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dventure des Jahres |
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>> Ergebnisse der Leserbefragung
Wir meinen:
Geheimakte Tunguska (Test) war 2006 das kompletteste Spiel. So manche Komfortfunktion hat den
Spielfluss geschmeidig gehalten, die Hintergründe waren mit viel Liebe zum Detail gerendert und
angemessen belebt und die Figuren fügten sich in das Spielgeschehen ein. Pixelhunting gehörte in
dem Spiel aus deutscher Produktion der Vergangenheit an, Laufwege waren dank blitzschneller
Doppelklick-Funktion kein Problem. Die meisten Rätsel waren originell und erinnerten stellenweise
an die alte LucasArts-Schule. Auch die Engine Marke Eigenbau hinterließ einen sehr guten
Eindruck.
Natürlich war Tunguska nicht perfekt. Geschichte und Dialoge hätten hier und da etwas mehr Pepp
vertragen können und für den Soundtrack sollte man beim Nachfolger ein deutlich größeres Budget
einplanen. Auch das Verfolgerfeld, bestehend aus Runaway 2 (Test) und Dreamfall (Test), hatte
jedoch seine Schwachstellen und so bleibt das Debüt-Adventure von Animation Arts und Fusionsphere
Systems für uns das beste Adventure 2006. |
Wir meinen:
Die Skepsis war groß. Würde das spielerisch weichgespülte 3D-Adventure Dreamfall (Test) ein würdiger Nachfolger
zum genialen The Longest Journey sein können? Von den Rätseln her sicher nicht, die komplexe,
bildreiche Geschichte, meisterlich erzählt von Ragnar Tornquist, hat das aber mit bravour geschafft.
Die Welt von Stark und Arkadia ist die Heimat von starken Charakteren und konnte sich in unserer
internen Abstimmung mit Höchstnoten an die Spitze setzen.
Mit einer lobenden Erwähnung muss sich deshalb Sam & Max: Culture Shock (Test) zufrieden
geben. Hier sind es hauptsächlich die beiden markigen Titelhelden und die messerscharfen Dialoge,
die die Autoren ihren Figuren andichten, die erwähnenswert sind. Diese Spielwelt ist witzig, zynisch,
einfach herrlich - auch ohne epische Rahmenhandlung. |
Wir meinen:
Anders als bei der Spielwelt war das Rennen beim Rätseldesign nicht so eindeutig. Durchsetzen konnte
sich bei uns Geheimakte Tunguska (Test). Zwar gibt es auch hier den ein oder anderen Aussetzer, gerade
gegen Ende, insgesamt machen die äußerst zahlreichen Knobeleien aber einen sehr guten Eindruck. Manche
kritisierten zwar die mangelhafte realitätstauglichkeit mancher Erfindungen, uns zog dafür deren
von LucasArts inspirierte Verrücktheit in den Bann. Der Mauszeiger verhindert zudem langweilige
Probier-Orgien.
Eine gesonderte Erwähnung hat sich daneben Das Letzte Ritual: In Memoriam 2 (Test) verdient. Über unzählige
Seiten haben die Designer hier teuflisch vertrackte Puzzles entwickelt, die eine ordentliche Portion
Internet-Recherche mit logischen Herausforderungen, Suchspielen und ein wenig Geschicklichkeit vermengen.
Im Zusammenspiel ergeben diese ein genial konstruiertes Ganzes, das den Spieler durch die Welt von Mythos und
Mystik führt, durch die Symbolik von Tempelrittern, Ägyptern und anderen geheimnisumwitterten Gruppen. |
Wir meinen:
Ein knappes Rennen, am Ende war uns aber die geniale Comic-Grafik von Runaway 2 (Test) die Auszeichnung
wert. Die Hintergründe sind mit viel Liebe zum Detail gezeichnet, die im Comiclook gezeichneten Charaktere
mit abertausenden Animationsphasen belebt. Auch der Soundtrack ist, sieht man von dem stilistisch
umstrittenen Titelsong einmal ab, ohne Frage erstklassig. Jede Szene hat seine eigene Musik, sogar die
Sängerin des Runaway-Titelsongs feiert ein Comeback. Runaway 2 ist ein Fest für die Sinne.
Ebenfalls viel Liebe zum Detail steckt in den minutiös gerenderten Hintergründen von
Geheimakte Tunguska (Test), die zudem durch gelungen eingefügte 3D-Figuren und andere Effekte
belebt werden. Für die beste Präsentation fehlt es aber an der Akustikfront. Im 3D-Bereich hat uns
Dreamfall (Test) am meisten überzeugt. Die aufwändig gestalteten Umgebungen gehören zu den schönsten
3D-Welten, die das Adventure-Genre bisher gesehen hat. |
Wir meinen:
Ein klassisches Comic-Adventure innovativ? Wie kommt denn das? Zum einen wäre da die Tatsache, dass
Telltale Games mit Sam & Max: Culture Shock (Test) klassisches Point & Click scheinbar mühelos in die
immer noch kritisch beäugte 3D-Welt transportiert hat, ohne in spielerische Fallen zu tappen. Die Steuerung
funktioniert reibungslos, sogar gescriptete Dialogsequenzen darf der Spieler Zeile für Zeile
abbrechen. Anders als bei Bone ist es außerdem gelungen, zwei als flache Sprites liebgewonnene
Comichelden überzeugend in die plastische Welt der Polygone zu übertragen.
Den Innovations-Award sichert sich der Titel aber damit, dass Telltale Games zum ersten Mal in der
Adventure-Welt ein Episodenkonzept auf die Beine gestellt hat, das spielerisch überzeugt und anscheinend
sogar kommerziell gut läuft. Zwar veröffentlichen die Entwickler keine Verkaufszahlen, sie zeigen sich
aber durchaus erfreut, wenn sie nach dem Erfolg gefragt werden. Bei Publisher Gametap halten sich
die Episoden seit Monaten in den Top 5 der meistgespielten Spiele (meistens nur von Myst geschlagen).
Das liegt wohl nicht zuletzt am außerordentlich fairen Preis. Telltale und Steve Purcell haben gezeigt,
wie man Episoden macht.
Sicher funktioniert so ein häppchenweiser Releaseplan nicht mit allen Titeln, mit Sam & Max
funktioniert er aber hervorragend. Wir glauben, dass in Zukunft immer mehr Entwickler auf dieses
risikofreiere Konzept umschwenken und deshalb ist für uns Sam & Max das innovativste Adventure 2006. |
Wir meinen:
Dass der Nintendo DS auch im Adventure-Genre einiges kann, war uns spätestens klar, als wir 2005
Another Code gespielt haben. Das hatte spielerisch zwar die ein oder andere Schwäche, konnte aber
zeigen, wozu ein DS fähig ist. Ein Jahr später hat uns Phoenix Wright: Ace Attorney (Test) begeistert,
das zwar weniger Gebrauch von den innovativen Features des Handhelds macht, dafür aber fünf Fälle
voller Spannung und markantem Humor bietet. Ein Gold-Award aus dem Nichts - und unser Überraschungs-Hit 2006.
Geheimakte Tunguska (Test) war im Vorfeld der Veröffentlichung schon stark gehypt, hier hätte deswegen
eher eine schlechte Qualität überrascht. Trotzdem: Rückblickend war es gar nicht so klar, dass das
kaum bekannte und sehr kleine Team mit seinem Genredebüt gleich so einen Hit landet. Eine Erwähnung
hat sich das deutsche Mystery-Abenteuer damit auch hier verdient. |
Wir meinen:
Tony Tough war ein sympathisches, kleines Comicadventure mit verrückten Rätseln und vielen schrägen
Sprüchen. Leider konnte Tony Tough 2 (Test), das 2006 nach vielen Verspätungen erschien, nicht wirklich
überzeugen. Rätsel und Geschichte waren obskur, die Grafik gewöhnungsbedürftig und auch an den neuen
Sprecher von Tony wollte man sich nicht so recht gewöhnen. Schade!
Auch von Paradise (Test) waren wir enttäuscht. Nach der wunderbar verträumten Syberia-Serie hatten
wir mehr von Benoît Sokal erwartet, auch wenn er mit dem Aufbau eines neuen Entwicklungsstudios
beschäftigt war. Zwar steckte Sokal unbestreitbar in der Spielwelt, trotzdem wirkte sie unfertig.
Sowohl Tony 2 als auch Paradise sind auch technisch in keinem guten Zustand ausgeliefert worden.
Wir hoffen auf das nächste Spiel von White Birds Productions. |
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