Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten (Daedalic)

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Cohen
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Re: Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten (Daedalic)

Beitragvon Cohen » 16.02.2012, 22:27

Joey hat geschrieben:Wird es denjenigen, die von dem Steamzwang erst mitbekommen, wenn sie die CD eingelegt haben, möglich sein, das Spiel wieder zurückzugeben, wenn sie sich eben nicht registrieren wollen, obwohl die Verpackung schon geöffnet ist?

Und ich fürchte, wenn einige wider Willen gezwungen werden, sich zu registrieren, weil sie das Spiel dann nicht mehr zurückgeben können, oder sich eben nicht registrieren wollen und das Spiel dann in die Tonne kloppen können bzw. bestenfalls mit Verlust verkaufen können...
Selbst wenn der Verkäufer das Spiel wegen der geöffneten Verpackung nicht zurücknehmen sollte... in die Tonne kloppen muss das Spiel keiner. Steam-Verweigerer werden ohne Steam-Installation auch den Code nicht versehentlich einlösen. Damit dürfte sich der Verlust bei Weiterverkauf des Codes (keine weiteren Versandkosten) oder des kompletten Spiels stark in Grenzen halten.

Die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis kann man dann als Lehrgeld verbuchen, sich die Systemanforderungen durchzulesen. ;)
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Joey
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Re: Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten (Daedalic)

Beitragvon Joey » 16.02.2012, 22:33

galador1 hat geschrieben:zu Joey befürchtung. kennt sich da jemand rechtlich aus. umtausch nur verschlossene ware steht immer. was aber wenn ich bei einem spiel mit den lizenzvertrag nicht einverstanden bin den ich vor der installation bei jedem spiel zustimmen muss? hab ich dann kein rückgaberecht? den kann ich doch vorher nicht lesen selbst wenn ich das wollte. würd mich mal interessieren
Theoretisch gesehen akzeptiert man mit dem Kauf eines Spiels die entsprechenden Bedingungen, die ja auch auf der Box irgendwo stehen müssen. Das ist ja gerade das Problem, das ich sehe. Weil etwas derartiges bei Adventures so unüblich ist und reine Adventure- bzw. PC-Adventure-Spieler das nicht erwarten. Das mag für Leute, die auch viele andere Genres spielen oder Konsolen haben, seltsam wirken, aber man rechnet einfach nicht damit, daß es jetzt derartige Verpflichtungen geben könnte.
Ich bin da kein Experte, aber ich denke, ob man das Spiel dann zurückgeben kann, hängt von der Kulanz des Verkäufers ab. Was im vorliegenden Fall das Problem mit sich bringt, daß der Verkäufer nicht wirklich sehen kann, ob das Spiel auch wirklich noch nicht registriert wurde, oder ob sich da jemand kostenlos ein Spiel holen will, das er mit einer derartigen Begründung dann einfach wieder zurück gibt.
Falls jemand aber so ein Betrüger ist, der das Spiel registriert und dann zurückgibt mit der Behauptung, er will sich nicht registrieren, bekäme der Verkäufer arge Probleme, weil er es ja an jemand anderen weiterverkaufen will und der sich dann nicht registrieren kann, weil es schon registriert wurde. Und der Depp wären in diesem Fall der zweite Kunde und vor allem der Verkäufer, der ein unbrauchbares Spiel verkauft hat und dann auf den Kosten sitzenbleibt.
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Re: Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten (Daedalic)

Beitragvon Abel » 16.02.2012, 23:12

axelkothe hat geschrieben:Jepp, hoffen wir, dass das Spiel ein Erfolg ist und dann Deponia, Harvey und dem ganzen Backkatalog die Tür öffnet. Und natürlich den zukünftigen Veröffentlichungen, die dann wieder ohne Steamzwang im Laden stehen könnten...
Sry, aber wie man es Daedalic zum Vorwurf machen kann, sich auf Steam etablieren zu wollen, finde ich gerade bei dem Bewusstsein der finanziellen Situation im Adventure-Genre nicht nachvollziehbar. DSA könnte ein Türöffner werden, damit Steam bei der nächsten Veröffentlichung nicht mehr so viel drüber nachdenkt, sondern den Titel zulässt. Ob es dann ein Zwang sein wird, ist damit noch nicht gesagt. Dass DRM auch manche Kunden abschreckt, weiß auch Daedalic. Wenn es geht, werden sie also immer versuchen sowohl auf Steam als auch ohne Steam-Zwang zu veröffentlichen, ein kompletter Verzicht auf solch eine etablierte Online-Platform wäre doch aber aus ökonomischer Sicht und am Ende auch für den Spieler (der mit weiteren Spielen dieses Entwicklers rechnen kann) schlichtweg nicht sinnvoll.

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Re: Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten (Daedalic)

Beitragvon enigma » 16.02.2012, 23:32

Was ja auch niemand gesagt hat, oder? Offensichtlich ist es nicht sinnvoll auf Steam zu verzichten. Jenseits von allen Publisher-Zwang-Argumenten finde ich es nur ebensowenig sinnvoll, die im Laden gekaufte Version des Spiels dann ebenfalls an Steam (oder sonstige online-Dienste) zu binden. Darum geht's, auch wenn vermutlich mittlerweile alle Argumente ausgetauscht sind ;)
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Re: Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten (Daedalic)

Beitragvon stundenglas » 17.02.2012, 00:11

Jenseits von allen Publisher-Zwang-Argumenten finde ich es nur ebensowenig sinnvoll, die im Laden gekaufte Version des Spiels dann ebenfalls an Steam (oder sonstige online-Dienste) zu binden.
Nun, ich denke mal das ist nur so weil es der Publisher (als Kopierschutz) fordert. Auch hoffe ich es wie axel beschrieben hat das andere Titel wieder ohne steam auskommen. Oder als Optionales Mitbringesel.

Leider werde ich wohl danna uch auf Geheimakte 3 verzichten müssen. :/

Der ganze Steam-Quatsch hat mich eigenltich dazu gebracht vorzugsweise Boxed Adventures zu kaufen. Eben weil diese als wenige Vertreter nicht ausnahmslos auf die Account-Bindung setzen. Ja und dann wurde ich wieder Adventure süchtig.

Ach jetzt hab ich noch etwas mehr als einen Monat zeit mich darüber zu ärgern.

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Re: Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten (Daedalic)

Beitragvon Kradath » 17.02.2012, 09:58

Gibt dann auf youtube "Let's play [for those that hate steam]" :mrgreen:

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Re: Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten (Daedalic)

Beitragvon Ozzie » 17.02.2012, 10:02

Momentan besitze ich 63 Spiele auf Steam, dennoch werde ich mir Satinavs Ketten erstmal nicht kaufen. Wenn ich die Entwicklungen letzter Zeit betrachte, dass man ein Spiel von UbiSoft als rechtmäßiger Besitzer schlichtweg nicht spielen kann, weil man sich nicht zu deren Server verbinden kann oder weil UbiSoft denkt es wäre ne nette Idee auf andere Server zu migrieren und dabei in Kauf zu nehmen, dass ihre Kunden ihre Spiele nicht mehr spielen können, dann werde ich vorsichtiger gegenüber voreiligen Käufen.
Mit Steam selbst hab ich auch nicht nur die besten Erfahrungen gemacht. Der Offline-Modus ist leider viel zu unzuverlässig. Oft scheint er nur zu funktionieren, wenn man in ihn gewechselt hat, solange man noch online war. Wenn man eine zuverlässige Internetverbindung nutzt, ist Steam problemlos. In anderen Fällen dagegen kann man seine Spiele nicht mehr spielen. Man muss eben Steam als internetabhängigen Service betrachten und danach den Wert für einen selbst einschätzen. Mittlerweile ist mir das aber nur noch ganz selten Vollpreis wert. Ich warte daher auf nen deutlichen Preisnachlass.

Nebenbei, ein Steam-Key ist sicherlich ein netter Bonus. Wenn man Amnesia DRM-frei über den Shop der Enwickler gekauft hat, hat man kostenlos nen Steam-Key dazu bekommen. Darüber beschweren würde ich mich nicht. Ich bin mir sicher, dass der Steam-Zwang vom Publisher herrührt, denn Deep Silver setzt bei Risen 2 genauso auf Steam, daher hat Daedalic hier sicherlich keine freie Wahl.
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Re: Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten (Daedalic)

Beitragvon elfant » 17.02.2012, 10:13

2685 hat geschrieben:Satinavs Ketten wird sich in D sicher gut verkaufen, aber ist DSA auch im Ausland so bekannt?
Dass es so viel verkauft, dass Steam allein deshalb in Zukunft bei Titeln von Daedalic zugreift, kann ich mir eigentlich nicht vorstellen.
Gut die Zeiten als man auch in den USA noch groß exportierte dürften vorbei sein, aber im europäischen Ausland ist DSA zum Teil noch ein Begriff.... Ich weiß gar nicht mehr, ob es heute noch übersetzt wird..... und die Nordlandtriologie hat sich ja auch international recht gut voerkauft.... vor rund 20 Jahren.
Ich denke als DSA - Titel wird es hauptsächlich in Deutschland verkauft werden, aber da nach den Berichten ist es ein gutes Phantasieadventure, welches auch ohne die DSA - Lizenz funktionieren würde. Jenes könnte den ausländischen Markt überzeugen..... also die 3 nicht deutschen Adventurespieler. ;)
Joey hat geschrieben:Ich bin da kein Experte, aber ich denke, ob man das Spiel dann zurückgeben kann, hängt von der Kulanz des Verkäufers ab.
Ich schrieb es schon einmal: Es ist eine Frage, ob der Kunde darüber in welcher Form informiert wurde (und im letzten Zweifel wie der Richter diese Umstände sieht). Natürlich kann ich mich, nachdem ich hier aktiv bin, nicht mehr darauf berufen.
Insgesamt ist stellt es eine überraschende Klausel der AGB des Spieles da und in diesem Punkt ist das Recht dem unerfahrenen Verbraucher recht freundlich gesinnt, aber man sollte sich nicht zu großen Dummheiten verführen lassen.
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Re: Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten (Daedalic)

Beitragvon neon » 17.02.2012, 10:24

elfant hat geschrieben: Jenes könnte den ausländischen Markt überzeugen..... also die 3 nicht deutschen Adventurespieler. ;)
So wenige sind das gar nicht. Zwar vielleicht weniger im Verhältnis zu Deutschland, das ja quasi eine Adventure-Hochburg ist, aber wenn man sich die Foren von Adventuregamers oder gameboomers ansieht, gibt es sehr rege und konstante Beteiligung. Von den Anmeldungen her (auch wenn ich nicht weiß, ob die Zahlen da stimmen), wesentlich mehr als hier bei uns.

Das Problem ist weniger das Interesse, sondern mehr die Verfügbarkeit. Viele ausländische Adventure-Spieler würden gerne mehr Adventures spielen, kommen aber nicht ran, weil es keine Retail-Versionen gibt oder Steam die Titel ablehnt und mit deutschen Versionen können sie nichts anfangen. Immer wenn in Deutschland ein neues Adventure angekündigt wird, kommt in internationalen Foren als erstes die Frage auf, ob das auch auf Steam erscheint. Oft genug passiert das dann leider nicht.

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Re: Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten (Daedalic)

Beitragvon Kradath » 17.02.2012, 10:53

Ich würde die Popularität von DSA im Ausland nicht unterschätzen. Das ist aber mehr auf die IP selbst, als auf das Pen 'n' Paper bezogen, das hat einfach schlechte Karten gegen Gygax Werk. Aber die IP ist beliebt, da sie genauso wie Witcher einfach europäisches Flair beinhaltet. Drakensang erfreut sich gerade auf Steam auch einer gewissen Beliebtheit.

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Re: Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten (Daedalic)

Beitragvon elfant » 17.02.2012, 11:23

IP? Das geistige Eigentum?
Ob man nun D&D lieber mag ist eine Geschmacksfrage, wie bei jedem Pen & Paper - Rollenspiel. Auch wen sich seit Kiesow Vorwort zu DSA 1, viel getan hat ist eine Welt mit einem so hohem Magie aufkommen nicht das meine.
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Re: Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten (Daedalic)

Beitragvon daedalic_Carsten » 17.02.2012, 11:25

Hallo Adventure-Treff Community,

ob dieser intensiven Diskussion versuche ich nochmal einige Dinge aus unserer Sicht klarzustellen. Die Hintergründe sind einfach zu kompliziert, um sie in 1-2 Sätzen zu erklären. Wo soll ich anfangen?

Die Märkte und die Art und Weise wie Computerspiele verkauft werden, haben sich in den letzten fünf Jahren rasant verändert. Eine sehr große Anzahl von Pleiten nicht nur deutscher Publisher und Entwickler, sondern weltweit, zeugen davon, dass es schwerer ist, mit Offline-Spielen Geld zu verdienen, als man das eventuell üblicherweise annimmt. Im übrigen ist es mindestens genauso schwer mit Online-Spielen Geld zu verdienen. Auch das erfordert ein hohes Maß an Erfahrung, guter Vermarktung und Content, der letztendlich von Spielen in ausreichender Weise genutzt und bezahlt werden muss. Wir haben im deutschen Markt die "Luxussituation", dass wir noch einen sehr stabilen und lukrativen Handel mit Boxenspielen haben (er ist aber auch rückläufig). Der Anteil des physischen Handels ist deutlich größer, als in jedem anderen Land der Welt (diese Aussage gilt für PC-Spiele, nicht für Konsolenspiele). Früher (noch vor fünf Jahren) konnte man bei einem in Deutschland produzierten Adventure gut 50% der geplanten Einnahmen im Ausland erzielen. Es gab starke andere Adventuremärkte wie Frankreich, Russland oder die USA. Hinzukamen Märkte, in denen zumindest ein bischen etwas ging, wie beispielsweise Polen, UK, Italien, Spanien. Heute muss man feststellen, dass nahezu alle anderen Märkte entweder tot oder nahezu unmöglich mit Boxenprodukten zu bedienen sind. Die Verkaufszahlen sind unglaublich schlecht. Lokas für Adventures lohnen sich nicht mehr. In den USA erscheinen, aufgrund einer sehr sehr selektiven Auswahl nur ganz wenige Computerspiele im normalen Boxenhandel (Madden, Sims, Starcraft 2 und - ja das wars eigentlich fast schon). Ketten wie WalMart, BestBuy, Target oder GameStop fassen Adventures einfach nicht mehr an. Nur eben in Deutschland oder vielmehr in den deutschsprachigen Ländern gilt das nicht. Hier funktioniert der Handel nach wie vor. Genau daher kommt ja auch das Zitat von Tim Schafer, dass Adentures nur noch in unserer Erinnerung, unseren Träumen und in Deutschland existieren. Und genau darum ist Steam so wichtig. Kein Land, kein Kontinent und kein Handelspartner ist in der Lage weltweit Kunden zu erreichen und so effektiv im Kern wirklich gute Spiele an interessierte Kunden zu verkaufen. Und keiner behandelt einen so fair, sofern man denn überhaupt Partner von Steam ist und sie ein Spiel selbst unterstützen. Unser Problem ist, dass alle anderen Online-Händler in der Welt zusammen nur 10-20% von dem ausmachen, was Steam bewegen kann, wenn sie ein Spiel wirklich pushen. Unsere These dabei ist, dass wir ganz fest glauben, dass z.B. Deponia sehr viel auf steam verkaufen würde, wenn es denn draufkommt. Wir werden steam das Spiel in drei Wochen auf der GDC final vorstellen. ANB und Edna Bricht Aus haben sie abgelehnt (nach dreimaliger Vorstellung) mit der Begründung, dass sie meinen, dass ihre Zielgruppe das Spiel nicht interessiert. Wir können jetzt darüber diskutieren, ob die Übersetzung nicht optimal ist, ob unsere Spiele technisch nicht immer perfekt sind. Entscheidend ist, der Auswahlprozess bei Adentures ist sehr willkürlich. Auf Steam gibt es sehr viele Adventures. Viele davon erreichen unserer Meinung nach nicht ansatzweise die Qualität z.B. eines Deponias oder Ednas. Und es gibt sogar einige Adventures, die immer wieder wie bei Adventures halt üblich über einen langen Zeitraum regelmäßig gekauft werden und Titel, die schier unglaubliche Stückzahlen auf steam verkaufen. Wenn wir einmal so einen Hit hätten, könnten wir zehn Deponias entwickeln. Also versuchen wir irgendwie zu überleben, bis es endlich klappt.

Bei Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten hat uns unser Partner Koch Media gefragt, ob wir Steamworks integrieren können, damit wir den Titel besser vermarkten können. Auch Koch Media hatte es in der Vergangenheit schwer bei Steam. Nachdem sie aber mit Dead Island einen Superhit hatten, ist es leichter geworden.

Unsere zukünftige Strategie könnte so aussehen. Wir releasen digital weltweit mit Steam und anderen Partnern und es gibt 2-3 Länder, wo wir eine Boxenversion ohne DRM verkaufen. Das ist im Prinzip der Plan für Deponia 1+2+3 und Harveys Neue Augen. Die guten Verkäufe zum Start bei Deponia werden uns wenig bringen, wenn wir den Titel nicht international ausrollen können. Dann schreiben wir am Ende eine schwarze Null und bleiben weiter abhängig von Umständen, die hohes Frustrationspotential haben. Wieso? Ganz einfach, wir haben Deponia jedem relevanten deutschen Investitons-Partner seit Spätsommer 2008 vorgestellt. Und alle haben das Spiel abgelehnt. Da waren Unternehmen dabei, die ein Adventure-Flop nach dem anderen releasen oder releast haben, uns aber mit Deponia ausgelacht haben. Dann versucht man es halt irgendwie selbst. Mit der Hilfe unseres Vertriebspartners Eurovideo konnten wir es dann schließlich beweisen. DANKE! Deponia ist der erfolgreichste Start (gemessen an den ersten zwei Verkaufswochen) einer neuen Adventuremarke in Deutschland in den letzten zehn Jahren. Der Markt ist viel schwerer und schlechter als vor fünf Jahren. Trotzdem hat das Spiel sich zum Verkaufsstart besser verkauft, als alle großen Adventurehits der letzten 10 Jahre (Black Mirror, Dreamfall, Geheimakte Tunguska, Jack Keane, Ankh, BouT, Edna, TWW usw.). Bereits nach einer Woche kann man feststellen, dass kein Partner, dem wir das Spiel angeboten haben, damit Geld verloren hätte. Ganz einfach deshalb, weil die Erstauslieferungsmenge nur im geringen Maße oder gar nicht vom Handel retourniert und damit dann auch bezahlt wird. Oft weiß man erst zwei Jahre später, ob sich ein Titel gerechnet hat. Für Adventures ist es aber wichtig, ob das Spiel sich auch über einen langen Zeitraum gut verkauft. Das ist noch nicht klar. Insbesondere bei den oben genannten Titeln gilt, dass sie allesamt erfolgreich waren, weil sie sich sehr sehr lange ordentlich verkauft haben.

Zurück zu Steam: Genauso wie es scheinbar Kunden gibt, die uns sagen, wenn wir eine Steamaktivierung haben, dann kaufen sie unsere Spiele nicht, gibt es genauso Kunden (auch in Deutschland), vor allem weltweit, die inzwischen nur noch Steam nutzen. Diese Kunden erreichen wir alternativ (außerhalb Deutschlands) gar nicht. Wir haben also die Wahl zwischen der Pest oder Kollera. Bei The Whispered World lief so einiges schief beim Steam-Release (keine Demo, falscher Preis, keine Werbung und fast ein Jahr nach dem englischen Box-Release usw.), trotzdem hat das Spiel kontinuierlich auf Steam verkauft. In einer Bundle-Verkaufsaktion letztes Jahr im September hat das Spiel in NUR ZWEI TAGEN rund 6.000 Einheiten verkauft. TWW ist ein Spiel aus unseren frühen Tagen. Ich möchte jetzt nicht darauf eingehen, warum wir wenig bis gar nichts an den Steam-Verkäufen verdienen. Was man aber sehen kann, ist dass Leute über die ganze Welt verteilt das Spiel kaufen. TWW kaufen Leute aus Indien, Skandinavien, Dubai, Südafrika, Korea, Osteuropa usw. Spieler in diesen Ländern können wir nahezu nur über Steam erreichen.

Unser Ziel ist es, dass wir einmal die Chance haben, eines unserer Spiele selbst dort zu platzieren und dann auch wie in Deutschland einfach die Chance haben mit kreativen Ideen, PR und Marketing den Abverkauf SELBST zu unterstützen. Und wenn uns das gelingt, dann werden wir dort sicher auch erfolgreich werden. Nehmen wir ein anderes Beispiel: Den französischen Film "Ziemlich beste Freunde". Er läuft im Moment mit unglaublich großen Erfolg in den deutschen Kinos und vor allem völlig überraschend für sehr viele Leute. Das ist in sofern ein guter Vergleich, weil Kinos bzw. der Verleiher den Mut hatte ihn einzukaufen. Nur wenn Steam einen unserer wirklich guten Titel mal ausprobiert und selbst ernst nimmt, dann können wir beweisen, dass es sehr viele Leute gibt, die unsere Spiele mögen. Natürlich gibt es auch Leute, auf die das nicht zutrifft. Völlig OK. Unsere Spiele sind anders (komisch).

Darum würden wir uns freuen, wenn Ihr DSA, sofern Ihr es gekauft hättet (ohne Steam) auch mit Steam kauft. Und wenn Ihr höflich die Steam-Petition unterstützt, damit man in Seattle merkt, dass es doch Leute gibt, die solche komischen Spiele haben wollen. Selbst wenn Ihr unsere Spiele nicht mögt, dann unterstützt uns trotzdem, weil Ihr damit Unternehmen wie King Art mit BouT oder Animation Arts mit ihren episodischen Eigenentwicklungen unterstützt. Und diese Firmen haben es einfach verdient, dass ihre Spiele eine internationale Chance bekommen, weil sie mit dem gleichen Herzblut Adventures entwickeln, wie wir.

Please sign: http://forums.steampowered.com/forums/s ... ?t=2502739

Beste Grüße und schönes Wochenende

Carsten Fichtelmann

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Re: Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten (Daedalic)

Beitragvon Kradath » 17.02.2012, 11:37

Schöne Worte. Und ja, bei Whispered World lief irgendwie was schief. Ich bekam erst mit, dass es dies auf Steam gibt, als es mal als Tagesdeal oder sowas erhältlich war.

Hoffen wir, dass der Release von Satinav Aufmerksamkeit erregt, dann wird sich nämlich die steamtypische Eigendynamik einsetzen.

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Re: Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten (Daedalic)

Beitragvon stundenglas » 17.02.2012, 12:48

Jene waren Worte haben mich nun doch wieder überzeugt. Habe das Spiel jetzt erneut bestellt.

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Re: Das Schwarze Auge: Satinavs Ketten (Daedalic)

Beitragvon Dreas » 17.02.2012, 13:04

daedalic_Carsten hat geschrieben:Darum würden wir uns freuen, wenn Ihr DSA, sofern Ihr es gekauft hättet (ohne Steam) auch mit Steam kauft.
Ich sehe aber, für mich, immer noch keinen Grund warum ich die Stornierung der Box rückgängig machen sollte. Bei Steamzwang kann ich auch gleich direkt bei Steam kaufen, wo von Ihr vielleicht so gar noch mehr habt. Eine Box nur um sie in den Schrank zu stellen brauch ich nicht.
Drücke Euch ganz fest die Daumen dass Ihr Deponia bei Steam plazieren könnt.


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