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dventure des Jahres

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Ergebnisse der Redaktion


Wir meinen: Overclocked (Test) mag seine Schwächen gehabt haben, konnte aber 10 Stunden an den Bildschirm fesseln, ohne dabei langweilig zu werden. Die ungewöhnlich erzählte Geschichte war, wie man es von House of Tales kennt, sehr gut geschrieben und ausgearbeitet. Overclocked ist ein erwachsenes Adventure, das ernste Themen anreißt, und seine Spieler nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt. Der frustfreie Spielfluss war House of Tales allerdings merklich wichtiger als ein spannendes Rätseldesign: Overclocked ist fast schon ein interaktiver Film, der Knobel-Freaks kaum zufriedenstellen kann.
Die waren besser bei Jack Keane (Test) aufgehoben. Das klassische Comicadventure im 3D-Look bot jede Menge Rätsel, eine abgefahrene Story und für das Genre eine schicke Echtzeitgrafik. Deck13 hat den Titel parallel zu seiner Ankh-Reihe entwickelt und konnte mit dem Ausflug ins Reich der Seefahrer neue Fans gewinnen. Auch in unserer Leserbefragung war Jack Keane der schärfste Konkurrent für Overclocked in der Kategorie "Bestes Adventure 2007".

Wir meinen: Klarer Fall: Die Geschichte von Overclocked (Test) ist die stärkste des letzten Jahres. Der Psychiater Dave McNamara versetzt sich in chronologisch umgekehrter Reihenfolge in die Erinnerungen von fünf Patienten mit Gedächtnisverlust und lernt dabei, zusammen mit dem Spieler, was den Personen wirklich zugestoßen ist. Der Hauptakteur, der sich mit verschiedenen Aspekten des Themas "Gewalt" auseinandersetzen muss, ist dabei so glaubwürdig wie vielschichtig.

Wir meinen: Hier war das Ergebnis weniger eindeutig. Sieger war letztendlich Sam & Max: Season One (Test). Die Sammlung von sechs Episoden erlaubt es dem Spieler zwar nicht einmal, verschiedene Gegenstände im Inventar zu kombinieren, trotzdem tischt Telltale Games hier einen vielseitigen Mix aus verschiedenen Aufgaben auf, die mindestens so abgedreht sind wie damals bei LucasArts. Dabei bleiben die Puzzles fast immer fair und logisch. Eine echte Leistung der Spieldesigner.
Das Verfolgerfeld war eng: Nostradamus - Die letzte Prophezeiung (Test) punktete mit einem vielfältigen Inventarsystem und spannenden Knobeleien im Tagebuch. Jack Keane (Test) blieb dagegen ganz klassisch und konfrontierte den Spieler mit vielen interessanten Aufgaben nach dem Schema klassischer LucasArts-Titel.

Wir meinen: Overclocked (Test) mag keine Referenz in Sachen Rendergrafik sein, doch war das regnerische New York äußerst stimmungsvoll in Szene gesetzt. Viele Szenen wurden durch großflächige Animationen belebt und die zahlreichen Zwischensequenzen brachten Filmatmosphäre ins Spiel. Auch die Musik passte hervorragend ins Geschehen.
Genau wie Overclocked war auch Sam & Max: Season One (Test) keine grafische Referenz, doch ist die 3D-Reihe so straff durchinszeniert wie kein zweites Adventure 2007. Die bunten Figuren bewegen sich absolut überzeugend und können sehr subtil eine Fülle von Emotionen an den Mann bringen. So dynamisch müssen 3D-Adventures sein, da kann manch ein hüftsteifer Kollege noch etwas lernen.

Wir meinen: Ob Penumbra - Im Halbschatten (Test) ein Adventure ist oder nicht, darüber lässt sich vielleicht streiten. Jedenfalls geht es bei dem ungewöhnlichen Titel nicht darum, blindwütig auf Monster einzudreschen, sondern darum, direkte Konfrontationen zu vermeiden. Dazu konnte man von dem realistischen Physiksystem Gebrauch machen. Bei all der Innovation verwundert es kaum, dass Penumbra aus einem Independent-Projekt hervorgegangen ist, nur wenige etablierte Schmieden wagen sich an dermaßen ungewöhnliche Konzepte.
Beim "Deutschen Entwicklerpreis 2007" konnte Overclocked (Test) einen Innovationspreis abstauben, nicht zuletzt zur Verwunderung von Entwickler Martin Ganteföhr. Spielerisch bedient sich der Titel in der Tat hauptsächlich an Klassikern, doch die Erzählstruktur macht Overclocked durchaus zu etwas Besonderem. Sich chronologisch in anderer Leute Erinnerungen zurückzuarbeiten ist schon alles andere als alltäglich, deswegen hat der Titel sich auch bei uns eine lobende Erwähnung in der Innovations-Kategorie verdient.

Wir meinen: Immer wieder passiert es, dass aus Hobbyprojekten professionelle Spiele werden, die ein Publisher in die Läden stellt. Zu hoch darf man bei solchen Titeln die Erwartungen normalerweise nicht schrauben, auch wenn die Pro-Kopf-Leistung oft beachtlich ist. Penumbra - Im Halbschatten (Test) überraschte uns dann aber doch: Aus der Physik- und Grafikdemo wurde ein erstaunlich intensives Spielerlebnis, das Spielern einen Schauer über den Rücken jagte. Innovatives Rätseldesign dank realistischer Physik, ein ziemlich hoher Gruselfaktor und richtig gute 3D-Optik machten Penumbra für uns zum Überraschungshit 2007.
Dahinter: Dead Reefs (Test), an das eher wenig Hoffnungen geknüpft waren. Was Streko Graphics dann aber auf den Markt gebracht hat, war spannend, hübsch und atmosphärisch.

Wir meinen: Runaway 2 ist zwar auf dem PC nicht der Meilenstein gewesen, den man erhofft hatte - auf dem NDS beeindruckt die Portierung jedoch mit einer herausragenden Technik: Der Stylus wird dabei nicht nur für Point & Click genutzt, sondern auch zum Vergrößern des Bildausschnitts. Runaway 2 sieht auf dem DS damit verdammt detailliert aus. Selbst auf die liebevollen Videosequenzen muss man auf dem 100 MHz schwachen Handheld nicht verzichten. Damit hat Entwickler Cyanide bewiesen, dass auch aufwändige Präsentationen auf dem DS möglich sind!
Lobende Erwähnungen gibt es für zwei Titel, die ohne PC-Version direkt für den Nintendo-Handheld konzipiert wurden. Phoenix Wright: Ace Attorney - Justice for All führt das Erfolgsrezept des Vorgängers gekonnt weiter und macht trotz einfältigem Konzept wieder viel Spaß, Hotel Dusk: Room 215 (Test) führt mit gelungenem Steuerungskonzept und stilvoller Grafik durch das besagte Hotel.

Wir meinen: Black Mirror war so ein schönes Spiel, dass man sich fragen muss, was mit Future Games los ist. Reprobates (Test) war jedenfalls meilenweit vom Referenztitel des tschechischen Entwicklers entfernt.

 

 
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