist da ein Stück "Angst", die ich versuche soweit wie möglich in den Griff zu bekommen. Ich weiß was kommen wird, und diese Angst darf mich nicht auffressen.
Ganz liebe Grüße aus dem tropischen Freiburg
Werner
Toll, dass du liebe Freunde hast, die sich so gut und menschlich um dich kümmern. Das macht mich sehr froh zu lesen, dass du da wen hast.
Erlaube dir aber bitte selber, deine Angst zu spüren und zuzulassen. Es kann dir helfen, besser alles zu verstehen und verarbeiten zu können.
Bratwurtschneckes Tipp, sich da psychologische Hilfe zu holen, finde ich Gold wert und genau goldrichtig.
Hoffe, das wird dir helfen. Was ich dir noch als Tipps mitgeben kann: Autogenes Training, Mediation.
Für diejenigen, die an Gott glauben, kann auch Beten befreiend und reinigend sein, und einen zur Selbstruhe verhelfen.
Ich weiß, für viele ist Religion ein rotes Tuch, aber gerade in schweren Stunden kann dann ein Glaube eine Kraft sein, weil Gott auch in schweren Stunden uns beisteht und für uns da ist.
Nein, das war kein Bekehren von mir, wenn das wer in den falschen Hals kriegt. Ich will damit Werner nur alle Möglichkeiten aufzeigen, die er hat, damit er mehr seinen Frieden mit dem Ganzen findet und mehr zu innerer Ruhe, und Harmonie findet.
Musik rein zur Entspannung findest du massenhaft auf YouTube und auch das kann sehr helfen.
Was mir immer da meisten hilft, ist einfach Meeresrauschen oder Naturklänge, oder Stücke mit einer Flöte zum Anhören.
Und vergiss eines noch nicht: Werner, noch ist nicht aller Tage Abend, es besteht immer noch die Hoffnung und die Chance das du geheilt wirst.
Ergo, gib bitte nicht so schnell auf, vielleicht kommt ja da noch am Ende ein medizinisches Wunder.
Ich bete dafür, und drücke dir die Daumen.
Sternchen
Re: Zweite OP zieht sich
Verfasst: 11.08.2026, 09:13
von Werner1612
So, heute ist der Tag der Wahrheit. Ich habe heute um 11 Uhr die Nachbesprechung zur Strahlentherapie; ob das Ganze etwas gebracht hat und wieviel.
Drückt mir mal die Daumen.
LG Werner
Re: Zweite OP zieht sich
Verfasst: 11.08.2026, 09:20
von Kikimora
Auf jeden Fall! Daumen sind gedrückt.
Re: Zweite OP zieht sich
Verfasst: 11.08.2026, 10:01
von Temüjin
Ich drücke auch alle Daumen und Dauminnen!
Aber ich weiß auch, daß alles gut wird.
Re: Zweite OP zieht sich
Verfasst: 11.08.2026, 12:04
von JohnLemon
Alles Gute, Werner!
*mangels Daumen mir in die Schale beiß'*
Re: Zweite OP zieht sich
Verfasst: 11.08.2026, 14:05
von Möwe
Ich drück dich und alle Daumen, denen ich heute begegnen werde.
Re: Zweite OP zieht sich
Verfasst: 11.08.2026, 17:09
von Werner1612
Danke für Eure aufmunternden Worte. Ich war nun heute Vormittag zu dieser Besprechung, die leider anders verlief als ich gedacht hatte. Statt meines behandelnden Strahlenarztes wurde ich von einer asiatischen Ärztin in Empfang genommen, die leider so schlecht Deutsch sprach, dass ich immer wieder nachfragen musste. Ich bemerkte, dass mein Arzt ja im Hause wäre. Er hätte momentan keine Zeit, den Befund könne sie mir auch geben. Angeblich ist der Tumor innerhalb der 10 Wochen nach der Bestrahlung nochmals nachgewachsen, würde nun statt auf die linke Seite auf die rechte Seite drücken. Gefahr würde nun auch für das rechte Auge bestehen. Mein Strahlenarzt müsse das MRT erst nochmals begutachten, es bei einem Tumor-Board einreichen. Mir wurde der Befund in die Hand gedrückt; man würde sich melden. Aller Wahrscheinlich läuft alles auf eine dritte OP raus. Ich habe mich heute im Unklaren gelassen gefühlt, fast wie abserviert. Werde meinen Strahlenarzt dazu anmailen. Ob es wohl daran liegen kann, dass ich nur GKV-Patient bin?
LG Werner
Re: Zweite OP zieht sich
Verfasst: 11.08.2026, 17:37
von DavidMcNamara
Ah - das ist ärgerlich! Da fühle ich mit Dir, Werner. Mit so einem Befund und ohne echte Beratung "an die frische Luft" gesetzt zu werden, fühlt sich sicherlich nicht gut an. Hoffentlich meldet sich der Strahlenarzt zeitnah bei Dir. Eine dritte OP wäre natürlich wieder mühsam und anstrengend. Meine Daumen bleiben in jedem Fall GANZ FEST gedrückt!
Re: Zweite OP zieht sich
Verfasst: 11.08.2026, 18:09
von Werner1612
DavidMcNamara hat geschrieben: ↑11.08.2026, 17:37
Ah - das ist ärgerlich! Da fühle ich mit Dir, Werner. Mit so einem Befund und ohne echte Beratung "an die frische Luft" gesetzt zu werden, fühlt sich sicherlich nicht gut an. Hoffentlich meldet sich der Strahlenarzt zeitnah bei Dir. Eine dritte OP wäre natürlich wieder mühsam und anstrengend. Meine Daumen bleiben in jedem Fall GANZ FEST gedrückt!
Ja, die ganze Sache war für mich mehr als ärgerlich, mein Leben hängt daran. Mir ist klar, dass ich in diesem über ein Jahr dauernden Kampf nicht als Sieger hervorgehen werde, aber ich möchte soviel Lebensspanne wie machbar. Da kann ich keine Versäumnisse und Verschleppungen von Seiten der Uni brauchen. Dann ist da ja noch der Mist mit der Prostata, bekomme am 08.09. eine Biopsie, da starker Verdacht auf Prostata-Karzinom. Die Sache wirkt im Gegensatz zum Kopf fast harmlos.
Am 13. habe ich in der Sportonkologie einen Beratungstermin, da ich zur Leistungssteigerung wieder etwas Sport machen wollte. Durch das Ergebnis heute ist mir fast die Lust dazu vergangen. Ich gehe aber dennoch mal hin, lasse mich beraten.
Wie oft die diesen Gehirntumor operieren können, bleibt auch so eine Frage. Irgendwann dürfte fertig sein. In meinem Fall geht eh nur Bestrahlung oder OP. Hier untätig sitzen zu müssen, während im Kopf immer noch eine Zeitbombe tickt, macht mich langsam kirre. Ich hoffe, dass sich mein Strahlenarzt schnellstmöglich meldet; ich maile den nachher an.
Danke für Deine Worte.
LG Werner
Re: Zweite OP zieht sich
Verfasst: 11.08.2026, 20:09
von Temüjin
Ach, armer Werner, das heutige Gespräch hätte mich auch sehr geärgert und traurig gemacht!
Wenig mitfühlend, Dir den negativen Befund in schlechtem Deutsch mitzuteilen.
Da wünscht man sich ja schon einen empathischen Arzt, der einen auch sofort auffängt, berät
und einem Trost zuspricht.
Dann noch das mit der Prostata, Du kriegst es echt knüppeldick, mit Verlaub gesagt.
Echt zum Verzweifeln und man kann Dich nur wieder bewundern, wie Du damit umgehst.
Recht hast Du natürlich mit der Annahme, daß Du als Privatpatient besser behandelt werden würdest.
Da hätte der Arzt heute bestimmt Zeit für Dich gehabt.
Hab leider nur wieder Mit- und Beileid an Dich weiterzugeben, aber davon säckeweise und jede Menge.
Und die besten Wünsche und Energien sende ich Dir, bin mir sicher, jeder hier im Forum.