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Heart of China
Hersteller: Dynamix
Vertrieb: Sierra
1991 veröffentlichte Dynamix Heart of China für PC, Amiga und Atari, etwas später dann auch für den Mac. Es bot eine spannende Handlung, fantastische VGA Grafik und abwechslungsreiche Charaktere. Für die Entwicklung zeigte sich Jeff Tunnel (Rise of the Dragon, Mech Warrior) verantwortlich, seines Zeichens Mitbegründer von Dynamix. Auch heute hat Heart of China kaum von seinem Charme verloren. Natürlich wirkt es technisch angestaubt, ist aber nicht weniger spannend wie ein Jahrzehnt früher.Story
Wir befinden uns in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts. Kate Lomax, die Tochter eines kaltherzigen amerikanischen Großgrundbesitzers, hat ein großes Herz und möchte anderen helfen. Deshalb arbeitet sie als Krankenschwester irgendwo in den Bergen Zentralchinas. Leider wird sie vom lokalen Anführer Li Deng entführt, um mit ihre seine "Sammlung" zu bereichern. Ihr Vater, E.A. Lomax, zögert nicht lange und engagiert "Lucky" Jake Masters, ein gescheitertes Fliegerass aus dem 1. Weltkrieg, für 200.000 US-Dollar Belohnung. Ein Betrag, für den Lucky wahrscheinlich alles tun würde. Normalerweise hält er sich mit kleinen Flugaufträgen (z. B. für Touristen) über Wasser. Lomax stellt allerdings noch eine Bedingung: Für jeden Tag, den die Rettung länger dauert, werden der Belohnung 20.000 US-Dollar abgezogen. Ein weiterer Anreiz keine Zeit zu verlieren. Das Spiel
Auf seiner Reise wird Lucky vom Ninja Chi und später auch von Kate Lomax begleitet, die beide auch gesteuert werden können. Es gibt im Spiel nämlich Situationen, die nur durch Teamarbeit gelöst werden können (sog. Spielkreuzungen). Ein ganz wichtiger Punkt ist, dass Rätsel bzw. das ganze Spiel in sehr vielen verschiedenen Wegen gelöst werden können. Auch verschiedene Endsequenzen sind vorhanden. Dies beinhaltet allerdings auch, wie bei fast allen anderen Adventures, an denen Sierra zumindest beteiligt war, das man sehr leicht sterben kann. Dies ist allerdings nicht schlimm, wenn man oft genug speichert. Besonders sind auch die beiden Actioneinlagen, die Heart of China bietet. Man kann beide überspringen, ohne dass Nachteile entstehen. An die reinen Adventurefans wurde also gedacht. Allerdings ist eine Fahrt in einem Panzer des ersten Weltkriegs nicht zuletzt technisch interessant. Immerhin musste dafür extra eine kleine 3D Engine integriert werden. Wenn man das Alter des Spiels bedenkt, ist das schon erstaunlich. Und so schlägt sich Lucky nicht nur durch China, sondern quer über Asien über Katmandu (wo man eine Revolution anzettelt) und die Türkei bis nach Europa nach Paris. Grafik
Wie schon erwähnt, sieht die VGA Grafik fantastisch aus. Die Hintergründe sind alle liebevoll handgezeichnet bzw. fotografiert. Die Charaktere sind fotografiert, und das verleiht dem Spiel in Kombination mit der Handlung schon leicht das Gefühl eines Films. Auch die Zwischensequenzen bestehen aus fotografierten Standbildern. Animationen sind beim eigentlichen Spielen nur sehr spärlich vorhanden, was aber nicht schlecht ins Gesamtbild fällt. Natürlich beinhaltet das Spiel wahlweise bzw. versionsabhängig auch EGA und CGA Grafiken, die aufgrund der reduzierten Farbanzahl schlechter aussehen. Doch auch bei geringerer Qualität ist der Detailreichtum sehr hoch.Sound und Musik
Die Musik ist sehr atmosphärisch und passt sich der jeweiligen Situation an. Sie trägt sehr viel zur Spannung im Spiel bei. Soundeffekte sind auch vorhanden, stechen allerdings nicht besonders hervor. Auch hier kann man zwischen den verschiedenen Standards der damaligen Zeit wechseln, also zum Beispiel PC Speaker, Adlib oder Soundblaster.Rätsel
Die Rätsel in Heart of China sind klassisch. Man sammelt Gegenstände ein, kombiniert diese und verwendet sie dann weiter. Wichtig ist hier, das eine Charakter seine Habe auch an einen Mitspieler weitergeben kann bzw. muss (einige Rätsel sind nicht anders zu lösen). Des Weiteren darf man sich an einigen Stellen nicht von patrouillierenden Wachen erwischen lassen, sonst nimmt das Spiel ein vorzeitiges Ende. Viel Wert wurde auch auf Dialoge gelegt. Lucky ist ein Großmaul ohne Manieren. So muss man aufpassen, dass die Gesprächspartner nicht beleidigt werden. Sonst kann es schon einmal vorkommen, dass einem nicht mehr weitergeholfen wird.Steuerung
Die Steuerung erfolgt fast immer über die Maus (Point & Click). Man steuert in der Egoperspektive und kann alles direkt anklicken. Es gibt ungewöhnlich viele Sachen, die man sich nur anschauen kann oder die nur kommentiert werden, für den Spielverlauf aber eigentlich nicht wichtig sind (dadurch fühlt man sich viel mehr ins Spiel eingebunden). Rechts am unteren Bildschirmrand befindet sich das Inventar. Hier hat man die Wahl zwischen dem erweiterten Inventar (man sieht den Inhalt des Inventars und rechts die Person, mit der man gerade spielt. So kann man z. B. der Person eine Waffe in die Hand drücken) und dem einfachen Inventar, von dem aus man direkt den Inhalt ins Spielgeschehen einbinden kann. Dies ist gerade am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, wird dann aber immer praktischer. Des Weiteren kann man an manchen Stellen mit einer Waffe schießen. Dazu wählt man die Waffe aus, drückt die rechte Maustaste und zielt direkt. In den schon erwähnten Actionsequenzen hat man die Möglichkeit, Tastatur oder Maus zu verwenden. Wahlweise kann man im gesamten Spiel auch einen Joystick verwenden. Mit der Tab-Taste können alle Hotspots durchgeschaltet werden.Fazit
Heart of China bietet neben der sehr schönen Grafik eine realistische und spannende Geschichte sowie abwechslungsreiche Orte. Technisch ist es für die damalige Zeit sehr gut umgesetzt und überrascht durch seine verschiedenen Lösungswege. Dadurch ist auch gewährleistet, dass öfters hintereinander gespielt werden kann. Die Spieldauer beträgt etwa 8 Stunden, welche aber deutlich absinken würde, wenn man nicht sterben könnte. Der Schwierigkeitsgrad ist mittel. Getestet wurde die englische Vollversion auf PC mit VGA Grafik und Soundblaster Sound. Die "Color Macintosh) Version ist der PC VGA Version gleichzusetzen. Das Spiel ist auch auf Deutsch erschienen. Von mir eine ganz klare Empfehlung.
Klassiker-Wertung: 8/10
        
Hans Frank
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