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Agon - The Mysterious Codex
Im September 2003 hatten die neu gegründeten Private Moon Studios aus Ungarn die erste Episode ihrer Agon-Reihe veröffentlicht. Ursprünglich sollten die 14 geplanten Episoden alle 2-3 Monate erscheinen, doch konnte der Entwickler den Rhythmus nicht lange aufrecht erhalten. Folge 2 kam noch im November 2003, Folge 3 wurde erst im September des nächsten Jahres fertig und Teil 4, The Lost Sword of Toledo, erscheint erst 2008.
In 14 Folgen um die Welt
Noch bevor die Toledo-Episode erscheint, hat der Publisher Kalypso Media die Spielesammlung „The Mysterious Codex“ nach Deutschland geholt. Diese enthält die ersten drei Episoden in Form eines einzigen Spiels. In der Summe kommen die Titel auf die Länge eines moderat bemessenen Vollpreistitels.
Agon erzählt die Geschichte von Professor Samuel Hunt, der als Kulturhistoriker am Anfang des 20. Jahrhunderts für das Britische Museum arbeitet. Ein Brief, der eines Tages auf seinem Tisch liegt, unterrichtet ihn von alten Geheimnissen, wertvollen Schätzen und verweist auf einen Gegenstand, der sich gerade im Lager des Museums befindet. Außerdem erhält Hunt eine Seite des „Codex“, einem mysteriösen Dokument aus vergangenen Zeiten. Nach seinen Entdeckungen in London ist Hunt von der Wichtigkeit der Sache überzeugt und begibt sich auf eine abenteuerliche Weltreise, um verschiedene Brettspiele und weitere Teile des Codex zu finden.
In der Auftakt-Trilogie führt ihn die Reise noch in das eisig-einsame Lappland und auf die tropische Insel Madagaskar. Im Detail sind wir in zwei Tests bereits auf die einzelnen Episoden eingegangen.
Die inneren Werte
Kurz gesagt sollte man von der Reihe nicht zu viel erwarten, für Knobelfans und Liebhaber von First-Person-Adventures ist das Abenteuer von Samuel Hunt aber durchaus einen Blick wert. Agon ist - sicher auch mangels Budget - nicht besonders aufwändig inszeniert. Die vorgerenderten Zwischensequenzen sind unspektakulär, und obwohl die Qualität der gerenderten 360-Grad-Hintergründe gut ist, mangelt es den Szenen an Leben.
Pluspunkte gibt es da schon eher bei den inneren Werten. Die glaubwürdig gestalteten alten Dokumente, von denen es jede Menge gibt, lassen das Abenteurerherz ebenso höher schlagen wie das Entschlüsseln von interessanten Codes. Immer wieder müssen verschiedene Informationen geeignet miteinander kombiniert werden, um Rätsel lösen zu können. Ein Zettel neben der Tastatur ist da Pflicht. Die Qualität des Rätseldesigns entfaltet sich aber auch erst mit der Zeit. Gerade in den ersten beiden Episoden gibt es auch noch weniger gelungene Aufgaben. Pixelhunting hat auch 2003 keinen Spaß gemacht.
Deutsche Sprache, schwere Sprache
Die deutsche Umsetzung ist leider nur mäßig gelungen. Dass die zahlreichen grafischen Texte nicht auch grafisch übersetzt wurden, ist eigentlich kein Problem. Stattdessen werden Teile der Texte beim Überfahren mit dem Mauszeiger hervorgehoben und eine deutsche Übersetzung erscheint neben dem Mauszeiger. Erscheint bei einem Text einmal keine Übersetzung, kann man davon ausgehen, dass er weder für die Lösung eines Rätsels noch für das Verstehen der Geschichte von Bedeutung ist.
Problematischer sind die deutschen Texte selbst. Der deutsche Codex klingt wesentlich weniger stimmungsvoll als das in altertümlicher Sprache gehaltene Original und immer wieder stößt man auf Ungenauigkeiten oder Fehler. Geschriebener und gesprochener Text unterscheiden sich oft und deutlich und immer wieder kommt es vor, dass keine der beiden Versionen richtig überzeugen kann. Auf Wunsch lassen sich auch die englischen Untertitel anzeigen.
Für die Sprachaufnahmen stand anscheinend mehr Geld zur Verfügung. Die Sprecher klingen professionell und leisten in der Regel ordentliche Arbeit. Lippensynchronität besteht allerdings nicht einmal ansatzweise.
Mehr war drin
So richtig gelungen wirkt die deutsche Version des Mysterious Codex leider nicht. Angefangen von einem sehr reizlosen Handbuch bis hin zur mangelhaften Übersetzung hätte man aus der Dreierbox sicher mehr machen können. Da die Sprecher gut sind und man auf Untertitel ja nicht zu achten braucht ist der Schaden am Spiel aber nicht allzu groß. Wer eine Affinität zu Ego-Adventures besitzt und die Spiele noch nicht kennt, kann hier also trotzdem zugreifen.
Links
- Screenshots
- Test von Episoden 1 & 2
- Test von Episode 3
- Agon TMC bestellen
Jan 'DasJan' Schneider
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