|
Gray Matter
Hersteller: Tonuzaba Entertainment
Nicht allzu viel hatte Jane Jensen über ihr neues Projekt „Gray Matter“
zu berichten - zumindest nicht genug für eine ausführliche Vorschau. Trotzdem wollen wir die bisher veröffentlichten Informationen natürlich niemandem vorenthalten. Die Spielautorin (u.a. „Gabriel Knight“) kam extra persönlich aus
den Staaten angereist, um ihr Spiel dem Publikum auf der Games
Convention vorzustellen, das 2003 bereits einmal angekündigt (damals
unter den Fittichen von Dreamcatcher), dann aber wieder gecancelt wurde.
  Jane Jensen präsentiert Gray Matter.
Das
Wichtigste vorweg: Gray Matter wird ein klassisches 2D
Point`n`Click-Adventure mit Maussteuerung. Als Hintergrund sollen
gerenderte Grafiken dienen, die Charakter werden in Echtzeit-3D
animiert. Ansonsten war auf der Pressekonferenz noch nicht allzu viel
von dem Spiel zu sehen. Das von Publisher dtp beauftragte ungarische
Entwicklerstudio Tonuzaba befindet sich bislang noch in der
Konzeptphase - und so beschränkte sich das verfügbare Material der
Pressekonferenz auf Artworks und einem Storyboard-Einspieler, der
gleichzeitig auch das Intro des Spiels darstellte.
Was zu sehen
war erinnert an ein klassisches Mystery-Adventure, wie man es von
Jensen gewohnt ist: Der weibliche Hauptcharakter, die Straßenkünstlerin
Samantha Everett, leidet seit längerer Zeit unter einer Pechsträhne und
zieht deswegen mit ihrem Motorrad durch Europa. An einem regnerischen
Tag wird sie durch Zufälle Assistentin eines Dr. David Styles, der seit
dem Tod seiner Ehefrau als leicht durchgeknallter Biologe in einem
alten Anwesen lebt und im späteren Spielverlauf neben Samantha
ebenfalls gesteuert werden kann. Allerdings können die beiden
Spielcharaktere nicht simultan, sondern immer nur Kapitel
für Kapitel gespielt werden – ähnlich dem Prinzip in den letzten beiden Gabriel
Knight-Teilen.
Im weiterem Spielverlauf dreht sich alles um den
Wissenschaftler und seinen „merkwürdigen“ Ideen über den menschlichen
Geist. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen wie „Was ist die Realität?“
oder „Wie nehmen wir die Welt wirklich wahr?“ und „Welche Kräfte liegen
im menschlichen Geist?“. Hierfür muss „Sam“ als eine der ersten
Aufgaben 6 Studenten als „Versuchskanninchen“ finden und in das „Dread
Hill“ Anwesen des Wissenschaftlers locken. Dort werden sie
Gehirnwellenexperimenten unterzogen. Die Idee dahinter basiert auf
einer Hypothese, nach der alleine das Visualisieren einer bestimmten
Tätigkeit das gleiche Ergebnis liefere wie die tatsächliche, physische
Handlung. Im ersten Abschnitt des Spiels dreht sich deswegen alles um
diese Versuche. Im späteren Verlauf wird Samantha allerdings auch einem
Geheimnis des Anwesens und des Neurobiologen auf die Spur kommen.
Jane
Jensen versprach dabei eine „frische Herangehensweise“ an das Thema
Mystery, das sich von den klassischen Klischees der 90er Jahre (geprägt
durch Serien wie Akte X) abheben werde. Zudem ist die Geschichte,
ähnlich wie Gabriel Knight, offen für Fortsetzungen. Gray Matter sei
zwar kein Episodenadventure, so Jensen - wenn der erste Teil aber gut
laufe wären weitere Teile durchaus denkbar.
Die Rätselkost soll
klassisch sein: Inventar- und Logikrätsel machen den größten Teil des
Adventures aus. Zusätzlich haben Sam und David noch spezielle
Fähigkeiten in Form von kleinen Minigames, die aber sehr einfach mit
Hilfe eines einblendbaren Menüs durchgeführt werden können: So kann Sam
ein paar Zauberkunststücke, während der Neurobiologe in der Lage ist,
andere in Hypnose zu versetzen.
Das Spiel soll sich definitiv an
den Massenmarkt richten. Jane Jensen betonte, dass interaktives
Erzählen lange Zeit vernachlässigt wurde, obwohl ein Markt dafür
vorhanden sei – vor allen in Europa. Der Schwierigkeitsgrad soll sich
deswegen im moderaten Rahmen halten, damit auch Einsteiger eine Chance
haben. Auf keinen Fall sollen dem Spieler gleich zu Beginn schwere
Aufgaben in den Weg gestellt werden, wie das z.B. bei Gabriel Knight
öfter der Fall war. Es würde zwar durchaus auch schwierigere Puzzles
geben, jedoch sollen diese so gut in den „Gameflow“ des Spiels
integriert werden, dass es den Spiel nicht demotiviere sondern
motiviere. Auch spielerische Hürden wie Pixelhuntings wird es in Gray
Matter nicht geben.
Das Spiel soll außerdem äußerst umfangreich
werden: „Ich kann keine einfachen Geschichten schreiben. Das liegt einfach ausserhalb meiner Fähigkeiten“ äußerte sich Jensen schmunzelnd. So soll
die Komplexität in etwa auf Gabriel Knight Niveau angesiedelt sein,
ähnlich wie die Alterszielgruppe, die mit 16+ angegeben wurde.
Tötungssequenzen des Spielcharakters soll es –wenn überhaupt- nur im
Finale geben.
Was die Linearität des Spielverlaufs betrifft
greift Jensen für Gray Matter auf das „Perlenkettenmodell“ zurück, das
bereits bei ihrem früheren Arbeitgeber Sierra üblich war: Zu Beginn
jedes Kapitels gibt es eine Reihe unterschiedlicher Aufgaben, die auch
in unterschiedlicher Reihenfolge gelöst werden können. Sind alle
Aufgaben gelöst triggert dies das Ende des Abschnitts. Gray Matter
sollte sich somit spieltechnisch an Adventures wie „Gabriel Knight 2“
oder „Phantasmagoria“ orientieren.
Zu guter Letzt noch eine gute
Nachricht für alle Freunde des Gabriel Knight Soundtracks: Wenn alles
gut geht wird wieder Robert Holmes, seines Zeichens Komponist und
Ehemann Jensens, die Musik für Gray Matter einspielen. Angepeiltes
Releasedatum für das Mysteryadventure ist nach dtp das vierte Quartal
2007.
Sebastian 'Basti007' Grünwald
|
|





Mehr Bilder (6)
Links
|
|