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Wir meinen: Bei Daedalic zelebriert man das klassische 2D-Comicadventure wie nirgendwo sonst. Wie bereits Edna Bricht Aus verzichtet The Whispered World (Test) komplett auf 3D-Elemente und anderen modernen Schnickschnack und konzentriert sich auf das Wesentliche. Das ist auf den ersten Blick die wunderschöne Comicgrafik samt aufwändig handanimierter Spielfiguren und auf den zweiten Blick die tiefgründige Märchenwelt mit ihren Charakteren, die man nicht sofort wieder vermisst.
Engster Verfolger ist für uns The Book of Unwritten Tales (Test): Schon auf der Games Convention 2008 konnte die Präsentation des uns bis dato unbekannten Entwicklers überzeugen, herausgekommen ist eine ausgesprochen lange, aber niemals langweilige Hommage auf alles, was Rollenspiel oder Adventure ist. Das Spiel bietet klassisches Gameplay, eine technisch einwandfreie Umsetzung und ist optisch wie akustisch ein Genuss.

Wir meinen: The Whispered World (Test) zeichnete die originellste Fantasy-Welt, die wir seit langem in einem Adventure gesehen haben. Sie lebt insbesondere durch die faszinierenden und überzeugend geschriebenen Charaktere, allen voran der traurige Clown Sadwick, dessen erstaunliche Reise wir in dieser Kategorie mit der Auszeichnung belohnen.
Dahinter landete in unserer Abstimmung Machinarium (Test), mit dem die Samorost-Entwickler sich zum ersten Mal an einem "großen" Spiel versucht haben. Das Ergebnis ist absolut gelungen, und die zahlreichen Roboter in der industriellen Maschinenwelt entwickeln trotz ihrer Sprachlosigkeit doch alle ihren eigenen Charakter.

Wir meinen: Amanita Design konnte in Machinarium (Test) nicht nur eine fantasievolle Welt erschaffen, sondern legte auch auch ein außergewöhnliches Talent im Rätseldesign an den Tag. Statt öden Standard-Schieberätseln gibt es intelligent gestaltete Knobelaufgaben und gelungene Spielereien mit dem Interface. Der dehn- und stauchbare Hauptcharakter steht auch selbst im Mittelpunkt vieler spannender Aufgaben.
Deutlich klassischer geht es in Ceville (Test) zu, das wir auf dem zweiten Platz sehen. Statt Logikaufgaben stehen hier die guten alten Inventarrätsel im Mittelpunkt - und die sind nicht nur zahlreich, sondern auch oft außerordentlich originell. Schade, dass das Entwicklerteam sich vom Genre abgewendet hat.

Wir meinen: Eine besonders schwere Kategorie, denn akustisch und besonders optisch gab es lange nicht so viele Highlights wie 2009. An der Spitze landete redaktionsintern The Book of Unwritten Tales (Test), das mit einem klasse Soundtrack, überragender Sprachausgabe sowie Hintergründen, die zwar überwiegend gerendert sind, aber doch wie liebevoll gezeichnete Szenarien aussehen, auf voller Linie überzeugt.
Knapp dahinter positionierte sich The Whispered World (Test) mit den atemberaubenden Comic-Szenen von Marco Hüllen und den unzähligen Animationen, die Frame für Frame am Zeichenbrett entstanden sind. Platz drei geht an Runaway - A Twist of Fate (Test), das Pendulo-typisch auch wieder liebevoll gestaltete und ansprechend zusammengesetzte Szenen mit butterweichen Animationen präsentiert.

Wir meinen: Hier war die Entscheidung eindeutig: Machinarium (Test) konnte das Konzept des Flash-Adventures so weit führen, dass daraus ein erfolgreiches Retail-Produkt wird. Die ungewöhnlichen Fähigkeiten der Hauptfigur, die faszinierende Grafik, der höchst ungewöhnliche Mix an Spielelementen. Dieser Preis geht an Amanita Design.

Wir meinen: Grauenvoll sah Ceville (Test) aus, als wir Mitte 2007 direkt beim Entwickler die ersten Szenen begutachten konnten. Die Qualität steigerte sich zwar sichtbar, doch dass am Ende ein richtig gutes 3D-Comic-Adventure herauskam, war eine echte Überraschung. Im Nachhinein ist es durchaus beeindruckend, wie sehr die Entwickler das Spiel noch verbessern konnten.
Ein Flash-Game im Handel? Es war schon mutig von Daedalic, einen so ungewöhnlichen Titel wie Machinarium (Test) in den Handel zu bringen. Doch am Ende war es die richtige Entscheidung, denn Machinarium ist so viel mehr als ein einfaches Samorost.

Wir meinen: Knobelfreunde durften sich 2009 bereits in das zweite Abenteuer des klugen Professors stürzen. Professor Layton und die Schatulle der Pandora bietet wie schon der erste Teil zahlreiche Rätsel in allen Schwierigkeitsgraden und wandelt dabei bekannte Ideen immer wieder auf interessante Weise ab. Eingebettet ist das ganze wieder in eine unterhaltsame Geschichte mit intelligenten Wendungen.
Auch Platz 2 geht an ein Spiel für eine Nintendo-Konsole: Another Code: R - Die Suche nach der verborgenen Erinnerung (Test) für Wii vertieft das auf dem DS gestartete Another-Code-Universum mit einer komplexen Story und interessanten Charakteren.

Wir meinen: Im vergangenen Jahr gab es gleich mehrere nennenswerte Comebacks. Baphomets Fluch - The Director's Cut (Test) holte George Stobbart und Nicole Collard zurück auf die Bildfläche. Dabei ging es den Entwicklern nicht bloß um eine 1:1-Portierung, mit zahlreichen neuen Spielelementen, Rätseln und sogar ganzen neuen Szenen, die sich gut in das bekannte Spiel einfügen, würdigte man das erste Baphomets Fluch mit einer äußerst gelungenen Special Edition für Wii und DS. Inzwischen darf man es auch auf dem iPhone spielen, die lange erwartete PC-Version steht in den Startlöchern.
Ebenfalls eine äußerst gelungene Rückkehr feierte Guybrush Threepwood mit The Secret of Monkey Island - Special Edition (Test). Obwohl die Entwickler mit neu eingespieltem Soundtrack und frischer Grafik jede Menge zusätzlichen Content produziert haben, darf man im Spiel jederzeit auf die klassische Ansicht umschalten, in der man das Ur-Monkey-Island "wie früher" genießen kann.

Wir meinen: Unter den deutschsprachigen nichtkommerziellen Titeln stach 2009 ein Titel deutlich aus der Masse heraus: Patrimonium (Homepage). Das Mammutprojekt wurde nach jahrelanger Arbeit fertig gestellt und überzeugt in allen Bereichen mit außergewöhnlich hoher Qualität.

Wir meinen: Schade, schade, schade. Nachdem House of Tales mit so gelungenen Titeln wie The Moment of Silence und Overclocked überzeugen konnte, waren die Erwartungen an 15 Days (Test) hoch. Und so enttäuschte die Kunstraub-Story, die praktisch in allen Bereichen schwächelte, auf ganzer Linie. Ob die Marke nach der Umsiedlung der Firma nach Hannover und dem Weggang wesentlicher Mitarbeiter nochmal zu alter Qualität zurückfinden kann - wir wissen es nicht.
Ebenfalls enttäuschend war Still Life 2 (Test). War der erste Teil noch ein weitgehend hervorragender Thriller mit intensiven Bildern, konnte die Fortsetzung mit mäßiger 3D-Grafik und ohne Original-Autoren nicht mehr so recht überzeugen. Ärgerlich, dass nie die ursprünglich geplante Fortsetzung umgesetzt wurde.

 

 
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