|
The Legend of Kyrandia - Book 1
Hersteller: Westwood Studios
Vertrieb: Virgin Interactive Deutschland
1992 veröffentlichte Westwood (eigentlich besser bekannt für Strategiespiele) den ersten Teil der Legend of Kyrandia Trilogie, die sich zu einem beachtlichen Erfolg im Adventuregenre entwickeln sollte. Die zuerst erschienene Diskettenversion enthielt im Gegensatz zu der hier getesteten CD-Rom Ausgabe (mit deutschen Untertiteln) noch keine Sprachausgabe.Story
Wir befinden uns im verträumten Kyrandia. Doch die Idylle trügt. Vor vielen Jahren tötete der Hofnarr Malcolm seinen König William und seine Frau, um sich selber zum Oberhaupt Kyrandias zu machen. Doch die "Royal Mystics" (also die Zauberer des Königs) fingen ihn und sperrten ihn im Schloss von Kyrandia ein. Jahre später gelingt es ihm zu fliehen und er plant, sich zu rächen. Sein erstes Opfer ist Kallak, Anführer der Zauberer. Ihn verwandelt er in Stein und verschont nur seine Augen, damit dieser den Untergang Kyrandias miterleben kann. Jetzt liegt die einzige Hoffnung auf Brandon, der bei Kallak aufgewachsen ist. Er muss den Kyragem wiederfinden, den Malcolm gestohlen hat, und selbigen besiegen. Doch darüber, wie er das anstellen soll, weiß er genau so wenig wie über seine wahre Herkunft..Das Spiel
Der Spieler verfolgt im ganzen Spiel die Taten Brandons, der sich ab und an auch in andere Lebewesen verwandelt. Seine Hauptaufgabe ist es, Gegenstände zu finden und diese richtig zu kombinieren. Außerdem muss er immer wieder Angriff von Malcolm ausweichen. Um in Kyrandia voranzukommen ist auch nötig, sich in den Wäldern und Höhlensystemen zurechtzufinden. Je weiter man im Spiel ist, desto mehr Fähigkeiten kann das Amulett ausführen, die Brandon bei verschiedenen Situationen unterstützen.Grafik & Steuerung
Die 2D-Grafik (VGA) ist handgezeichnet und ein wirklicher Genuss für das Auge. Es gibt über 100 Orte, überwiegend mit schönen Animationen versehen. Im Gegensatz dazu, kann man die Charaktere an zwei Händen abzählen. Doch auch diese sind gut animiert und können verschiedene Aktionen ausführen. Ungefähr 1/4 des Bildschirms werden vom Inventar und Optionsfeld beansprucht, der Rest steht der eigentlichen Spielgrafik zur Verfügung. Gesteuert wird Brandon in der 3. Person per Maus. Hotspots muss der Spieler selber finden und durch einfaches Klicken mit selbigen interagieren. Sound & Musik
Die Hintergrundmusik ist zwar nicht wirklich abwechslungsreich aber dennoch sehr unterhaltsam. Je nachdem, in welchem Bereich von Kyrandia man sich befindet, klingt die Musik fröhlich, traurig, geheimnisvoll,... Wie zu dieser Zeit fast üblich, wird an Soundeffekten wieder gespart. Zwar ist fast jede Aktion mit einem Sound hinterlegt, andere Hintergrundgeräusche gibt es aber bis auf ganz wenige Ausnahmen nicht. Wer das Spiel auch ohne Sprachausgabe kennt wird überrascht sein, wie viel mehr Spaß es mit selbiger macht. Zwar gibt es keine deutsche Synchronisation, doch trotzdem gewinnen Brandon & Co. eine gehörige Portion Charme mit ihrer Stimme. Außerdem kommt die Gefühlslage der jeweiligen Situation besser zur Geltung.Rätsel
Die meiste Zeit verbringt der Spieler damit, die richtigen Gegenstände zu finden und miteinander zu kombinieren. Dies ist manchmal gar nicht so einfach, da das Inventar auf zehn Gegenstände beschränkt ist. So muss man sich immer genau überlegen, welche Gegenstände man noch benötigt und welche nicht (Gegenstände können überall abgelegt und später wieder aufgenommen werden). Gelegentlich muss man Gegenstände oder Orte mit den schon freigeschalteten Funktionen des Amuletts benutzen, um weiterzukommen. Auch die Navigation durch die Wälder und Höhlen Kynderias können als Rätsel bezeichnet werden, da sie teilweise sehr groß und labyrinthartig aufgebaut sind. Um zum Beispiel das Höhlensystem zu durchqueren, ist es nötig sich selbst eine Karte zu zeichnen, da man sonst wahrscheinlich verloren wäre. Erschwerend kommt an dieser Stelle noch hinzu, dass es in der Höhle stockfinster ist und es nur alle paar Screens einmal ein paar leuchtende Beeren gibt, so dass man auch hier genau kalkulieren muss. Besonders gemein ist die Tatsache, dass man die Höhle mehrmals durchqueren muss (wegen des beschränkten Inventars). Hat man es allerdings einmal geschafft, wird es von Mal zu Mal erleichtert, da die Räume dann zum Beispiel schon beleuchtet sind. Es gibt auch einige Situationen, in denen der Spieler sterben kann (zum Beispiel wenn er von einer Schlange gebissen wird). Hier hilft nur häufiges Speichern. Unfair sind allerdings die vielen Dead Ends, die vor allem dadurch entstehen, dass man bestimmte Gegenstände noch nicht gefunden oder schon wieder abgelegt hat und man an die entsprechende Stelle nicht mehr zurückkehren kann. Dies ist sehr frustrierend und motiviert manchmal nicht unbedingt zum Weiterspielen.Fazit
The Legend of Kyrandia bietet eine interessante Hintergrundgeschichte, die es dem Spieler ermöglicht, in die Welten Kyrandias einzutauchen. Außerdem ist die Grafik sehr schön anzusehen, wer VGA Grafiken mag wird seine Freude mit dem Spiel haben. Ich hätte mir allerdings gewünscht, etwas mehr zur Geschichte von Kyrandia zu erfahren (wobei im Handbuch etwas mehr nachzulesen ist). Gut gefallen hat mir der Humor, mit der die ganze Handlung aufgefrischt wird. Während des Spielens wird man auch ganz leicht an die King's Quest Serie erinnert. Leider sind die Rätsel nicht wirklich anspruchsvoll und überwiegend schnell gelöst. Es gibt allerdings auch unlogische Rätsel und solche, die nur gelöst werden können, wenn man öfter stirbt. So muss man zum Beispiel einen Zaubertrank mischen und muss ausprobieren, ob er nun giftig ist oder doch die erwünschte Wirkung zeigt. Bei solchen Stellen muss eben oft gespeichert werden. Auch die Dead Ends, die wegen des begrenzten Inventars entstehen sind frustrierend. Die Spielzeit kann man guten Gewissens auf über 12 Stunden festsetzen. Leider wird diese Länge jedoch nur durch besagte unlogische Rätsel und das labyrinthartige Höhlensystem erreicht. Alles in allem ist dieser Klassiker aber ein guter Tipp für Adventurespieler, auch für solche, die mit Fantasyspielen sonst nicht so viel anfangen können.
Klassiker-Wertung: 7/10
        
Hans Frank
|
|




Mehr Bilder (23)
Neuere Systeme
Links
|
|