Wie hoch ist der Erlös für Publisher beim Key-Kauf?

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El Coco Loco
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Wie hoch ist der Erlös für Publisher beim Key-Kauf?

Beitragvon El Coco Loco » 10.04.2016, 14:56

Hallo,

seit einiger Zeit frage ich mich, wieviel Geld Hersteller bzw. Publisher eigentlich bekommen wenn sich Leute einen Key aus einem durchaus legalen Keystore besorgen.

Die sind ja meist um einiges billiger als das selbe auf Steam und Co. Oder sind die Keys dort eh schon alle bezahlt und liegen jetzt halt nur noch rum?

Wenn sich da jemand ein wenig auskennt, würde mich doch sehr interessieren.

LG El Coco

Brannon
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Re: Wie hoch ist der Erlös für Publisher beim Key-Kauf?

Beitragvon Brannon » 10.04.2016, 15:37

Wie definierst du "durchaus legalen Keystore"?

Es gibt drei Arten von Keystores.

A) Humble und Co. Dort werden einige Keys vom Hersteller zur Verfügung gestellt. Ein gewisser Anteil der Marge geht halt an die Seite und die Charity. Hier kann der Gewinn sogar höher sein als dier direkte Verkauf bei Steam, da durch den Verkauf im Steamstore ungefähr 30% an Valve gehen.

B) Legale Keystores (fallen eigentlich unter A, dachte aber ich erwähne wie diese Bundles entstehen seperat) - Das ist eine Gruppe von meist großen Ketten, wie Amazon oder Gamestop, die Deals mit den Herstellern direkt gemacht haben und auf diesen Weg mit Keys versorgt werden. Jeder Hersteller wird hier separat Deals aushandeln. Rechne einfach das die Seite 30% oder weniger bekommt. Je nach Größe der Seite wohl meist um einiges weniger als Valve.)

C) "Legale" Keystores: Die meisten Keystores kaufen Keys in anderen Ländern billiger und verkaufen den Key dann hier weiter. Die Keys werden entweder legal billig gekauft (In Ungarn hab ich zum Beispiel letzten Dezember das neue Anno legal für 20 Euro gesehen, wo es hier 50 Euro gekostet hat) oder im schlimmsten Fall mit geklauten Kreditkarten. Im letzten Fall verschwindet dann dein gekauftes Spiel aus Steam. Diese Problematik hat auch dazu geführt, das Keys aus Russland hierzulande zum Beispiel oft nicht aktiviert werden können. Diese Art von Keystores sind zum Großteil nicht legal und von den Herstellern nicht gerne gesehen (In anderen Ländern sind Spiele oftmals an das durchschnittliche Einkommen angepasst und der Hersteller sieht halt nur die reduzierte Marge, von dem was er bei einem Verkauf in Mitteleuropa sehen würde). Viele Hersteller geben deshalb sogar Listen heraus, wo man kaufen kann (siehe z.B.: http://www.epicbundle.com/official-steam-reseller).

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Re: Wie hoch ist der Erlös für Publisher beim Key-Kauf?

Beitragvon kanedat » 10.04.2016, 16:21

Beim Kauf einer Grafikkarte gibt es teilweise ein Spiel gratis dazu und diesen Key/Code kann man auch über einen Key-Shop verkaufen, wenn man das Spiel loswerden will. So etwas fällt dann auch in den Bereich der Shops, die in Kategorie C genannt wurden.
Zuletzt geändert von kanedat am 10.04.2016, 16:22, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: Wie hoch ist der Erlös für Publisher beim Key-Kauf?

Beitragvon El Coco Loco » 10.04.2016, 16:22

Ja ich meinte Seiten wie gamesplanet oder mmoga, mit letzteren hatte sogar Gamestar Werbeverträge!

Als Beispiel gibts dort Deponia 4 um 13 Euro, während es bei Steam das dreifache (!) kostet.

Da kann ja für den Entwickler nicht mehr viel übrig bleiben.......

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Re: Wie hoch ist der Erlös für Publisher beim Key-Kauf?

Beitragvon axelkothe » 10.04.2016, 19:47

MMOGA gehört zur Kategorie 3, Gamesplanet zu 2 (dort kostet das Spiel ja auch 21€ und ist grad im Angebot)
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Now playing: The Wardrobe, Sandra & Woo, Pinstripe (bald), Die Säulen der Erde (bald)
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Re: Wie hoch ist der Erlös für Publisher beim Key-Kauf?

Beitragvon elfant » 10.04.2016, 23:33

El Coco Loco hat geschrieben:Ja ich meinte Seiten wie gamesplanet oder mmoga, mit letzteren hatte sogar Gamestar Werbeverträge!

Als Beispiel gibts dort Deponia 4 um 13 Euro, während es bei Steam das dreifache (!) kostet.

Da kann ja für den Entwickler nicht mehr viel übrig bleiben.......
Was sich Daedalic bei Deponia - Doomsday gedacht hat, erschließt sich mir nicht. Das Spiel gab es als Heftbeigabe der Computer Bild Spiele Platin, welche selbst nur 9,90 €uro kostet.
Worte sind die mächtigste Droge, welche die Menschheit benutzt. - Joseph Rudyard Kipling (1865 - 1936)

Bitte nicht für geistig normal ansehen. Entweder versuche ich gerade humorvoll zu sein oder der Hammer hat wieder einmal den Dachstuhl beschädigt.

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Re: Wie hoch ist der Erlös für Publisher beim Key-Kauf?

Beitragvon Brannon » 11.04.2016, 09:28

Oh meiner Sicht macht das schon Sinn. Ich versuch einfach mal meine Sicht auf den Vorgang darzulegen.

Erst einmal ist Werbung ein hoher Kostenpunkt bei der Spieleproduktion. Entweder ich kündige es früh an und muss regelmäßig das Interesse am Spiel in der Presse aufrecht erhält, oder man macht eine Großoffensive kurz vor der Veröffentlichung, was auch nicht billig ist. Nun hat man bei Adventures erst recht eine schwere Situation, da diese sich normalerweise nur in Deutschland verkaufen. Jetzt kommt die Bild mit ihren großen Finanzmitteln ins Spiel. Die CBS hat in den letzten Jahren immer mehr an Käufer verloren. Um genau zu sein mehr als 2/3. Selbst der Verkauf von vielen Vollversionen hilft dank Steamsales nicht mehr wirklich. Deponia ist aber ein Spiel, welches sich in Deutschland garantiert verkauft.

Daedalic gibt der CBS für sagen wir 100000 Ausgaben ihrer Platin Version (was glaube ich zu viel sind, da es rund 20000 mehr wären, als die CBS momentan im Monat verkaufen) Codes (nebenbei region locked für den deutschsprachigen Raum). Als Ausgleich erhält Deadalic bestimmt erst einmal eine feststehende Vergütung, mit der man planen kann. Diese dürfte auch anständig ausfallen, da für die CBS nicht der Gewinn, sondern der Werbeeffekt für die Zeitung am wichtigsten ist, während Daedelic sich den "Verkaufsausfall" bestimmt vergüten lassen hat. Gleichzeitig gibt es einen Werbeeffekt für das Spiel, da es in Zeitungsläden in ganz Deutschland zu sehen ist, Werbung durch die CBS geschaltet wird und natürlich Nachrichten über den Verkauf eines neuen Spiels in einer Spielezeitschrift berichteten.

Der eigentliche Vorteil für Deadalic ist aber noch ein anderer. Sagen wir 40000 Ausgaben der CBS verkaufen sich an den ersten beiden Tagen, da viele das Spiel probieren wollen. Obwohl die Keys speziell sind, wurden sie mit der normalen Steamversion für 50 Euro verlinkt. Durch das Freischalten wird das Spiel nun in den Listen des Steamstores gepusht und die Verkäufe dort zieht an. Nachgewiesener Weise verkaufen sich Steamspiele die es in die Hitlisten geschafft haben, im Anschluss gleich noch einmal besser. Deadalic hat glaube ich auch schon bestätigt, mit den Verkäufen im Ausland zufrieden zu sein. Der Deutsche Markt wiederum reguliert sich in den nächsten Monaten. Wer die CBS nicht gekauft hat, wird notgedrungen auf die teure Boxversion zurückgreifen. Die erscheint deshalb auch erst rund einen Monat nach der CBS, da im ersten Monat die Vielzahl der Spieler eh zur CBS Version greifen würde.

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Re: Wie hoch ist der Erlös für Publisher beim Key-Kauf?

Beitragvon Cohen » 12.04.2016, 19:14

Brannon hat geschrieben:Der eigentliche Vorteil für Deadalic ist aber noch ein anderer. Sagen wir 40000 Ausgaben der CBS verkaufen sich an den ersten beiden Tagen, da viele das Spiel probieren wollen. Obwohl die Keys speziell sind, wurden sie mit der normalen Steamversion für 50 Euro verlinkt. Durch das Freischalten wird das Spiel nun in den Listen des Steamstores gepusht und die Verkäufe dort zieht an. Nachgewiesener Weise verkaufen sich Steamspiele die es in die Hitlisten geschafft haben, im Anschluss gleich noch einmal besser. Deadalic hat glaube ich auch schon bestätigt, mit den Verkäufen im Ausland zufrieden zu sein. Der Deutsche Markt wiederum reguliert sich in den nächsten Monaten. Wer die CBS nicht gekauft hat, wird notgedrungen auf die teure Boxversion zurückgreifen. Die erscheint deshalb auch erst rund einen Monat nach der CBS, da im ersten Monat die Vielzahl der Spieler eh zur CBS Version greifen würde.
Also wenn die Steamspy-Zahlen nicht ganz daneben liegen, hat diese Strategie nicht funktioniert:
nach 6 Wochen erst 30.000 - 36.000 Verkäufe, davon über 80% der Spieler und fast 70% der Besitzer deutschsprachige Accounts (vermutlich fast alles CBS-Versionen).
Bild
Multi-Gamer: div. PCs, Switch, Oculus Rift, PSVR, PS4 Pro, Xbox One, Wii U, iPad Air, Android, Vita, 3DS, PS3, Xbox 360, Wii, PSP, DS Lite, GBA, GC, Xbox, PS2, GBC, N64, PS1, SNES, Amiga, C64, Atari VCS

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Re: Wie hoch ist der Erlös für Publisher beim Key-Kauf?

Beitragvon AT-AK-Rätsler » 13.04.2016, 20:39

Wenn es mehr Besitzer gäbe als Spieler würde ich es ja verstehen. So frei nach dem Motto, ich habe mir das Spiel gekauft, aber Spiele es noch nicht. Aber wie kommt es zu mehr Spielern als Besitzern. Ich glaube kaum, das Steam Webcamdaten auswertet und sieht, dass einige das Spiel zu zweit oder dritt spielen :)

Oder ist der deutsche Sitz von Steam in Bielefeld?
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Re: Wie hoch ist der Erlös für Publisher beim Key-Kauf?

Beitragvon Joey » 13.04.2016, 20:48

Vielleicht zählt das mehrfach, wenn jemand ein Spiel mehrfach spielt?
Behalte immer mehr Träume in deiner Seele, als die Wirklichkeit zerstören kann. (indianische Weisheit)
Ich habe keine besondere Begabung, sondern bin nur leidenschaftlich neugierig. (Albert Einstein)

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Re: Wie hoch ist der Erlös für Publisher beim Key-Kauf?

Beitragvon Brannon » 13.04.2016, 22:27

Wenn man links schaut, dann sieht man das es 32000 +/- Besitzer gibt und 28000 +/- Spieler. Ich vermute das die Werte bei den Ländern den Gesamtanteil darstellen. 63 Prozent der Spiele sind also in Deutschland gekauft, dafür haben aber die deutschen Spieler das Spiel dann auch direkt gespielt. Es gibt ja immer einen Teil von Spieler, die etwas kaufen und nicht gleich probieren.

Allgemein finde ich die 32000 Besitzer für einen vierten Teil im Adventurebreich nicht so schlecht. Was viele vergessen, ist das es ein vierter Teil ist. Wer vorher nicht die ersten Teile gekauft hat, wird von der 4 im Namen abgehalten. Sollte meine Vermutung stimmen, dann sind 40 Prozent der Verkäufe im Ausland jetzt auch nicht so schlecht. Goodbye Deponia hat so z.B. in der ersten Woche über 10000 Einheiten verkauft, was einem Rekord für Adventurespiele entsprach (http://www.pcgames.de/Goodbye-Deponia-S ... f-1093990/). Erfahrungsgemäß geht der Verkauf nach den ersten Wochen stark runter. Hochgerechnet ist da 32000 +/- im ersten Monat nicht schlecht und nicht jeder hat unbedingt das Spiel schon aktiviert, wenn er es aus der CBS hat. Weiterhin wäre die Verkaufszahl der Deponiasammlung interessant. Da dürften einige noch mit Deponia 4 zugegriffen haben und dadurch etwas die Käufe angekurbelt haben.

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Re: Wie hoch ist der Erlös für Publisher beim Key-Kauf?

Beitragvon elfant » 15.04.2016, 21:14

AT-AK-Rätsler hat geschrieben:Wenn es mehr Besitzer gäbe als Spieler würde ich es ja verstehen. So frei nach dem Motto, ich habe mir das Spiel gekauft, aber Spiele es noch nicht. Aber wie kommt es zu mehr Spielern als Besitzern. Ich glaube kaum, das Steam Webcamdaten auswertet und sieht, dass einige das Spiel zu zweit oder dritt spielen :)

Oder ist der deutsche Sitz von Steam in Bielefeld?
Ich vermute dieses Familien / Freundesharing
Brannon hat geschrieben:nicht jeder hat unbedingt das Spiel schon aktiviert, wenn er es aus der CBS hat.
Normalerweise gelten CBS Steamcodes nur einen Monat lang. Vielleicht ist es bei der Platin anders, aber allgemein sind die wir Spieler ja gut konditioniert.
Die Deponia Reihe hat sich meines Wissens insgesamt bis zum 3. Teil ungefähr 2 Millionen Einheiten verkauft. Laut Steamspy ist die Verteilung auf Steam etwa 695.000 (Teil 1) - 285.000 (Teil 2)- 274.000 (Teil 3) sowie die Collection 127.000 .
Goodbye verzeichnet dabei mit etwa 83.000 die kleinste Spielerzahl. Jetzt müsste man Sales, Bundles und so weiter abziehen, aber ich halte 30.000 bis 40.000 Vollpreiszahler schon für realistisch.
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