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Phoenix Online Studios' King's Quest: The Silver Lining hat eine lange und schwere Entwicklungszeit hinter sich. Nachdem Sierras populäre Serie nach sieben klassischen Adventures und einem Abstecher in die Gefilde des Action-RPGs 1999 zu Ende ging, übernahm Vivendi Universal die Vertriebsrechte, war jedoch an einer Fortsetzung nicht interessiert.
King's Quest ist tot, lang lebe King's Quest
Ein Jahr später setzte sich eine Gruppe von passionierten Hobby-Entwicklern trotzdem an einen neuen Teil mit dem Arbeitstitel King's Quest IX: Every Cloak Has A Silver Lining, der kurz danach einfach in The Silver Lining geändert wurde.
Anders als kostenfreie Remakes von bekannten Geschichten, Figuren und Rätseln sah Vivendi die Arbeit jedoch mehr als Urheberrechtsverletzung als einen Tribut an eine liebgewonnene Serie an, sodass der Publisher 2005 die Enwicklung untersagte. Aber aufgrund des professionellen Designs, des fortgeschrittenen Stadiums des Projektes und vor allem der moralischen Unterstützung der Fans, die neben einem kurz zuvor veröffentlichten Trailer nur Konzeptzeichnungen und Storyentwürfe kannten, konnten die Entwickler den neuen Lizenzbesitzer davon überzeugen, dass es sich bei The Silver Lining um einen würdigen Nachfolger handelte.
Des King's Quest's neuer Publisher
2008 bahnte sich das nächste Problem in Form eines neuen Publishers an: Activision und Vivendi Games fusionierten zu Activision Blizzard. Der Wechsel führte dazu, dass sich die Lizenzbedingungen änderten, Phoenix Online Studios ihre früheren Ansprechspartner in der Firma verlor und ihr Projekt gegenüber Activision verteidigen und rechtfertigen mussten.
Am 28. February 2010 geschah, was die Fans befürchtet und die Entwickler versucht hatten zu verhindern: Die Website bot keine neuen Screenshots oder Informationen über The Silver Lining, sondern verkündete, Activision hätte das Projekt einstellen lassen und Phoenix Online Studios dazu veranlasst, neues Material nicht mehr zu veröffentlichen und altes von der Seite zu entfernen.
Ende gut, alles gut
Nach mehreren Gesprächen und Verhandlungen, die unter anderem mit der digitalen Distributionspolitik des Original-King's Quest-Franchises von Activision in Konflikt gerieten, bekam The Silver Lining schließlich doch noch das grüne Licht, den Fans im Episodenformat kostenlos zur Verfügung gestellt zu werden.
Phoenix Online Studios plant, die Episoden möglichst zeitnah hintereinander mit eigenen Websites zu veröffentlichen, sodass die Wartezeit nicht allzu lang ist und die Geschichte somit vielleicht schon Ende 2010 abgeschlossen wird.
Ein Mammutprojekt in technischer und erzählerischer Hinsicht
Nicht nur die lange und von Lizenzproblemen geplage Entwicklungszeit von The Silver Lining ist für ein unabhängiges und kostenloses Fanprojekt beachtlich. Auch der erzählerische und technische Aufwand ist einzigartig: Das Skript der Gesamtstory umfasst nach eigenen Aussagen des Entwicklers 430 Seiten, über 105 Charaktere und spielt auf 6 unterschiedlichen Inseln mit über 50 verschiedenen Hintergründen. Neben einer eigenständigen 3D-Engine gibt es über 5 Stunden Sprachaufnahmen und eine Stunde In-Game und vorgerenderte Zwischensequenzen.
Episode 1: What is Decreed Must Be
Am 10. Juli 2010 erschien mit What is decreed must be nach 10 Jahren Entwicklungszeit die erste Episode des ambitionierten Fanprojekts The Silver Lining. Die Geschichte setzt einige Zeit nach dem Ende des offiziellen siebten Teils der King's-Quest-Serie ein: Die Königsfamilie von Daventry findet sich im Schloss auf der Hauptinsel der Krone der fernen Grünen Inseln ein, um den Geburtstag von Prinz Alexander und Prinzessin Rosella zu feiern.
Doch das traute Glück währt nicht lange: Während der Zeremonie werden die beiden vor den Augen der Gäste von einer in Schwarz gekleideten Gestalt mit einem Zauber in ein Koma versetzt. Der Unbekannte verschwindet ebenso schnell wie er aufgetaucht ist und hinterlässt neben den trauernden Gästen und Familienangehörigen nur einen unheilvollen Sturm, der um die Inseln wütet. Nichtsdestotrotz entschließt sich König Graham, die Abenteuer-Kappe aufzusetzen und seinen Sprösslingen zu helfen.
 Das Intro sorgt mit seinen Kamerafahrten, Unschärfeeffekten und verschiedenen Perspektiven für Filmatmosphäre. (Mehr Bilder in der Galerie.)
Vor nicht allzu langer Zeit in einem nicht allzu fernen Inselreich
Wer bislang keinen King's-Quest-Titel gespielt hat oder sich über die Geschehnisse wenig informiert hat, wird es schwer haben, der Handlung zu folgen und die Dialoge der Figuren zu begreifen. Denn Hintergrundwissen über die Beziehungen zwischen den Charakteren wird vorausgesetzt, sodass sich das Spiel klar an Fans der Serie richtet.
Die Story bedient sich aufgrund der Schauplätze vor allem beim sechsten Teil, Heir Today, Gone Tomorrow, sodass viele bekannte Gesichter wie der Hofnarr Jollo oder auch der Vogel Sing-Sing, die zuvor Prinz Alexander bei seinem Abenteuer geholfen haben, kurze Auftritte haben. Mit allen Charakteren kann Graham zwar nicht reden bzw. interagieren, dafür fügt sich die neue Geschichte gut in den von Sierra als Basis geschaffenen Handlungsverlauf ein.
Wo das Intro ähnlich der 2D-Vorgänger noch ein klassisches Märchen mit Kitsch und Pathos vermuten lässt, ändert sich dies schlagartig, wenn das Unheil über die Königsfamilie einbricht. Denn nicht nur das Wetter, sondern auch die Grundstimmung ist düsterer geworden. Die tatsächlichen Hintergründe für den Sturm und das Koma, in das Alexander und Rosella gefallen sind, muss der Spieler erst herausfinden.
Anspielungen, Hinweise, Prophezeiungen und Träume lassen ihn nur erahnen, dass etwas weitaus größeres bevorsteht. Damit ist die erste Episode erzählerisch zwar komplexer inszeniert, doch wirft sie mehr Fragen auf ohne Antworten zu liefern, was zu einem etwas wirren Einstieg führt.
Erzähl ihnen was
Die Dialoge und Erzählerpassagen sind meist gut geschrieben, was sich besonders in den detaillierten Beschreibungen von Objekten bemerkbar macht. Einige davon sind zwar nicht für das Weiterkommen notwendig, verleihen den Figuren und der Spielwelt aber mehr Tiefe.
So steht Graham beispielsweise vor Porträts im Schloss, die ihn über vergangene Ereignisse reflektieren lassen, die in der Zeit zwischen den offiziellen King's-Quest-Titeln stattgefunden haben. Oder er erinnert sich beim Betrachten eines Spiegels in seinem Zimmer an seine eigene Hochzeit.
Die Dialoge bieten die Möglichkeit, die Diskussionsthemen selbst auszuwählen, was ein Novum im Kanon der Serie ist. Viel beeinflussen kann der Spieler mit der Reihenfolge der Fragen jedoch nicht, sondern hakt ein Gesprächsthema nach dem anderen ab.
Die meiste Zeit konzentrieren sich die Texte auf für die Handlung oder Figuren relevante Informationen. Allerdings passiert es auch öfters, dass gerade die Erzählerstimme etwas ausschweifend wird und ab und zu die Situation und den Charakter nicht immer ernst nimmt. Des Öfteren wird auch schon mal das Adventure-Genre auf den Arm genommen, wenn die Spielfigur beispielsweise genau zu wissen scheint, dass in einer Truhe kein brauchbarer Gegenstand zu finden ist. Die Selbstironie entsteht gerade dadurch, dass die Erzählerstimme in Off-Kommentaren über Graham in der dritten Person spricht, was eine Distanz zwischen ihm, der Erzählerin und dem Spieler schafft. Diese narrative Metaebene steht im Kontrast zu den ernsten Gesprächen, die die Figuren miteinander führen, und geht so stellenweise in eine andere Richtung von Humor als es die klassischen King's-Quest-Spiele zuvor taten.
 Die einst farbenfrohe Welt von King's Quest präsentiert sich mit Regen, verlassenen Straßen und dunklen Gestalten von ihrer düsteren Seite.
Süßer die Fanfaren nie klingen
Die Vertonung der Texte wird von professionellen Sprechern übernommen, die sowohl gut zu ihren Rollen passen als auch die richtige Betonung finden. Einzig die pathetischen Passagen werden in einer etwas übertrieben weinerlichen Stimmlage vorgetragen. Ansonsten klingen die Dialogzeilen aller Charaktere überzeugend.
Hinzu gesellt sich ein Soundtrack, der Kinoqualität aufweist. Nicht nur verschiedene Instrumente wie Akustik-Gitarre oder Piano sind zu hören, auch ein Sprechgesang und andere Effekte fügen sich zu einer überzeugenden Musikuntermalung zusammen, die sonst eher in kommerziellen Produkten zu finden ist.
Die Musikstücke sind aber nicht einfach eine Kopie des filmischen Soundtracks von Teil 7, sondern erzeugen eine völlig andere Atmosphäre. Pompöse Fanfaren oder schwungvolle Melodien finden sich bis auf das Intro nicht. Vielmehr dominieren melancholische und unheilverkündende Töne das musikalische Spektrum. Zusammen mit dem kontinuierlichen Prasseln von Regen und dem peitschenden Wind, präsentiert sich The Silver Lining als bislang düsterster King's-Quest-Teil von allen.
Grafisches Gewand
Während die Musik und Sprachausgabe die Erwartungen an ein Fanadventure bereits übertreffen, zeigt die Grafik, dass es sich bei der Präsentation um die neue Referenz im 3D-Bereich handelt: Wettereffekte, Spiegelreflexionen, Schattenwürfe der Figuren und vor allem Lippensynchronität setzen neue Maßstäbe.
Die selbst entwickelte 3D-Engine ermöglicht es zudem, die Gespräche wie auch actionreichere Szenen dynamisch aus unterschiedlichen Kamera-Perspektiven zu zeigen, während die Gesichter der Figuren sogar Gefühlsregungen zeigen, seien es hochgezogene Augenbrauen, Lidschlag oder auch das Verziehen der Mundwinkel.
Die grafische Pracht hat allerdings ihren Preis: Ladezeiten und Ruckler dürften bei weniger gut ausgestatteten PCs nur durch das Abschalten von Details im Grafikmenü in den Griff zu bekommen sein. Zusätzlich hadert es ab und zu mit der Kamera, die bei ungünstigen Positionen der Spielfigur schon mal hin und her schwankt und so für eine kurze Desorientierung sorgt.
 Lippensynchronität und animierte Gesichtsregungen erwecken die 3D-Figuren zum Leben.
Wie ein König steuern
Mit der rechten Maustaste kann zwischen den Symbolen für Gehen, Betrachten, Nehmen, Benutzen und Reden gewechselt und mit der linken Maustaste mit Objekten oder Personen interagiert werden. Am oberen Bildschirmrand befindet sich Grahams Rucksack, der auf Knopfdruck das Inventar öffnet. Klickt der Spieler nun auf einen Gegenstand, ist dieser automatisch ausgewählt und kann direkt mit einem anderen Gegenstand oder der Umgebung verwendet werden. Praktischerweise merkt sich das Programm die letzten Objekte, die ausgewählt wurden und zeigt sie in einer kleinen Leiste oben an, sodass nicht mehr unbedingt ins Inventar gewechselt werden muss.
Die Steuerung der Spielfigur ist allerdings verbesserungswürdig. So passiert es öfters, dass Graham an einem Hindernis wie an einer Wand hängen bleibt und nicht automatisch daran vorbeigeht. Auch die langsame Laufgeschwindigkeit des Charakters lässt zu wünschen übrig. Denn so geht Graham recht lahm durch die Umgebung, was zusammen mit der fehleranfälligen Kollisionsabfrage ab und zu nerven kann.
Keine Rätsel im Inselreich
Über den Spielverlauf und das Rätseldesign gibt es leider wenig zu berichten, da sich das eine als sehr linear und das andere als nicht vorhanden herausstellt. Während am Anfang noch die Credits gezeigt werden und der Spieler Graham aktiv durch das Schloss steuern kann, gibt es wenige Gegenstände zum Aufsammeln und wenige Charaktere, mit denen er reden kann. So schwelgt der Spieler im ersten Part eher in Nostalgie, um bekannte Schauplätze und Figuren in 3D zu sehen und taucht in eine fast depressive Untergangsstimmung, in der sich die Grünen Inseln befinden. Spielerisch ist das wenig anspruchsvoll und ändert sich später auch nicht viel. Denn obwohl es ein riesiges Inventar gibt, scheint dieses wohl erst für spätere Episoden gedacht zu sein. Das Kombinieren von Objekten fehlt nämlich ebenso wie andere Rätsel. Es reicht deshalb, den richtigen Gegenstand aufzusammeln und der richtigen Person zu geben. Das mag zwar einsteigerfreundlich sein, einen guten Einblick in das Rätseldesign gewinnt der Spieler mit der ersten Episode aber nicht.
Ende gut, alles gut?
Von der grafischen, musikalischen und soundtechnischen Umsetzung kann die erste Episode von The Silver Lining auf ganzer Linie überzeugen und setzt sogar neue Maßstäbe. Allerdings stellt sich die Frage, ob sich die Phoenix Online Studios einen Gefallen damit getan haben, das Spiel in dieser Form als erstes zu veröffentlichen. Denn viel mehr als einen Teaser auf ein weitaus epischeres Erlebnis bietet die Folge nicht. Dafür entwickelt sich die Geschichte zu wenig und der Spieler hat keinen großen Handlungsspielraum. Neulinge der Serie dürften wegen der vielen fehlenden Hintergrundinformationen überfordert und Fans der Serie könnten wegen des Fehlens von Rätseln diesem Einstieg eher kritisch gegenüberstehen. Wer allerdings die Episode eher als einen Prolog versteht und seine Erwartungen in Handlungsfreiheit und Puzzledesign zurückschraubt, wird am Ende nicht enttäuscht werden und sich wünschen, die nächste Folge so schnell wie möglich spielen zu können. Denn Potenzial für ein erzählerisch komplexes und spannendes King's Quest hat What is decreed must be mit seiner düsteren Atmosphäre auf jeden Fall.
Episode 1: What is Decreed Must Be
Episoden-Wertung: 3/5
Episode 2: Two Households
Mit Two Households erscheint die zweite Episode des Fanadventure-Projekts The Silver Lining der Phoenix Online Studios und bietet neben einigen Detailverbesserungen und einer Weiterentwicklung der Story nun auch einige Rätsel.
Drei Zutaten musst du finden
Während sich Prinz Alexander und Prinzessin Rosella immer noch nach einem Zauberspruch in einem Koma befinden, begibt sich König Graham auf die Suche nach drei Zutaten für einen Zaubertrank, der ihnen helfen soll. Dabei findet er auch heraus, dass auf anderen Inseln seltsame Dinge geschehen, die vermutlich mit dem Auftauchen von zwei uralten rivalisierenden Geheimbünden zu tun haben.
 Anhand einer Check-Liste sieht der Spieler,welche Zutaten Graham für das Brauen des Zaubertranks benötigt (Mehr Bilder in der Galerie.)
Storytelling in kleinen Portionen
Die Haupthandlung mit der Beschaffung der Zutaten für den Trank ist weniger spannend als die merkwürdigen Geschehnisse auf den Inseln. Informationen werden nur häppchenweise vermittelt, sodass die größeren Zusammenhänge weitgehend im Dunkeln bleiben.
Diese Art des Storytellings mag für eine tägliche oder wöchentliche TV-Serie funktionieren, aber nach einer längeren Wartepause von fast drei Monaten ist die Entwicklung der Geschichte dann doch ein bisschen wenig, da Graham während der kurzen Spielzeit von zwei Stunden wenig Fortschritte beim Aufdecken des Geheimnisses macht.
Drei Inseln mit Bergen und Geschichten
Etwas besser gelungen als das zähe Erzähltempo und das etwas wirre Storytelling ist das Setting: Denn gab es in der ersten Episode bis auf die Island of Crown und die Island of The Sacred Mountain nur sehr wenige Orte, die betreten werden konnten, so gibt es nun die Möglichkeit, mit einem Schiff die Island of Wonder zu betreten. Die Karte, auf der diese per Mausklick angesteuert werden können, versprechen zwar noch einige weitere Schauplätze, aber diese haben sich die Entwickler für weitere Episoden aufgespart.
Wer die klassischen King's-Quest-Teile gespielt hat, wird sich über ein Wiedersehen mit alten Bekannten freuen. Mit ihnen können Dialoge geführt werden und darüber hinaus sind sie auch in das Puzzledesign eingebunden, sodass sie nicht nur bloßer Fan-Service sind. Auch einige optionale Textauszüge aus Buchbänden sowie an einer Pinnwand hängende Zeitungsausschnitte tragen dazu bei, dass die Inselreiche ihre eigenen kleinen Mythologien bekommen.
Neben Anspielungen auf Märchen und Sagen finden sich auch Verweise auf die Spieleschmiede Sierra. Obwohl diese mitunter teilweise etwas aufgesetzt wirken, ist die Liebe zum Detail nicht zu übersehen, sodass sich das Erkunden der Schauplätze auch außerhalb des linearen Spielablaufs lohnt.
 Wie in den Sierra-Klassikern gibt es wieder einige Anspielungen auf Märchen-Klassiker, die wunderschön illustriert sind
Reden schwingen
Die Dialoge sind im Großen und Ganzen gut geschrieben, soweit der Spieler gewillt ist, ein gewisses Maß an Kitsch und Pathos zu akzeptieren. König Graham lässt es sich nämlich nicht nehmen, seine Lebensweisheiten dem einen oder anderen Charakter zu erzählen. Viele der Dialoge sind für das Weiterkommen zwar nicht notwendig, schaffen es aber teilweise, den Charakteren etwas mehr Eigenleben zu geben als es die klassischen King's-Quest-Teile taten.
Die stellenweise ironischen Bemerkungen der Erzählerin, die vielleicht nicht jeden Geschmack treffen, können neuerdings durch eine Funktion im Optionsmenü in einer kürzeren Fassung angehört bzw. gelesen werden. An den bisweilen etwas längeren Gesprächen ändert diese zuschaltbare Option aber nichts.
Präsentation erfolgreich und Technik fast ausgereift
Grafisch und soundtechnisch bewegt sich die zweite Episode auf gewohnt hohem Niveau. Die Sprecher sind bei den meisten Charakteren gut gewählt, während die Musik sich der Situation und den Kulissen anpasst. Die Hintergrundgrafik ist farbenfroher als die erste Episode, was sich auch auf die Wettereffekte und Animationen von Wasser bemerkbar macht. Den Sturm gibt es nicht mehr, dafür aber schön animierte Wolken, die am blauen Firmament vorbeiziehen sowie gelungene Wellenanimationen im Meer.
Genauso gut wird das Fantasy-Flair der Original-Spiele gut in die 3D-Umgebung übertragen: Besonders die neu hinzugekommene Island of Wonder verspricht einen hohen Wiedererkennungswert bei den Figuren und Ortschaften.
Einzig bei der Qualität der Sprachaufnahmen gibt es ab und zu Tonprobleme, und die Lippensynchronität, welche in der ersten Episode noch sehr gut funktionierte, hat auch an einigen Stellen ein paar Aussetzer.
Die Steuerung wiederum hat einige sinnvolle Änderungen erfahren: So ist es nun möglich, mithilfe eines Doppelklicks der linken Maustaste oder bei gedrückter Shift-Taste Graham laufen zu lassen. Diese technischen Verbesserungen zusammen mit weiteren neuen Optionen (wie die Größe der Untertitel-Schriftart zu bestimmen) übertragen sich im Übrigen auch auf die erste Episode, die noch einmal mitinstalliert wird. Unverändert bleiben jedoch weiterhin immer noch einige Kollisionsabfrage-Probleme, die zusammen mit der manchmal etwas zu schnell drehenden Kamera nerven können.
 Die Liebe zum Detail ist auch bei den Schauplätzen zu erkennen, welche gut die Atmosphäre der alten Spiele einfangen
Rätsel vorhanden
Der größte Kritikpunkt der ersten Episode waren die fehlenden Rätsel. Viele Knobelaufgaben gibt es dieses Mal zwar auch nicht, dafür sind sie aber recht originell und gut in die Handlung eingebunden. Der Schwierigkeitsgrad ist aufgrund der wenigen Kombinationsmöglichkeiten im Inventar in der Regel als leicht einzustufen. Ganz so einfach wird es dem Spieler aufgrund einer gewissen Nicht-Linearität dann aber doch nicht gemacht, denn die Geschichte erstreckt sich über drei Inseln, auf der die Aufgaben teils in unterschiedlicher Reihenfolge erledigt werden können. Die Lösungen sind dabei oft einfallsreich, was die geringe Anzahl der Rätsel zwar nicht komplett ausgleicht, aber zumindest nicht den Eindruck erweckt, dass sie willkürlich eingestreut wurden.
Größtenteils eine gelungene Fortsetzung
Die Phoenix Online Studios liefern mit der zweiten Episode von The Silver Lining ein etwas längeres und technisch verbessertes Spiel ab, auch wenn das Gameplay weiterhin mehr Wert auf Storytelling als auf viele Rätsel legt. In den Bereichen Sound und Grafik bleibt das Spiel weiterhin für 3D-Fanadventures konkurrenzlos.
Trotzdem muss sich Two Households den Vorwurf gefallen lassen, den von den Entwicklern versprochenen Mehrwert an Story und Rätseln nur teilweise zu erfüllen. Episode 2 bietet anders als die erste Episode, die mehr als Prolog diente, zwar mehr spielerischen Wert, lässt aber ebenfalls ähnlich wie der Teaser zu einem großen Film etwas Substanz vermissen und erweckt beim Spieler den Eindruck, in der knappen Spielzeit nicht allzu weit in der Geschichte vorangekommen zu sein.
Es ist zu hoffen, dass die späteren Episoden neben einer gelungenen Präsentation vor allem spielerisch und storytechnisch etwas mehr Tiefe bieten.
Episode 2: Two Households
Episoden-Wertung: 3/5
Sascha 'nufafitc' Pongratz
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