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Space Quest 1 - The Sarien Encounter (EGA)
Hersteller: Sierra
Vertrieb: Sierra
3D Adventure - so bewarb Sierra den ersten Teil der Space Quest Reihe vor knapp 20 Jahren. Was heute die Gemüter spaltet war damals nichts anderes als die Möglichkeit, eine Figur in alle Richtungen durch eine 2-Dimensionale Grafik zu bewegen. Trotzdem - die Space Quest Spiele haben Kultstatus erreicht und sind schon allein deshalb einen näheren Blick wert. Getestet wurde hier die EGA Version von 1986. Eine rundum erneuerte Neuauflage (VGA Grafik, Point & Click Steuerung, Soundblaster Sound) folgte 1991.Story
Der Spieler befindet sich als Hausmeister auf der Arcada (es besteht die Möglichkeit, am Anfang den eigenen Namen einzugeben. Lässt man dieses Feld leer, wird Roger Wilco verwendet - der eigentliche Held der Space Quest Serie), dem Raumschiff das den neuen Sternengenerator transportiert und testet, der Planeten in einen glühenden Klumpen verwandeln kann. Leider haben die Sarianer davon Wind bekommen und möchten den Sternengenerator gerne haben. Deswegen besetzen sie die Arcada und töten die ganze Besatzung. Die ganze Besatzung? Nein, ein mutiger Hausmeister hat sich in einen Abstellraum gelegt um ein Nickerchen zu halten. Als er erwacht ist es seine Aufgabe, von der Arcada zu fliehen und das Universum zu retten, indem er den Sternengenerator zerstört.Das Spiel
Hier steht also unser Hausmeister - auf einem Schiff dessen Crew tot ist, um sich herum nur Gegner. Es muss ihm gelingen, von der Arcada zu fliehen. Auf seiner Reise begegnet er bösen Monstern, Hologrammen, Säurepools - und den Blues Brothers. Space Quest 1 ist voll mit Anspielungen auf Filme (Star Trek), Bücher (Hitchhiker’s Guide to the Galaxy) und Sierra. Auf der langen Reise muss auch eine Arcade Sequenz überwunden und ein einarmiger Bandit geschlagen werden. Diese Szenen lassen sich leider nicht überspringen, man darf aber zwischenzeitlich abspeichern.Grafik
Die Grafik basiert auf der AGI Engine (Adventure Game Interpreter), welche zum Beispiel auch in King's Quest 1 oder Police Quest 1 Verwendung findet. Sie unterstützt EGA und Auflösungen bis 160x200. Die Grafik ist für damalige Verhältnisse detailliert und schön anzusehen. Sound und Musik
Auf Musik und Sounds muss man fast gänzlich verzichten. Musik gibt es nur selten in Schlüsselszenen. Dasselbe gilt für Soundeffekte. Nur ganz wenige Handlungen sind mit Soundeffekten hinterlegt. Dafür ertönt gleich am Anfang eine der wohl bekanntesten Sierra-Titelmelodien, die trotz PC-Speaker Qualität schon Ohrwurmqualität besitzt. Rätsel
Die Rätsel beschränken sich zum größten Teil auf das Kombinieren der richtigen Gegenstände. Dialoge, an denen der Spieler aktiv teilnehmen kann, sind bis auf eine Ausnahme nicht vorhanden. Die meiste Zeit ist der Spieler damit beschäftigt, nicht zu sterben. Das bedeutet nicht erschossen zu werden, nicht von einer Klippe zu fallen, nicht in Säure zu laufen, keine Laserstrahlen zu berühren, nicht zu verdursten und nicht von bösen Monstern gefressen zu werden. Wie in vielen anderen Sierra Adventures auch, kann man sehr leicht sterben. Häufiges Speichern ist deshalb unablässig. Außerdem bekommt man für richtige Handlungen Punkte. Die Punkteanzeige ist immer präsent und hilft einerseits festzustellen, wie weit man schon gekommen ist und andererseits, am Ende zu sehen wie gut man war. Es gibt 202 Punkte zu erhaschen. Zusammen mit Bonuspunkten kann man jedoch auf insgesamt 207 Punkte kommen. Eine weitere Aufgabe besteht darin, mit einer Art Gleiter über einen Planeten zu fliegen. Dies ist die schon angesprochene Arcadesequenz, die leider nicht übersprungen werden kann. Einmal muss man außerdem an einem Spielautomaten (Marke "Einarmiger Bandit") genügend Geld für ein neues Raumschiff verdienen. Diese Einlage ist allerdings sehr langweilig. Man setzt immer soviel wie möglich, hofft dass man gewinnt und speichert dann. Verliert man, lädt man solange einen alten Spielstand bis man doch einmal gewinnt. Leider sind auch Sackgassen vorhanden, was teilweise sehr frustrierend sein kann. Notfalls hilft nur, einen alten Spielstand zu laden und ein paar Szenen erneut zu spielen.Steuerung
Die Steuerung erfolgt komplett über Tastatur. Der Charakter wird mit den Pfeiltasten durch die Landschaft gesteuert. Möchte man mit einem Gegenstand interagieren, erfolgt dies über den Parser, also einer Texteingabe. Allerdings erkennt das System viele Begriffe nicht, man muss also manchmal mehrere Anläufe nehmen, bis die beabsichtigte Handlung tatsächlich auch durchgeführt wird. Fazit
Space Quest ist gemein, kurz und aus heutiger Sicht natürlich hoffnungslos veraltet. Aber es ist einer der großen Klassiker schlechthin und bietet eine spannende Story, witzigen Humor und ein paar kurzweilige Stunden Spielspaß. Erwähnenswert ist noch, dass Ken Williams zuerst gar nicht begeistert vom Konzept war. Erst als Scott Murphy und Mark Crowe (bekannt als die "Two Guys from Andromeda") eine fertige "Demo" (den Anfang des Spiels) vorlegten, willigte Williams ein.
Klassiker-Wertung: 4/10
        
Hans Frank
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