Kikimora hat geschrieben: ↑06.09.2026, 11:40
Wenn "frei" meint, dass etwas vollkommen unbeeinflusst ist, dann würde ich sagen ganz klar "nein".
Wir sind nicht frei von Erinnerungen, frei von Erfahrungen, Begegnungen und Erlebnissen (gute wie schlechte), die uns prägen, und eben auch nicht frei von den genannten genetischen und chemischen Dingen, die alles beeinflussen.
Es gibt Situationen, in denen wir eine Auswahl treffen können, eine Entscheidung, das geringste Übel auszuwählen, aber frei ist diese Entscheidung nicht, weil wir sie auf Basis dessen treffen, was wir bis dahin erlebt haben, und was wir uns erhoffen.
Vielleicht kann man "keine Erwartungen" haben, aber dann geschieht so eine Entscheidung willkürlich und man nimmt eben, was man kriegt.
Das ist richtig, aber keiner muss Sklave seiner Vergangenheit sein. Manche Menschen können sich ändern, manche nicht.
Ich habe mich z. B. gegen meine Vergangenheit entschieden, weil ich als Mensch so nicht mehr sein wollte. Mir war auch klar, dass ich aus Notsituationen so gehandelt habe, aber ich war damit nicht glücklich.
Ich glaube daran, dass der Mensch einen freien Willen hat und dass der mächtiger und stärker ist, als man denkt.
Man hat auf äußere Umstände, Einflüsse, Unfälle z. B. keinen Einfluss, aber auf das, was man sagt, denkt, tut, hat man sehr wohl Einfluss, und diese Gabe sollte man nicht von sich streichen und sagen: „Ach, Pech, ich bin halt ein Opfer meiner Gene, Umstände, chemischen Einflüsse in meinem Körper.
Vielleicht ist es ja naiv von mir zu glauben, dass ein einzelner die Welt zum Besseren verändern kann. Allein kann er/sie das auch nicht, aber mehrere Menschen mit demselben Ziel können es sehr wohl.
Wir dürfen uns einfach nur nicht einreden lassen, wir wären unbedeutend und klein, und müssen uns, finde ich, wieder stärker einsetzen für Empathie, Nächstenliebe, Gerechtigkeit, Wahrheit, und Verständnis, und dafür, dass wir einander helfen.
Laut Gemini bin ich wohl das, was man einen Humanisten nennt, und ich weiß, dass diese Position sehr einsam besetzt ist, aber lieber will ich gegen ein Schicksal ankämpfen, als kampflos aufzugeben.
Der Mensch ist ein soziales Wesen, und wie die Geschichte oft genug bewiesen hat, kann ein soziales Kollektiv sowohl im negativen als auch im positiven Sinn eingesetzt werden, wenn man sich nur traut, diese Kräfte zu bündeln, und nicht alles dem Zufall überlässt.
Kikimora hat geschrieben: ↑06.09.2026, 12:26
Passend dazu:
Coole Zeichnung Übrigens wusste ich gar nicht, dass du zeichnest.
Hab selber wieder neue Ideen für meine Zeichnungen, aber nix davon ist irgendwie gut genug, mir schwirrt zuviel Unfug in Kopf rum.
Wer will das schon sehen.
Uncoolman hat geschrieben: ↑06.09.2026, 02:32
Nicht nur die Vererbung. Sondern auch die ganze Chemie, die uns bestimmt. Das beste Beispiel sind ja Dopamine, Hormone, Drogen, Neurotransmitter, usw.. Man behauptet auch, dass uns der Bauch regiert, und zwar u.a. durch die darin enthaltene Mikroflora. Es gäbe ja keine Medikamente, die auf unser Gehirn wirken, wenn das Gehirn nicht chemisch gesteuert würde. Denn dann würden die Medikamente ja nicht wirken...
Meinst du nicht, dass wir Menschen mehr sind, als nur die Summe der chemischen Prozesse im Körper?
Man muss ja nicht daran glauben, aber wir haben eine Seele.
Das Bauchgefühl nennt man auch anders: die Intuition. Die kann natürlich Recht haben, aber auch sich irren.
Sagen wir so: Hätte ich öfter auf meine Intuition gehört, hätte ich mir die ein oder andere böse Überraschung im Leben ersparen können,
Ergo hört lieber darauf
Ganz so starr ist das doch nicht. Schau dir mal die Neuroplastizität an: Unser Gehirn formt sich durch das, was wir tun und erleben, physisch neu, das heißt, unser Geist wirkt aktiv auf die Biologie zurück. Medikamente verändern zwar die Chemie, aber sie erzeugen keine Gedanken – das ist wie eine Brille, die zwar das Sehen schärft, aber nicht entscheidet, wohin wir blicken. Und philosophisch gesehen ist das Emergenz: Aus den chemischen Teilen entsteht ein Bewusstsein, das viel mehr ist als nur seine Einzelteile.