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Episode 1: Ice Station Santa
Wer hätte letztes Jahr zu dieser Zeit gedacht, dass nicht nur die gerade anlaufende Season 1
pünktlich im Monatstakt zu Ende gebracht wird, sondern wenig mehr als ein Jahr nach dem Auftakt
zu Telltales Sam-&-Max-Reihe schon die zweite Staffel in den Startlöchern steht? Offenbar geht
das Konzept für die Kalifornier auf, was erstaunlich ist, wenn man bedenkt, dass hier mit
Adventure-Genre, Episodenformat, Online-Distribution und Comicstil eigentlich jede Menge Zutaten
in einem Topf köcheln, die sonst auf dem Markt einen schweren Stand haben. Über messbare Details
ihres Erfolges schweigen sich die Entwickler allerdings nach wie vor aus.
Der Releaseplan für die zweite Staffel sieht ganz ähnlich aus wie vor einem Jahr. Die erste
Episode erscheint am 8. November beim Games-on-Demand-Dienst Gametap exklusiv für US-Kunden, die
Episoden zwei bis fünf (nicht sechs) kommen nach einer Verschnaufpause bis zum 10. Januar im Monatstakt. Anders
als das letzte Mal dürfen internationale Fans, insbesondere auch deutsche Spieler, schon einen Tag
nach den Gametap-Kunden loslegen, nicht erst zwei Wochen. Hierzulande geht das bunte Treiben demnach
am 9. November los.
Ho ho ho!
„Ice Station Santa“ heißt die Ouvertüre von Season 2. Da wundert es kaum, dass es diesmal um den
Weihnachtsmann geht, und zwar nicht im übertragenen Sinne, nein, Sam & Max zieht es tatsächlich
an den Nordpol, wo Santa bekanntlich die Geschenke produziert.
Doch von Anfang an. Die Geschichte beginnt, als Sam ein diabolisches Grinsen im Gesicht seines
Goldfisches ausmacht. Kaum ist eine vermeintliche Verschwörung erkannt, ist ein riesiger
Kampfroboter, der mit Vorliebe moderne Popmusik zitiert, drauf und dran, den lieb gewonnenen
Straßenzug rund um die Freelance Police in Schutt und Asche zu legen. Ein Loch, das er mit
seiner Laserwaffe in die Wand des Büros von Sam & Max schießt, offenbart einen altbekannten
Nachbarn, und nachdem im Einführungsrätsel die Zerstörungsmaschine lahmgelegt wurde, wird klar,
dass hinter dem heimtückischen Angriff auf Amerikas Exekutive kein Geringerer als der
Weihnachtsmann persönlich steht.
Bevor es weitergeht, gibt es den neuen, leicht James-Bond-esquen Vorspann zu sehen, der wie
gehabt mit Jared Emerson-Johnsons Jazz-Klängen unterlegt ist. Dass der Episodenanfang vor dem
Intro spielbar ist, ist eine der Neuerungen, die beim Spielen von Ice Station Santa ins Auge
fallen, doch bei weitem nicht die einzige.
  Alte und neue Bekannte: Die Soda Poppers und Stinky. (Mehr Bilder in der Galerie.)
Ha ha ha!
Im weiteren Spielverlauf stellt sich heraus, dass der Weihnachtsmann offenbar besessen ist
und mit einem bestimmten Exorzismus-Ritual von dem Ihr-werdet-schon-sehen-was befreit werden
muss, wobei die Suche nach den vier apokalyptischen Reitern in Spielzeugform eine Rolle spielt
und weitere, sehr, sehr abgefahrene Dinge passieren. Der Humor ist dabei auf jeden Fall
treffsicher und wird Fans der ersten Staffel kaum enttäuschen. Gutes Englisch ist dabei wie
immer Voraussetzung und für europäische Ohren dürften einige Anspielungen auf die
US-amerikanische Weihnachts-Mythologie weniger zünden als bei Einheimischen.
Auf ihrem Weg treffen Sam & Max wie üblich viele alte Bekannte, doch auch neue Figuren werden
etabliert. Mit dem Nordpol gibt es eine wirklich neue Umgebung, die Gegend um das Büro hat
sich allerdings auch deutlich verändert. Statt Sybils Raum darf man jetzt Stinkys Fischladen
betreten, Bosco hat sein Geschäft zu einer Dunkelkammer umfunktioniert. Ein guter Kompromiss,
der das notwendige Location-Recycling so angenehm wie möglich gestaltet.
Als die Hunde laufen lernten
Spielerisch ist alles beim Alten. Ice Station Santa bietet lupenreines Point & Click.
Änderungen gibt es nur in Details, so darf das obligatorische Minispiel jetzt auch per
Tastatur gesteuert werden. In Außenarealen hat Sam laufen gelernt, per Doppelklick darf
man ihn wesentlich schneller ans Ziel bringen. In den Innenszenen legt er auf diese Weise
ebenfalls einen Zahn zu, dort kommt er allerdings ohne die sperrige Laufanimation aus.
Die Rätsel bestehen aus klassischen und stets logischen Inventarspielereien zusammen mit
ein paar simplen Dialogpuzzles. Nach wie vor ist es nicht möglich, Gegenstände im Inventar
miteinander zu kombinieren, was die Komplexität der Probleme reduziert. Insgesamt legt
Season 2 wieder auf einem einfachen Niveau los, hoffentlich, um sich in späteren Episoden
dann eine Steigerung zu gönnen.
 Sam hat das Laufen gelernt. (Mehr Bilder in der Galerie.)
Greenhorns im Schnee
In besonderem Maße sieht man Ice Station Santa an, dass auch komplette Neueinsteiger in
die Welt der Computerspiele angesprochen werden sollen. Ein optionales Tutorial erklärt
anhand von einem Beispielrätsel Klick für Klick, wie ein solches Adventure bedient wird:
Interaktion mit der Umgebung, Inventar, Dialoge.
Ein weiteres neues Feature, das Einsteigern das Knobeln erleichtern soll, ist das
eingebaute Hilfesystem. In fünf Stufen darf der Spieler hier sein Bedürfnis nach Tipps
einstellen. In der höchsten Stufe deutet Max alle paar Sekunden ungefragt an, was als
Nächstes zu tun ist, in der niedrigsten Stufe sagt der knuffige Sidekick nur etwas, wenn
er angesprochen wird - also genauso wie in der ersten Staffel. Die Stufen dazwischen
regeln, wie häufig Tipps aus Max heraussprudeln. Praktischerweise darf die Einstellung
auch während des Spiels geändert werden. Es ist also durchaus möglich, das Hilfesystem
auszustellen, und, wenn man festhängt, kurzzeitig einzuschalten, um den Weg zur
Komplettlösung oder zum Forum zu sparen. Echte Genrekenner werden darauf aber kaum
zurückgreifen müssen.
Futter für die Breiten
Technisch gesehen hat sich seit letztem Jahr nur wenig geändert. Die bewährte 3D-Engine
leistet nichts Außergewöhnliches, zaubert aber eine knackbunte Comic-Welt auf die
Monitore, die mehr durch die charmante Gestaltung überzeugt als durch modernen
Grafikschnickschnack. Die moderaten Systemanforderungen werden durch Texturen und
Levelgeometrie erkauft, die hier und da recht grobschlächtig ausfallen. Die Animationen
dagegen sind rundum gelungen und passen in die durchgedrehte Comicwelt. Bei aller
Übertreibung schafft es Telltale erfreulich präzise, seinen Hauptfiguren über die Mimik
Emotionen in die Gesichter zu legen.
Stillstand herrscht in der technischen Entwicklung dann aber doch nicht. Nach vielen
Spielerprotesten unterstützt die hauseigene Engine neben den TFT-typischen 1280x1024
jetzt auch die Breitbild-Auflösungen 1280x720 und 1280x800.
Musikalisch sind Sam & Max in guter LucasArts- und Telltale-Tradition wieder ganz vorne
mit dabei. Ein jazziges Fotolabor, mysteriöse Glockenklänge am Nordpol, auch mal ein
fetzigerer Sound - die Musik in Sam & Max passt immer perfekt.
Frohe Weihnachten!
Kaum waren sie weg, schon sind Sam & Max wieder da. Dass eine neue Staffel eingeläutet
wird, ist zum einen an diversen Detailverbesserungen, zum anderen am deutlich gesenkten
Schwierigkeitsgrad zu erkennen. Die Spielzeit ist mit über drei Stunden trotzdem auf
mittlerem bis oberem Season-1-Niveau und für den sehr günstigen Preis absolut in
Ordnung.
Auch wenn das Distributionsmodell nicht jedermanns Sache ist, die knackigen
Sam-&-Max-Episoden gehören nach wie vor zum Kurzweiligsten, was das Genre zu bieten
hat. Auch wenn Humor Geschmackssache ist, zum Witzigsten gehört das Duo wohl auch. Und
wenn der paranoide Bosco bei der bloßen Erwähnung von „THEM“ panisch aufschreit, dann
verzeiht man auch die eine oder andere Matschtextur bei Nahaufnahmen. Wem Staffel eins
gefallen hat, für den ist Ice Station Santa ein Pflichtkauf. Wann eine deutsche Version
auf den Markt kommt, ist bisher nicht abzusehen.
Episode 1: Ice Station Santa
Preis/Leistung Einzelpreis: 8/10
Preis/Leistung Paketpreis: 9.5/10
Episode 2: Moai Better Blues
Nanu?! Was ist das? Sam & Max verlassen ihr Büro und müssen mit ansehen, wie Sybil von einem dreieckigen Dimensionstor quer über die Straße gejagt wird. Zum Glück weiß der paranoide Bosco, wie man solcherlei Wesenheiten Einhalt gebieten kann und nach einem Sprung durch das wabernde Portal findet sich das quirlige Duo mitten auf der Osterinsel wieder.
Pazifik statt Nordpol
So beginnt die zweite Episode der aktuellen Sam-&-Max-Staffel, die den Spieler nach dem eisigen Ausflug zum Nordpol in sonnigere Gefilde führt. Dort muss er drei Moai (die berühmten Steinköpfe) helfen, die über die Jahrhunderte angefangen haben, sich zu langweilen, und die Wächter des Vulkans davon überzeugen, dass nicht Goldfisch Mr. Spatula der Vulkangott ist, sondern Max, dem der Titel des US-Präsidenten offenbar nicht ausreicht.
Die neue Folge der 3D-Adventure-Reihe quillt wieder einmal über vor durchgeknallten Ideen. So ist die Osterinsel bevölkert von Babys, die offenbar zu viel vom ebenfalls in der Nähe stehenden Jungbrunnen genascht haben. Bei den Säuglingen handelt es sich um vermisste Personen der Zeitgeschichte, die vom Bermudadreieck erwischt wurden.
  Sommer, Sonne, tolle Typen... (Mehr Bilder in der Galerie.)
Dimensionstore statt DeSoto
Entsprechend abgefahren sind auch die Rätsel, bei denen unter anderem Miniatur-Dimensionstore eine Rolle spielen. Trotzdem sind die Hürden, die Telltale dem Spieler in den Weg legt, praktisch immer fair und innerhalb der Comic-Spielwelt logisch. Mit konsequentem Nachdenken ist immer auch ein Weiterkommen möglich. Vom Schwierigkeitsgrad her pendelt sich die neue Episode irgendwo im Mittelfeld ein, auch die Spiellänge ist - ohne Hilfefunktion - irgendwo in der Nähe der 3 Stunden anzusiedeln: Durchschnitt.
Grafisch bietet die Osterinsel zwar bunte Farben und ein stimmiges Gesamtbild, zu viele Details sollte man aber nicht erwarten. Eine Kaufempfehlung erübrigt sich, da es zwar möglich, aber nicht sehr sinnvoll ist, nur die eine Episode zu spielen. Wer auch nur ein bisschen für Comic-Adventures und den Humor der Freelance Police übrig hat, sollte ohnehin die ganze Staffel kaufen. Eine deutsche Übersetzung der anspruchsvollen englischen Texte ist bisher nicht angekündigt.
Episode 2: Moai Better Blues
Preis/Leistung Einzelpreis: 8/10
Preis/Leistung Paketpreis: 9.5/10
Episode 3: Night of the Raving Dead
Der finstere Vampir Jurgen hat sich in seinem Stuttgarter Schloss eine Technodisco eingerichtet, um dort die Zombie-Armee auszubilden, mit der er die Welt erobern möchte. Er spricht mit deutschem Akzent, hat gepiercte Brustwarzen und reimt für sein Leben gern. Das klingt dermaßen schrill, dass es der perfekte Stoff für eine neue Sam-&-Max-Episode sein sollte. Hat sich Telltale Games mit der neuen Episode Night of the Raving Dead, deren Stummfilm-Trailer schon sehr gut angekommen war, wieder einmal selbst übertroffen?
„Ach, Sam und Max!“
Leider nicht ganz. Zwar stimmen die Zutaten und allerlei wirklich witzige Ideen sind durchaus vorhanden, trotzdem will sich die Lachfrequenz nicht auf dem hohen Level einpegeln, den man sich erhoffen konnte. Besonders spaßig wird es meistens dann, wenn deutsche Begriffsfetzen und Deutschland-Klischees in den Raum geworfen werden. Leider beschränken sich Letztere zum großen Teil auf die Technoschiene, anstatt auch mal die guten alten Bayern oder die typische Bürokratie auf den Plan zu rufen.
Auch spielerisch geht es eher schwach los, erst ab der Hälfte nehmen die Rätsel Fahrt auf. Dann macht die Episode aber auch immer mehr Spaß und die relativ hohe Spiellänge stimmt dann doch versöhnlich. Immerhin spendieren die Entwickler auch eine neue Umgebung für das obligatorische DeSoto-Minispiel, das jetzt durch eine Vorortsiedlung führt, in der die Freelance Police Zombies mit Werbe-CDs bewerfen muss - ganz im Stile des Klassikers Paperboy.
 Das neue DeSoto-Spiel führt durch die Vororte. (Mehr Bilder in der Galerie.)
Ich kann tote Menschen sehen!
Optisch ist die Stuttgart-Location sehr stimmungsvoll gelungen, auch wenn man nichts von der Stadt sieht, sondern lediglich das Schloss, in dem Jurgen seine Disco eingerichtet hat. Akustisch ist Sam & Max dank der musikalischen Leitung von Jared Emerson-Johnson sowieso über alle Zweifel erhaben, auch wenn das Techno-Gescheppere geschmacklich wohl nicht jedermanns Sache ist. Das dröhnt aber auch nur in einem Raum aus den Lautsprechern.
Schön ist, dass gleich mehrere Charaktere neu eingeführt werden oder mehr Tiefe erhalten. Sibyl findet einen neuen, liebenswerten Freund und Vampir Jurgen wird sicher auch noch mal auftauchen. Bosco darf dafür seine erste Pause einlegen, sein Inconvenience Store bleibt in Folge 203 geschlossen.
Letztendlich hatte die Episode mit ihrer genialen Prämisse und dem Deutschland-Thema mehr Potenzial, als letztendlich genutzt wurde, trotzdem ist Night of the Raving Dead noch ein großer Spaß geworden. Je weiter das Spiel fortschreitet, desto besser wird es.
Episode 3: Night of the Raving Dead
Preis/Leistung Einzelpreis: 7.5/10
Preis/Leistung Paketpreis: 9/10
Episode 4: Chariots of the Dogs
„Chariots of the Gods“ ist der englische Titel des Buches, mit dem Erich von Däniken seine Karriere als UFO-Onkel begann. „Chariots of the Dogs“ heißt die zehnte Sam-&-Max-Episode von Telltale Games. Und wer anfängt, seine Spiele nach Däniken-Texten zu benennen, der kann nur eins im Sinn haben: Jetzt geht's rund! Ein riesiger Stein-Lincoln, der gegen einen gewaltaffinen Hasen das Rennen um die US-Präsidentschaft verliert? Das Internet in einem Textadventure voller knuffeliger Katzen vernichten? Ein deutscher Vampir, der seine Zombie-Armee von einer Technodisco aus kommandiert? Pah! Abgefahren geht anders...
Erinnerungen an die Zukunft
In Chariots of the Dogs begeben sich Sam & Max auf die Suche nach Bosco, der spurlos aus seiner Dunkelkammer verschwunden ist. Verantwortlich dafür sind offenbar T-H-E-M, bei deren Erwähnung der wandlungsfähige Ladenbesitzer schon seit einigen Episoden panisch zusammenzuckt. Schnell gelangen die Ermittler an Bord eines UFOs, das fliegende Hauptquartier von T-H-E-M. Dort finden sie Bosco vor, dessen Kopf jetzt auf dem Körper einer Kuh verweilt (Boscow!), sowie einen Aufzug, der Reisen durch Raum und Zeit ermöglicht.
Richtig gelesen, Reisen durch die Zeit. Um Bosco zu - im wahrsten Sinne des Wortes - alter Form zu verhelfen, müssen die beiden diverse bekannte Locations in früheren und späteren Epochen bereisen. So treffen Sam & Max in den 60ern auf Boscos Männer hassende Mutter, die im späteren Inconvenience Store ein Geschäft für Babybedarf betreibt. Hier müssen Änderungen vorgenommen werden, die dazu führen, dass Bosco wieder seinen ursprünglichen Vater bekommt.
Dabei wiederum verursachen die Ordnungshüter ärgerliche Zeitparadoxien, die sie in anderen Jahren wiedergutmachen müssen. Auch ältere und jüngere Versionen ihrer selbst treffen sie dabei, was interessante Enthüllungen mit sich bringt. Später wird dann auch die überraschende Identität von T-H-E-M geklärt, die hier aber noch nicht verraten werden soll.
  Boscos Laden 2008 und 1963... (Mehr Bilder in der Galerie.)
Zeitloser Humor
Die Sache mit den Zeitreisen ist natürlich wieder ein Trick, bestehende Räumlichkeiten wiederzuverwenden. Es ist für die Entwickler sicher weniger Aufwand, das Büro der Freelance Police aufs Jahr 2108 zu trimmen oder Stinky's auf 1980, als komplett neue Locations zu erschaffen - hiervon sind nur recht wenige zu sehen.
Ein wirkliches Problem ist das aber nicht. Wen interessieren schon die Kulissen, wenn die Ideen so aberwitzig, der Humor so pointiert und die Rätsel so originell sind wie in Chariots of the Dogs? Die neu hinzugekommene vierte Dimension eröffnet Möglichkeiten für raffinierte Kopfnüsse, die aber stets auf einem fairen Schwierigkeitsgrad bleiben. Zu allem Überfluss spendiert Telltale Games dann auch noch eine schmissige Musicalsequenz wie in der Folge Abe Lincoln Must Die, die für viele das Highlight von Season 1 war. Es wäre nicht überraschend, wenn Chariots of the Dogs dieses Privileg für Season 2 erhalten wird, denn der verrückte Zeitreisespaß gehört definitiv zu den besten Sam-&-Max-Episoden bisher.
Nur eine Warnung: Sollte es tatsächlich Spieler geben, die, anstatt das ganzen Paket zu kaufen, auf der Jagd nach einzelnen Episoden sind, diese hier eignet sich weniger gut zum Einzelkauf. Sie bildet nämlich mit dem Staffelfinale eine Doppelfolge.
Episode 4: Chariots of the Dogs
Preis/Leistung Einzelpreis: 8.5/10
Preis/Leistung Paketpreis: 10/10
Episode 5: What's New, Beelzebub?
Der Titel sagt es schon, im großen Finale von Staffel 2 kriegen es Sam & Max mit niemand Geringerem als Satan persönlich zu tun. Nach dem turbulenten Ende von Folge 204 verschlägt es das Duo in den Abwasserkanal unter ihrem Hauptquartier, der gleichzeitig das Tor zur Hölle ist. Dort wartet Harry Moleman als Fährmann in SM-Uniform und verlangt ein Token als Bezahlung für die Fahrt ins Fegefeuer. Den zu besorgen ist lediglich das Introrätsel in einer der längsten Episoden bisher.
Die rechte und die linke Hand des Teufels
Bald erreicht man die Hölle, wo wieder allerlei bekannte Gesichter auftauchen. Hugh Bliss hat zum Beispiel mit seiner Piepsestimme den perfekten Job gefunden: Er arbeitet der FCC zu, für die er alle schmutzigen Wörter überpiepst, die irgendwer irgendwo sagt. Die Hölle selbst ist eine Persiflage auf die amerikanische Unternehmenskultur, was spätestens seit dem grandiosen Trailer niemanden mehr wundern dürfte. Die Mitarbeiter sitzen in engen Cubicles und an den Wänden hängen Motivational-Poster, die die sieben Todsünden illustrieren. Die Aufgabe ist es zunächst, diverse gefangene Seelen zu befreien, doch ist die Episode mit dem Erledigen dieser Aufgabe noch längst nicht zu Ende.
Die Rätsel rangieren auf gewohnt originellem Comic-Niveau. Ihre Lösungen erfordern häufig ein ziemlich verqueres Denken, innerhalb der genauso verqueren Spielwelt wirken sie jedoch stets logisch. Wer erst nach Inanspruchnahme der mit Staffel 2 eingeführten Hilfefunktion die richtige Idee hat, dürfte dann in der Regel zugeben müssen, auch selbst auf die Lösung hätte kommen können. Trotz der eingeschränkten Möglichkeiten - nach wie vor lassen sich Inventargegenstände nicht miteinander kombinieren - zieht der Schwierigkeitsgrad zum Staffelende nochmal merklich an. Die anfänglichen Rufe, Telltales Sam & Max wäre zu leicht, dürften mit dieser Episode endgültig verstummen.
 So sieht für Telltale die Hölle aus. (Mehr Bilder in der Galerie.)
Teuflisch gut
„What's new, Beelzebub?“ ist wohl die längste Episode bisher und gesellt sich auch mühelos zu den besten. Humor, Musik, Rätsel - Telltale zeigt sich für's Finale in Topform. Die neuen Szenerien sehen für Sam-&-Max-Verhältnisse schick aus, die Zwischensequenzen sind zahlreich und die Referenzen auf frühere Episoden - und frühere Adventure-Entwickler - noch zahlreicher. Telltale beendet die zweite Sam-&-Max-Staffel würdig und zeigt der Konkurrenz eindrucksvoll, wer im Comicbereich zurzeit die Hosen anhat.
Eine dritte Sam-&-Max-Staffel ist zwar noch nicht offiziell angekündigt, es wäre aber schon eine echte Überraschung, wenn Telltale nicht weiter auf sein Zugpferd setzt. Bis dahin gibt es neues Futter in Form von „Strong Bad's Cool Game for Attractive People“, das gute Chancen hat, „Teenage Zombies: Invasion of the Alien Brain Thingys“ im Kampf um den besten Spieltitel des Jahres zu schlagen und ab Juni via WiiWare die heimischen Wohnzimmer erobert. Eine deutsche Version von Season Two könnte auch anstehen, bisher haben sich aber weder Telltale noch JoWooD dazu geäußert.
Episode 5: What's New, Beelzebub?
Preis/Leistung Einzelpreis: 8.5/10
Preis/Leistung Paketpreis: 10/10
Jan 'DasJan' Schneider
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