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 | eature |  | | Das Geheimnis der Druiden SE Gleich zwei Neuauflagen von mehr oder weniger erfolgreichen Adventures beschert uns dtp in diesen Tagen. Eine davon ist "Das Geheimnis der Druiden - Special Edition", die unter anderem durch ein neues Soundsystem und optimierte Grafik alte und neue Fans für sich gewinnen möchte. Story Brent Halligan arbeitet als Detektiv bei Scotland Yard, einer eigentlich traditions- und ruhmreichen Polizeibehörde Englands. Brent wird von seinen Kollegen und seinem Chef aber als eher mäßiger Ermittler angesehen, nicht zuletzt wegen seiner machohaften und chaotischen Art. In einem Londoner Park wurde in den frühen Morgenstunden eine skelettierte Leiche von einem Touristen aufgefunden. Dieser Fund ist aber erst das vorläufige Ende einer ganzen Reihe von ähnlichen Taten, von der Presse als "Skelettmorde" bezeichnet. Eigentlich hatte sich Brents Kollege Lowry mit diesen Fällen beschäftigt und auch einen Verdächtigen hinter Gitter gebracht, dessen Unschuld nach dem neuesten Mord allerdings als erwiesen angesehen wird. Diesem Umstand hat Brent Halligan es zu verdanken, dass er an diesem Morgen die Fallakte von seinem Chief in die Hände gedrückt bekommt. Was zunächst nach einem relativ "normalen" Serienmord aussieht zeigt bald sein wahres Gesicht: Ein druidisches Ritual, das die Herrschaft der Druiden über die Menschheit zum Ziel hat. Das Spiel Nachdem Brent Halligan die Fallakte (die dem Spiel übrigens auch in gedruckter Form beiliegt) ausgehändigt bekommen hat, beginnt er mit der Arbeit. Beweise sichern, Zeugen vernehmen, Indizien untersuchen lassen. Während seinen Ermittlungen trifft er auf die Anthropologin Dr. Melanie Turner. Schnell ist sie in den Fall verwickelt, steht dem Detektiv zur Seite und ist auch an einigen Stellen steuerbar. Um den Grundstein für das Vorhaben der Druiden zu zerstören, reisen die beiden in die Vergangenheit. Dort werden sie allerdings nicht gerade herzlich begrüßt. Eigentlich könnte es kaum schlimmer sein: In wenigen Tagen ist ihre Hinrichtung geplant. Höchste Zeit zu handeln also... Grafik Mit "optimierter Grafik" wird für die Neuauflage dieses Spiels geworben. Davon ist nur leider nicht viel erkennbar. Die Grafik hat sich gegenüber der Originalausgabe nicht verändert. Die vorgerenderten Hintergründe sind in 2D gehalten und sehr detailreich. Sie sehen auch noch nach drei Jahren sehr ansehnlich aus und brauchen sich vor aktuellen Spielen nicht zu verstecken. Obwohl man natürlich den Ursprung der Räume erkennen kann (nämlich ein 3D-Programm), wirken sie in keiner Weise steril oder langweilig. Es gibt fast überall etwas zu entdecken und zu erforschen, an vielen Stellen sind auch sehr schöne Animationen vorhanden - eine Freude für die Augen. Anders sieht es bei den in 3D gehaltenen Spielfiguren aus. Sie sind eckig, pixelig und waren sicher schon 2001 nicht mehr auf dem aktuellen Stand der Technik (u. a. besteht Dr. Turners Busen wie in Lara Crofts frühen Jahren nur aus zwei Dreiecken). Desweiteren passen sie sich schlecht in die Hintergründe ein und scheinen manchmal nicht mit dem Boden verbunden zu sein. Die Bewegungen der Figuren wirken unecht, wenn der Protagonist anfängt zu rennen ist das schon ein Graus. Auch der Schattenwurf wirkt alles andere als realistisch (z. B. wird der Schatten zwar auf den Boden geworfen, jedoch nicht auf Kisten oder andere Gegenstände). Immer wenn das Spiel in eine Nahansicht der Charaktere wechselt, was meistens durch einen Dialog ausgelöst wird, fängt das Spiel an zu ruckeln. Der Mauszeiger ist dann schwerer zu navigieren und die Bewegungen der Figuren werden roboterartig. Ihre volle Schönheit zeigen die Charaktere erst in den Zwischensequenzen. Diese sind vorgerendert und hochaufgelöst. Jedoch sind auch hier die Unterschiede zur Erstausgabe nicht sehr groß, wenn auch deutlicher erkennbar. Sound & Musik Hier verspricht uns dtp ein "komplett neues Soundsystem". Dieses Versprechen wurde auf jeden Fall gehalten. Die Stimmen der Charaktere klingen jetzt klarer und haben mit Ausnahme von Dr. Blake die richtige Lautstärke. Die Sprecher sind sehr gut gewählt und passen bestens zu den Charakteren. Noch deutlicher sind die Änderungen bei der Hintergrundmusik zu spüren, die nun deutlich innovativer und passender ausfällt. Immerhin gibt es über 60 Minuten neue Musik, was vor allem der Atmosphäre zu Gute kommt. Steuerung Die Steuerung erfolgt komplett über die Maus. Bei Hotspots (die übrigens sehr zahlreich vertreten sind) verändert sich der Mauszeiger, damit man entweder einen Dialog anfangen, etwas nehmen oder etwas näher untersuchen kann. Per Doppelklick lässt man die Spielfigur rennen. Der Mauszeiger verändert sich außerdem in einen Pfeil, wenn man den Bildschirm in irgendeine Richtung verlassen kann. Das Inventar ist am unteren Bildschirmrand angesiedelt und klappt nur auf, wenn man mit dem Mauszeiger in die Nähe kommt. Gegenstände können direkt miteinander oder mit Hotspots im jeweiligen Raum verwendet oder untersucht werden. Die Größe ist unbegrenzt. Das Dialogsystem ist leider nicht sehr intelligent. Gespräche werden per Mehrfachauswahl geführt. Manchmal muss man Gespräche allerdings mehrmals führen, um an die gewünschten Informationen zu gelangen. Die Dialoge ändern sich dann aber nicht, man führt also meist ein fast identisches Gespräch mehrmals, was hier und da schon frustet. Die Sätze können mit der ESC Taste abgebrochen werden. Unglücklicherweise kann man mit derselbigen aber auch das ganze Gespräch abbrechen. Einmal zu oft gedrückt und man muss das Gespräch von Neuem aufnehmen oder, noch schlimmer, noch einmal von vorne beginnen. Dies ist vor allem lästig, wenn man eine Stelle mehrmals spielen muss. Rätsel Bei den Rätseln leistet Das Geheimnis der Druiden ganze Arbeit. Von Kombinations- über Schalter- bis zu Labyrinthrätseln ist alles vorhanden, was sich der geneigte Adventurespieler wünscht. Die Rätsel sind gut platziert, von leicht bis sehr schwer ist alles vertreten. Mit wenigen Ausnahmen kommt man mit Logik auch weiter. Wenn man allerdings einen Bettler betäuben und diesem dann sein Geld klauen soll, nur um zu telefonieren, fragt man sich schon, was englische Polizisten für eine Ausbildung erhalten. An ganz wenigen Stellen im Spiel ist es auch möglich, zu sterben. Diese sind allerdings so offensichtlich platziert, dass vorher abgespeichert werden kann.
Besonderheiten der Special Edition
Natürlich sind, wie bei jeder guten Special Edition, die Unterschiede zur Originalveröffentlichung nicht nur auf das Spiel an sich beschränkt. Statt drei einzelner CDs wird jetzt eine DVD benutzt, die noch einmal in einer sog. Minibox (kleine Eurobox) verpackt ist. Somit entfällt der CD-Wechsel. Um die Zugriffe auf die DVD während des Spielens zu umgehen, kann man übrigens alle RESOURCE.0xx Dateien (ca. 1,8 GB) von der DVD in den Ordner "Disk1" kopieren, den man vorher im Spielverzeichnis anlegt. Außerdem sind noch andere Beilagen auf der DVD zu finden: Demos von Black Mirror und The Westerner, Wallpapers (in verschiedenen Größen) und eine Sneak Preview von The Moment of Silence, die allerdings identisch zu der schon auf der offiziellen Website veröffentlichten ist.
Aus Alt mach Neu... Dieses Konzept geht bei der Special Edition von Das Geheimnis der Druiden nicht ganz auf. Die versprochenen Verbesserungen werden nicht konsequent umgesetzt und sind teilweise nur mit der Lupe zu finden (Dialogsystem, Grafik). Nur bei Sound und Musik sind echte Verbesserungen zu spüren. Ansonsten wartet hier ein sehr gutes Adventure auf Spieler, das mit seiner faszinierenden, spannenden Geschichte und überwiegend gut durchdachten Rätseln einige Abende an den Bildschirm fesselt. Fazit Alle, die schon die Originalausgabe des Spiels haben, können die Special Edition getrost links liegen lassen. Echte Verbesserungen sind kaum zu spüren, der Spielspaß steigt nicht erheblich. Auch an den Rätseln hat sich nichts verändert, sodass das Spiel zu schnell vorbei ist. Der Rest kann beruhigt zugreifen. Die spannende Geschichte, die interessanten Rätsel und die atmosphärische Spielgestaltung fesseln über Tage hinweg (geschätzte durchschnittliche Spieldauer: 15 Stunden). Auch wenn sich nicht jeder mit dem Gelegenheitsmacho Brent Halligan identifizieren können wird, so wachsen einem die beiden steuerbaren Charaktere doch ans Herz. Eine klare Empfehlung, wenn nach den wirklich "neuen" Adventures noch etwas Geld übrig geblieben ist.
Links
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