Adventure-Treff






Adventure-Treff
anadventure-Test 7.11.2009

Ben There, Dan That!

Hersteller: Zombie Cow Studios
Inzwischen hat das britische Entwicklerteam mit dem klangvollen Namen Zombie Cow Studios den Nachfolger zu Ben There, Dan That! veröffentlicht. Time Gentleman, Please! ist nicht mehr kostenlos und wird hier nur deshalb erwähnt, da es im Vorspann die komplette Handlung von Ben There, Dan That! in Kurzform zeigt. Wer also vor hat, beide Spiele zu spielen, sollte mit dem hier getesteten Freeware-Adventure aus dem Jahre 2008 beginnen.

Echte Freunde, echte Probleme

Ben und sein Kumpel Dan leben in einer WG in London. Ihre Affinität zu Adventure-Spielen lässt sich daran erahnen, dass die Wände und Fenster des Wohnzimmers mit diversen Adventure-Postern behangen sind. Im Augenblick besteht ihr größtes Problem jedoch darin, den Fernseher in Gang zu bekommen, um nicht die nächste Episode ihrer Lieblingsserie Magnum PI zu verpassen – schließlich könnte Thomas Sullivan Magnum ja wieder den Ferrari seines Gönners geschrottet haben.
Nun, eigentlich beginnt das Spiel zwei Wochen früher. Dan ist unter nicht weiter erwähnten Umständen ums Leben gekommen und befindet sich mit Ben im Dschungel. Dieser hat jedoch bereits einen Plan, wie er seinen Mitbewohner zurück ins Leben holen kann – und sei es nur aus dem Grund, dass Dan ein hervorragender Betätiger von Lichtschaltern ist. Man findet Zombie-Dan befestigt an einem Gummihuhn mit Umlenkrolle in der Mitte vor, wie er an einem unglaublich langen Stück Zwirn, dessen anderes Ende an einer Kadaver-Wiederbelebungs-Anlage befestigt ist, über einer bodenlosen Schlucht hängt. Die Aufgabe ist klar: Man muss Zombie-Dan stark genug beschleunigen, damit sein Kadaver die Anlage erreicht, in der er wiederbelebt werden kann.

Humor ist Geschmackssache

An diesem Beispiel lässt sich bereits die Art des Humors erkennen, den Ben There, Dan That! verfolgt. Das Spiel kann grob zwischen Sam & Max (vor allem das Hinterherlaufen von Sidekick Dan erinnert an Max) und South Park (so fallen beispielsweise des Öfteren Kraftausdrücke) eingeordnet werden. Häufig werden auch Klischees verarbeitet, wie zum Beispiel jenes des kitschliebenden US-Amerikaners, dessen Bier eine seichte Plörre ist. Humor ist die klare Stärke des Spiels, was jedoch auf der anderen Seite bedeutet, dass diejenigen, die dieser Art von Humor wenig abgewinnen können, vermutlich auch wenig Spaß am Spiel haben werden.

Was wird gespielt?

Es gibt zahlreiche, vor allem klassische Inventarrätsel; diese sind allesamt logisch und häufig komisch. Der Schwierigkeitsgrad ist eher niedrig, ab und an kann man die Lösung eines Rätsels schon früh erahnen. Positiv fällt auf, dass man diese Rätsel dann auch direkt lösen kann, ohne dass man erst andere Aktionen durchführen muss. Andererseits ist das Spiel relativ linear aufgebaut, sodass man Schauplätze eher selten mehrmals besuchen muss. Sollte man trotzdem einmal nicht weiterkommen, kann man im sehr guten spoilerfreien Hint-Through nachlesen. Dieser ist ebenfalls humorvoll geschrieben, sodass sich ein Blick in ihn auch lohnen kann, wenn man das Spiel ohne Hilfe gelöst hat.

Viel Text, wenig Laut

Das Spiel enthält einige, aber nicht zu viele Anspielungen auf klassische Adventures. Es gibt über ein Dutzend, meist sehr abgefahrene Charaktere zu treffen, mit denen längere Gespräche möglich sind. Da die meisten Aktionen auch kommentiert werden, ergibt sich ein sehr textlastiges Spiel. Wem das nicht gefällt, kann die Texte weiterklicken, dadurch gehen allerdings viele Witze verloren und die Spielzeit von etwa drei Stunden sinkt deutlich. Eine Sprachausgabe wäre hier ein nettes Feature gewesen.
Die Technik hinkt generell etwas hinterher. Die Hintergrundmusik ist zwar schön, jedoch nicht häufig zu hören. Die Grafik ist zwar in einem einheitlichen Stil, abwechslungsreich und gefällig, dafür jedoch einfach und wenig detailliert; Animationen bestehen überwiegend nur aus ein oder zwei zusätzlichen Frames. Als Engine wird das bewährte AGS eingesetzt, entsprechend gibt es wenig Probleme. Bugs oder Dead-Ends sind während des Tests nicht aufgefallen, sieht man von äußerst seltenen Problemen bei der Wegfindung ab.
Die Inspiration durch Sam & Max zeigt sich auch in der Steuerung, so wird mit der rechten Maustaste die Aktion gewechselt und mit der linken Taste ausgeführt. Ab und zu kann es passieren, dass man eine Aktion zu weit klickt, was das häufige Rechtsklicken nicht weniger nervig macht. Man kann zwar die Tastatur zur Abkürzung benutzen, da die Tasten aber recht verteilt sind (z.B. W für Walk to und U für Use), ist auch das keine große Erleichterung.

Fazit

Das Spiel lebt von seinem Humor, doch dabei geht es derb zu. Wem Sam & Max nicht weit genug ging, wer mit Nonsense statt tiefgründiger, realistischer Story leben kann, wem es nichts ausmacht, seinen Weg in einem Adventure mit Leichen zu pflastern, und wer bei niedrigen Auflösungen und ruckeligen Animationen nicht davonrennt, der sollte sich dieses Spiel anschauen. Gefällt einem der Humor, ist dieses Adventure Pflicht.


Mehr Bilder (5)
Pro und Kontra
+ Ben & Dan
+ Eigener Stil
+ Unverbrauchter Humor...
- ...der allerdings Geschmackssache ist
- Einfache Technik

Eigenschaften
Spiellänge:
3 Stunden

Sprachen:
Englisch

Altersempfehlung:
16 Jahre


Download

Infos

Die Wertung
OOOOO
4/5 - Sehr gut
Technik:
OO-
1/3
Inhalt:
OO-
3/3
Features:
OO-
1/3


 
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