Adventure-Treff






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The Case of Charles Dexter Ward
anadventure-Test 7.11.2009

The Dead City

Hersteller: NiHiLiS Games
Das 2005 von Nihilis entwickelte First-Person-Adventure The Dead City versetzt den Spieler in die Rolle eines erfolglosen Horror-Roman-Autors, der aus einer Nervenheilanstalt entlassen wird, nachdem er den Mord an seiner Freundin verkraften musste. Dabei kommt er dem wahren Täter auf die Spur, der noch weitere junge Frauen auf dem Gewissen hat.

Don't do drugs

Die Geschichte der Mördersuche ist zwar nicht neu, motiviert zu Anfang aber. Die Morphinabhängigkeit des Protagonisten dürfte nicht für jeden Spieler etwas sein, verleiht ihm aber ein bisschen mehr Persönlichkeit. Traumsequenzen führen dazu, dass sich der Spieler nicht so sicher ist, was Realität, Fiktion oder Wahnsinn ist. Leider wechselt die zuerst recht spannende Geschichte zu schnell ins Übernatürliche und verliert mit ihren religiösen Anspielungen an Glaubwürdigkeit.

Das gestörte Sprachsystem

Insgesamt präsentiert sich das Spiel von der Thematik und Umsetzung als erwachsen, vielleicht sogar zu sehr. Die vielen Kraftausdrücke in den englischen Dialogen mit übertriebenem Slang und der aggressiven Grundhaltung der Spielfigur sorgen nicht gerade für Sympathie, was ebenso für die wenigen Nichtspieler-Charaktere gilt. Ihnen fehlen, wie der Hauptfigur, markante Merkmale im Verhalten oder in den Dialogen. Sie bleiben, wie die Geschichte, oberflächlich, was eine Distanz zum Spieler schafft.

Defizite in der Sehkraft sind nicht ausgeschlossen

Grafisch bietet der Titel schön gezeichnete Hintergründe und ein paar Licht- und Wettereffekte. Die Gesichter der Charaktere sind überarbeitete Fotos, die aber nicht negativ auffallen und sich gut in den Hintergrund einfügen. Das Problem ist vielmehr, dass sich nichts bewegt. Alles wirkt statisch, da es keine Animationen gibt. Selbst Handlungen der Figuren werden nur im Text beschrieben. Dramatik kommt durch fehlende Filmsequenzen nicht auf. Wenn einem Charakter etwas passiert, wird er einfach ausgeblendet und im Textfeld kann man dann nachlesen, was geschieht. Erwähnenswert sind die wirklich gut gezeichneten Comicsequenzen, die stilistisch an Max Payne erinnern.

Ich höre was, was du nicht siehst

Soundeffekte sind spärlich eingesetzt, was sowohl negative als auch positive Auswirkungen hat. Das Prasseln des Regens und andere kleine Geräusche lassen die Kulissen weniger statisch wirken als sie von der Grafik präsentiert werden. Wenn es allerdings dramatisch werden soll, scheitert das Spiel, wie bei der Grafik, daran, dass die Soundeffekte nicht wirklich deutlich machen, was passiert. Die Musik mit ihren Pianoeinlagen hingegen passt sehr gut in die Szenerie. Auf Sprachausgabe wurde verzichtet.

Arzt empfiehlt, das Gehirn durchzuspülen

Die Rätsel sind klassisch und unspektakulär. Sie sind logisch aufgebaut und aufgrund der wenigen Schauplätze leicht zu lösen. Die Hotspots stechen zwar nicht aus der Hintergrundgrafik heraus, aber bei den fehlenden Details fällt dies nicht unbedingt negativ auf. Es gibt einige Dialoge, die zum Weiterkommen nötig sind. Freiheit in der Auswahl der Antworten oder Fragen hat man nicht. Dafür kann man nicht sterben, und die Steuerung geht leicht von der Hand. Orientierungsprobleme durch Perspektivenwechsel oder labyrinthartige Gänge wie bei manchen First-Person-Adventures gibt es nicht.

Fazit

The Dead City ist mit Sicherheit kein schlechtes Spiel. Die Grafiken sind zwar statisch, setzen die tristen Schauplätze mit dem Zusammenspiel von guter Musik und einigen Soundeffekten aber gelungen um. Leider bleiben die Charaktere schablonenhaft und die Story zu unausgewogen. Ein Gefühl der Leere, Trostlosigkeit und Depression im Spieler mit stimmigen Hintergrundbildern zu erwecken schafft der Titel. Selbst einige poetische Dialogpassagen und Beschreibungen in den Texten unterstützen die Atmosphäre. Vielleicht wäre ein Textadventure, das sich mehr Zeit für die Dialoge, Charaktere und Story lässt, fruchtbarer gewesen. So ist es nur bedingt empfehlenswert.


Mehr Bilder (17)
Pro und Kontra
+ Musik, Soundeffekte
+ Hintergrundbilder
+ Comicsequenzen
+ Logische Rätsel
- Verworrene Story
- Wenig interessante Charaktere
- Statische Grafik
- Etwas übertriebener Gebrauch von Kraftausdrücken und Slang

Eigenschaften
Spiellänge:
1 Stunde

Sprachen:
Englisch


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Infos

Die Wertung
OOOOO
2/5 - Mäßig
Technik:
OO-
2/3
Inhalt:
OO-
1/3
Features:
OO-
1/3


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