Anzeige
Mutropolis

Vorschau

von  Michael Stein
14.02.2021
Mutropolis

Der unabhängige Entwickler Pirita Studio arbeitet seit Längerem an seinem Comic-Adventure Mutropolis. Seit einiger Zeit ist auch Publisher Application Systems Heidelberg mit an Bord, der bereits mit Titeln wie Nelly Cootalot, Unforeseen Incidents, Lamplight City, Luna - The Shadow Dust oder The Longing die Adventure-Fahne hochhält. Mutropolis erzählt die Geschichte eines Teams von Ärchäologen im 50. Jahrhundert, welches auf der Erde nach Relikten sucht, nachdem die Menschheit vor mehreren tausend Jahren auf den Mars ausgewandert ist.

Interessanter narrativer Ansatz


Einen Rückblick zu wagen, wie Forscher nach dem Verlassen der Erde die Rückstände der irdischen Zivilisation zu interpretieren versuchen, hat durchaus seinen Reiz. Zumal die Entwickler hier einen humoristischen Ansatz gewählt haben, bei dem teils völlig falsche Rückschlüsse auf die Verwendung von alltäglichen Gegenständen unseres heutigen Lebens gezogen werden. Dadurch ergibt sich viel narratives Potenzial, zumal auch gleichzeitig noch spielekulturelle Referenzen eingestreut werden, die gleichermaßen bewusst falsch interpretiert werden. Man merkt die Hingabe der Entwickler zur Spielekultur, spürt aber auch gleichzeitig den hintergründigen Humor, der beim Schreiben eingeflossen ist. Das ergibt eine gute Mischung.

Archäologische Ausgrabungen in der Zukunft

Technisch wie gewohnt


Mutropolis ist ein klassisches Point-and-Click-Adventure mit Inventar, vereinfachter Maussteuerung und Kombinationsrätseln. In den von uns gespielten ersten beiden Akten wird nicht großartig experimentiert. Klare Aufgabenstellungen erleichtern dem Spieler den Fortschritt. Steuerung und Interface-Handhabung sind eingängig. Gut überlegte Einstellmöglichkeiten wie getrennte Lautstärkeregulierung oder die Option, Textzeilen manuell wegzuklicken, wurden hier lobenswerterweise wie selbstverständlich implementiert.

Entschuldigung, geht es hier nach Mutropolis?

Ungewöhnlicher Look


Die Figuren mit ihren dünnen Beinen und etwas schlacksigen Bewegungen kennen wir bei Application Systems Heidelberg bereits aus Unforeseen Incidents. Der grafische Stil hebt sich optisch vom Einheitsbrei ab und wirkt ästhetisch. Die Hintergründe sind zwar qualitativ unterschiedlich, ergeben aber ein ausreichend homogenes Gesamtbild. Die Hintergrundmusik ist unaufdringlich, allerdings wenig abwechslungsreich. Positiv fallen die vielen Hotspots in den Szenen sowie die ebenfalls vielen Interaktionsmöglichkeiten mit anderen Charakteren auf. Mutropolis kommt mit englischer Sprachausgabe und deutschen Untertiteln. Die eindeutig britische Vertonung geht angenehm ins Ohr, die deutsche Textübersetzung ist ebenfalls gelungen.

 

Na, was ist denn hier passiert?
Galerie
Wie sich Mutropolis nach unserem Einstieg weiter entwickelt, bleibt abzuwarten. Dass die Geschichte durchaus spannend werden kann, zeigt bereits eine Zwischensequenz nach dem ersten Akt. Es ist zu hoffen, dass sich das Rätseldesign im Laufe das Spiels noch etwas anspruchsvoller gestaltet. Auf jeden Fall liegt hier jedoch die Basis für ein gutes Adventure vor.
Wird vielleicht was